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Wie eine kleine Puppe selbst Hollywoodstars emotional werden lässt

“The Mandalorian and Grogu"

Wie eine kleine Puppe selbst Hollywoodstars emotional werden lässt

Aktualisiert am 12.05.2026, 19:58 Uhr Kathleen Kennedy, Pedro Pascal, Jon Favreau und Sigourney Weaver präsentierten "The Mandalorian & Grogu" am Star-Wars-Day in Berlin. © picture alliance/Mike Raison/dmg media Licensing Lesedauer:4 Min. Von Anna-Lena Malter

Am 4. Mai, dem “Star Wars Day", fand in Berlin die Pressekonferenz zum Kinofilm “The Mandalorian & Grogu“ statt. Regisseur Jon Favreau, Pedro Pascal und Sigourney Weaver sprachen über Kindheitserinnerungen und eine Puppe, die echte Gefühle weckt.

Jeder Star-Wars-Fan weiß, dass der 4. Mai der Feiertag ist. Deshalb war es der beste Tag, um die Pressekonferenz für den neuen Kinofilm “The Mandalorian and Grogu“ zu halten, selbst wenn dieser erst ab 20. Mai in den deutschen Kinos erscheint. Regisseur und Schöpfer Jon Favreau, Hauptdarsteller Pedro Pascal und Hollywood-Legende Sigourney Weaver saßen nebeneinander und sprachen über Kindheitserinnerungen, über Puppen, die sich wie echte Schauspieler anfühlen, und darüber, was Kino eigentlich bedeutet.

Der erste Blick in eine weit entfernte Galaxis

Die drei Stars hatten alle einen anderen Einstieg in das Star Wars Universum. Für Jon Favreau, 1966 geboren, begann es mit seinem Vater und einem New Yorker Kinosessel: “Zuerst flog der Blockadeläufer vorbei, dann kam der Sternenzerstörer – und hörte einfach nicht auf.“ Im Saal, so Favreau, sei es zuerst ein Staunen gewesen, dann Lachen, dann Jubel, der einfach nicht aufhören wollte.

Was ihn gefesselt habe, seien die Schichten darunter: die Einflüsse von Regisseur Akira Kurosawa, Italowestern, Flash Gordon, die Mythologie von Joseph Campbell, die George Lucas in seine Erzählungen eingewebt hat. “Es öffnete mir nicht nur die Tür zu Star Wars, sondern zum Kino insgesamt.“

Sigourney Weaver sah den Film 1977. Was sie bis heute beeindruckt, ist weniger das technische Wunder als das humanistische Versprechen des Universums: "Es gab so viele verschiedene Spezies, und die meisten kamen gut miteinander aus. Das war nie das Problem. Egal wie du aussiehst, in Star Wars hattest du einen Platz.“

Pedro Pascal wuchs mit Star Wars auf, wie viele Kinder seiner Generation. “Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ ist sein persönlicher Favorit – keine Frage der Vernunft, sondern des Herzens, wie er betont. Er erinnert sich, wie er mehrfach vergeblich versucht hat, Karten zu bekommen, während seine Schwester den Film längst gesehen hatte: “Das war die Hölle für mich. Und als ich dann endlich drin saß, war es eines der größten Kinoerlebnisse meines Lebens.“

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Liebe auf den ersten Blick: Sigourney trifft Grogu

Grogu, das kleine grüne Wesen, das die Welt seit der ersten Staffel von “The Mandalorian“ in Verzückung versetzt, ist keine CGI-Figur, sondern eine aufwendig gesteuerte Puppe, bespielt von mehreren Puppenspielern gleichzeitig, die vom Set aus mit Fernbedienungen arbeiten. Für Sigourney Weaver, die als erfahrene Genre-Schauspielerin (Alien, Avatar) schon mit vielen Spezialeffekten gearbeitet hat, war die Begegnung trotzdem eine neue Erfahrung.

