Wohlfahrtsverband und GEW warnen vor Kita-Versorgungslücken
Wohlfahrtsverband und GEW warnen vor Kita-Versorgungslücken
Aktualisiert am 30.04.2026, 13:02 Uhr Im vergangenen Jahr haben in Sachsen 15 Kitas geschlossen. (Symbolbild) © dpa / Sebastian Kahnert/dpa Lesedauer:1 Min. Von Deutsche Presse-AgenturDieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Weniger Kinder, aber steigende Kosten: In Sachsen schließen Kitas. Das trifft besonders Eltern auf dem Land. Zudem droht der Verlust von Erziehern, die später wieder gebraucht werden.
Dresden - Durch Kita-Schließungen aufgrund des Geburtenknicks in Sachsen drohen laut Paritätischem Wohlfahrtsverband und der Gewerkschaft GEW Versorgungslücken im ländlichen Raum. Die sinkenden Kinderzahlen und gleichzeitig bleibenden Fixkosten würden Kitas vor riesige Kostenprobleme stellen, sagte Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Sachsen.
Kitas müssen wegen sinkender Kinderzahlen schließen
Das führe dazu, dass einzelne Kita-Standorte geschlossen werden müssen. Im vergangenen Jahr fielen bereits 15 Einrichtungen weg, wie aus Daten des Statistischen Landesamtes hervorgeht. "Es entstehen weiße Flecken im Land", warnte Richter. Außerhalb von Leipzig, Dresden und Chemnitz liege die nächste Kita oft nicht auf dem Weg zur Arbeit, sondern in entgegengesetzter Richtung. "Das heißt, es entstehen Riesenwege, die Kita im Umfeld der Familie ist weg."
Verlust von Erzieherinnen droht
Zudem gehen bei Schließungen oder reduzierten Öffnungszeiten Arbeitsplätze verloren. 2025 reduzierte sich die Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher in Sachsen laut Richter um fast 900. Weitere 1.000 Fachkräfte wechselten demnach in die Teilzeit.
Die Stundenreduktion stellt Betroffene laut Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen, vor finanzielle Probleme. "Wenn eine Vollzeitkraft mal eben auf 30 Stunden reduziert wird, ist ein Viertel des Einkommens von einem auf den anderen Tag weg." Viele pädagogische Fachkräfte suchten sich daher gerade einen Zweitjob.
Richter und Naumann warnten vor einem Verlust von Fachkräften, der wie bereits nach dem letzten Geburtenknick in den 1990ern vor allem junge Frauen treffe. Sie würden dann später fehlen, wenn es wieder mehr Kinder gibt und ältere Erzieherinnen in den Ruhestand gehen, so Richter.
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Neues Finanzierungsmodell gefordert
GEW und der Paritätische Wohlfahrtsverband fordern daher eine Reform der Kita-Finanzierung. Statt einem "Pro-Köpfchen-Modell" soll sich der Freistaat stärker an den Fixkosten beteiligen. Um Kindern und Eltern weiterhin kurze Wege zu den Kitas zu ermöglichen, wird zudem gefordert, Kitas als Teil der regionalen Infrastruktur zu betrachten. Ähnlich wie bei Schulen könne man vor Ort mit einer Netzplanung über die Standorte entscheiden, sagte Richter. © Deutsche Presse-Agentur
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