Wie Wortwitze die Sportwelt prägen
Wie Wortwitze die Sportwelt prägen
Aktualisiert am 14.04.2026, 08:38 Uhr Von Markus Anfang zu Alexander Ende war es beim Trainerwechsel in Düsseldorf. © IMAGO/Moritz Müller/Moritz Mueller Lesedauer:3 Min. Von Johannes FischerDer Trainerwechsel in Düsseldorf von Anfang zu Ende ist der perfekte Anlass für eine Wortspiel-Reise durch den Sport. Ob Hinz gegen Kuntz, Kohl gegen Scharping oder eine zufällige Begegnung in der Leichtathletik – der Sport geht keinem Witz aus dem Weg.
Von Markus Anfang zu Alexander Ende war es beim Trainerwechsel in Düsseldorf am Sonntag nur ein kleiner Schritt, der sprachlich große Wirkung entfaltete. Bei der Fortuna trifft sportlicher Umbruch auf ein fast perfektes Wortspiel: Anfang geht, Ende kommt. Mehr Symbolik geht kaum.
Dass dies keine große Kunst ist, sondern purer Zufall? Geschenkt! Denn genau der sorgt dafür, dass im Sport immer wieder solche sprachlichen Volltreffer entstehen.
Kopierte Vereinswappen Wie ein Klub in Vietnam mit Leverkusens Logo erfolgreich wurde vor 15 Tagen von Victoria KunzmannHinz trifft Kuntz, Kohl trifft Scharping
Schon ein Blick in die Bundesliga-Geschichte zeigt: Die Redewendung "Hinz und Kunz" ist gar nicht so weit weg von der Realität. Thomas Hinz lief in den 80er-Jahren für den Hamburger SV auf, während Stefan Kuntz als einer der prägenden Stürmer seiner Zeit Karriere machte. Und tatsächlich trafen sich beide auf dem Platz: Am 3. April 1987 gewann der HSV mit 3:1 gegen Bochum. Hinz gegen Kuntz – ein Duell, das sich im Nachhinein fast wie ein Scherz anhört, aber Bundesliga-Realität war.
In der Politik setzte sich Helmut Kohl im Kanzlerduell 1994 gegen Rudolf Scharping durch und blieb politisch derjenige, der die Richtung vorgab. Im Fußball jedoch war es genau andersherum: Als Ralf Kohl mit dem SC Freiburg am 18. August 1995 auf Jens Scharping vom FC St. Pauli traf, behielt Scharping mit seinem Team beim 2:0 die Oberhand. Ein Namensduell, das sich damit auf zwei völlig unterschiedlichen Bühnen in entgegengesetzte Richtungen entwickelte.
Nürnberger? Spielte beim Club! Stürmer? War Angreifer!
Auch abseits solcher direkten Begegnungen liefert der Sport immer wieder Namen, bei denen man kurz innehalten muss. Ebbe Sand etwa, einst Torjäger bei Schalke 04, klingt eher nach Nordsee-Ausflug als nach Strafraumstürmer.
Besonders schön wird es, wenn Name und Verein oder Position scheinbar ineinandergreifen. Fabian Nürnberger spielte vier Jahre lang für den 1. FC Nürnberg. Klaus Stürmer, der in den 1950er Jahren für den HSV auf Torejagd ging und zwei Länderspiele bestritt, trug seinen Fußball-Nachnamen nicht nur zufällig, sondern passend zur Rolle auf dem Platz.
Und dann war da noch Trainer Wolfgang Wolf, der von 1998 bis 2003 den VfL Wolfsburg trainierte.
Der Blick über den Fußball hinaus zeigt: Das Phänomen ist global. In den USA lief Baseball-Profi Coco Crisp auf, dessen Name eher ins Frühstücksregal als ins Stadion zu passen scheint. In der NFL machte Richie Incognito Karriere, obwohl er auf dem Spielfeld alles andere als unauffällig war.
Biathletin Puff kollabierte "Da habe ich mir gedacht: Ich bilde mir das doch nicht ein" vor 3 Tagen von Johannes FischerWenn sich Hoppel und Haase begegnen
Der britische Tischtennisspieler Paul Drinkhall klingt eher nach einer Adresse für den Feierabend und weniger nach Leistungssportler. Der Boxer Thomas Stalker trägt einen Namen, der schnell falsche Bilder erzeugt, und im Eishockey sorgte der Slowake Miroslav Satan für hochgezogene Augenbrauen – unabhängig davon, dass er sportlich zur Elite in der NHL gehörte.
Besonders schön wird es, wenn solche Namen – wie bei Anfang und Ende -zufällig aufeinandertreffen. In der Leichtathletik gab es solch einen Moment, als der US-Mittelstreckler Bryce Hoppel und die deutsche Sprinterin Rebekka Haase nach einem Wettkampf nebeneinander in der Interviewzone standen.
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Der Zufall sorgt für Stilblüten
Was all diese Beispiele verbindet, ist nicht der Zufall, sondern die Perspektive. Namen sind im Sport zunächst nur Etiketten. Doch im richtigen Moment, im richtigen Kontext, entwickeln sie eine eigene Dynamik. Ein Trainerwechsel wird zur Pointe, ein Ligaspiel zur Anekdote, ein Nachname zur Schlagzeile.
Genau das ist auch der Grund, warum sich solche Geschichten so hartnäckig halten. Weil sie zeigen, dass der Sport – bei aller Taktik, bei allem Druck – immer noch Raum für Zufälle lässt. Für kleine Absurditäten, die man nicht planen kann.
Und so bleibt am Ende nicht nur die Erkenntnis, dass Anfang und Ende manchmal näher beieinanderliegen, als man denkt. Sondern auch, dass irgendwo dazwischen immer noch Platz ist für Hinz und Kuntz.
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