“Ich habe wirklich dieses kleine Yoda-Wesen getroffen, das so voller Leben und Unfug steckte.“

Sigourney Weaver

Pedro Pascal über seine Heldin

Pedro Pascal ist auf der Pressekonferenz sichtlich bewegt, wenn er mit und über Sigourney Weaver spricht. Er versucht es sachlich, verliert aber, nach eigenem Bekunden, bald den Faden. “Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe alle ihre Filme gesehen. Ihr Einfluss auf mich würde euch ehrlich gesagt erschrecken.“

Dann, direkt an Weaver gewandt: “Ich bewundere Sie in jeder Hinsicht – als Person, als Künstlerin, auf jede erdenkliche Weise.“

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Favreau, der für sein Gespür bei der Besetzung bekannt ist, erklärt, warum er Weaver für diese Rolle wollte: “Wenn man zwei Stunden hat, eine Geschichte zu erzählen, und dann eine Schauspielerin ans Set kommt, die ihr gesamtes Ansehen und ihre Ausstrahlung mitbringt – dann erbt die Figur alles, was diese Person je gemacht hat.“

Scorsese in einem Imbiss mit vier Armen

Einer der unterhaltsamsten Momente der Pressekonferenz: Jon Favreau erzählt, wie er Martin Scorsese für eine Rolle gewonnen hat. Der Regisseur stand ganz oben auf seiner Wunschliste für eine Sprechrolle. Er erwähnte gegenüber der Produzentin Kathy Kennedy, dass er gerne Scorsese dabei haben wollte.

Ihre Reaktion: “Sie sagte: Ich rufe Marty mal an und frage nach.“ Favreau antwortete trocken: “Na gut, ruf Marty an.“ Erst später, als er nachfragte, ob sie eine Rückmeldung hatte, wurde ihm klar, wen er da gerade engagiert hatte: “Sie sagte: Oh ja, er macht es. Da setzte mein Herz einen Schlag aus.“

Die Aufnahmesession beschreibt Favreau als “surreal, ein bisschen verschwommen, ein bisschen wie ein Traum“: Scorsese sei verspielt und kooperativ gewesen, habe gelacht und um Vorschläge gebeten. Das Animationsteam baute die Figur um seine Performance herum.

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Publikumsliebling in Beskar-Rüstung

Auf die Frage, warum die Beziehung zwischen dem Mandalorian und Grogu Millionen Menschen berührt, antwortet Pedro Pascal nachdenklich: “Da ist diese einschüchternde Figur – buchstäblich abgeschirmt von der Welt, von Kopf bis Fuß in Beskar-Rüstung. Und dann ist da dieses verletzliche Wesen, das ihn sofort daran erinnert, dass unter all der Rüstung ein Mensch steckt.“

Es sei, sagt Pascal, die komplexeste Beziehung überhaupt, die zwischen Eltern und Kind: wie sie beginnt, wie sie sich vertieft, wie viel Konflikt sie aushält und wie die Kräfteverhältnisse sich verschieben können.

Kino als Gemeinschaftserfahrung

Die vielleicht persönlichste Antwort des Abends kommt auf eine einfache Frage: Was bedeutet Kino für Jon Favreau? Der Regisseur, der als Statist anfing, sich in Nebenrollen einen Namen machte und sich schließlich hinter die Kamera vorarbeitete, erzählt von alten Programmkinos, die inzwischen wieder voll mit jungen Menschen sind: “Man kann einen Film, den man liebt, nicht zum ersten Mal wieder erleben. Aber man kann jemanden ins Kino mitbringen“, erklärt er.

"Das Gemeinschaftserlebnis, mit Menschen, die man nicht kennt, gemeinsam zu lachen und zu jubeln – das ist es, was uns verbindet. Wir sind durch Technologie und Algorithmen so isoliert. Es ist leicht, den Bezug dazu zu verlieren, wie viel wir teilen.“

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Und dann, fast nebenbei, formuliert er den Anspruch, den er an seinen Film stellt: "Ein Star-Wars-Fan soll jemanden mitbringen können, der noch nie Star Wars gesehen hat – und beide sollen eine gute Zeit haben.“ George Lucas habe genau das so gewollt: Man werde mitten in die Geschichte hineingeworfen, ohne Vorkenntnisse zu brauchen. Die Details für die Fans seien da, versteckt wie kleine Geschenke. Aber zuerst müsse es für alle ein Erlebnis sein.

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