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Wanderer entdeckt Goldschatz aus der Völkerwanderungszeit

Zufallsfund in Norwegen

Wanderer entdeckt Goldschatz aus der Völkerwanderungszeit

Aktualisiert am 14.05.2026, 11:58 Uhr Diesen Schwertscheidenbeschlag aus der Völkerwanderungszeit fand ein Wanderer durch Zufall. © Annette Øvrelid/Arkeologisk museum/Universitetet i Stavanger Lesedauer:3 Min.

In Norwegen hat ein Wanderer unter den Wurzeln eines umgestürzten Baumes einen spektakulären Goldfund gemacht: einen reich verzierten Schwertscheidenbeschlag aus der Völkerwanderungszeit. In Nordeuropa gibt es nur 17 vergleichbare Stücke.

Ein Mann hat bei einer kleinen Wanderung in Austrått in der norwegischen Stadt Sandnes einen außergewöhnlichen Fund gemacht. Unter einem Baum, der vor Jahren bei einem Sturm umgestürzt war, bemerkte er etwas Glänzendes in der Erde – und stieß auf einen rund 1.500 Jahre alten Goldbeschlag. Das Stück gehörte einst vermutlich zur Schwertscheide eines mächtigen Häuptlings, wie die Universität Stavanger mitteilte.

Archäologe: Wahrscheinlichkeit eines solchen Fundes "verschwindend gering"

"Ich sah eine Erhebung in der Erde unter dem Baum und stocherte mit einem Stock darin herum. Plötzlich sah ich etwas glitzern. Ich verstand zunächst gar nicht, was ich gefunden hatte", beschrieb der Finder den Moment.

"Die Wahrscheinlichkeit, etwas Derartiges zu entdecken, ist verschwindend gering."

Archäologe Håkon Reiersen

Der Archäologe Håkon Reiersen vom Archäologischen Museum der Universität Stavanger bezeichnete den Fund als herausragend. "Man wird völlig überrumpelt, wenn solche Funde hereinkommen. Die Wahrscheinlichkeit, etwas Derartiges zu entdecken, ist verschwindend gering", sagte Reiersen. Es handele sich um den ersten Fund dieser Art in der Region Rogaland – bislang seien in ganz Nordeuropa lediglich 17 vergleichbare Objekte bekannt.

Restauratorin Hege Hollund reinigt den Goldfund. © Anniken Celine Berger/Arkeologisk museum/Universitetet i Stavanger

Das rechteckige Goldstück misst sechs Zentimeter in der Breite, nur wenige Zentimeter in der Höhe und hat eine Dicke von nur einigen Millimetern. Trotz seiner geringen Größe bringt es 33 Gramm auf die Waage, wie die Archäologin Siv Kristoffersen in einer Analyse der Universität Stavanger erläutert. Die Oberfläche zieren filigrane Ornamente aus dreifachen, geperlten Goldfäden – eine Technik, die das Stück zu den kunstvollsten Arbeiten der Epoche zählen lässt.

Ein Häuptling, der sein Prachtschwert tatsächlich nutzte

Der Beschlag war nach Einschätzung der Forschenden an der Scheide eines Prachtschwertes befestigt, das nur den Mächtigsten jener Epoche vorbehalten war. Eine Besonderheit: Das Stück zeigt deutliche Abnutzungsspuren. "Die Schwertscheidenbeschläge aus Gold weisen normalerweise kaum Gebrauchsspuren auf, doch dieser ist stark abgenutzt – ein Hinweis darauf, dass der Häuptling ihn tatsächlich häufig trug. Das unterstrich seine Stellung und Macht", erklärte Reiersen laut der Universität Stavanger. Der Träger des Schwertes regierte demnach vermutlich in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts über das Gebiet um Hove bei Sandnes.

Galerie Sensation In einer Latrine machen Archäologen einen besonderen Fund  vor 8 Stunden

Das Goldstück lag in einer Felsspalte verborgen – nach Einschätzung der Archäologen wurde es dort als religiöse Opfergabe niedergelegt. Im 6. Jahrhundert herrschten in Skandinavien Missernten und Krisen. Die Menschen legten offenbar wertvolle Gegenstände als Gaben an die Götter nieder, in der Hoffnung auf bessere Zeiten. "Durch das Opfern solch prachtvoller Gegenstände an die Götter bestätigten die Anführer auf Hove ihren Status und ihre Macht", so Reiersen.

Die Region um Austrått hat bereits zuvor spektakuläre Opferfunde hervorgebracht. Im 19. Jahrhundert kamen bei Pflugarbeiten silberne Halsringe mit Goldverzierung zum Vorschein, und 1907 wurde auf dem benachbarten Hof Høyland ein ungewöhnlich großer römischer Bronzekessel entdeckt, der um 300 nach Christus am Rhein hergestellt worden war.

Neues Puzzleteil für die Erforschung eines Machtzentrums

Museumsdirektorin und Archäologie-Professorin Kristin Armstrong-Oma zeigte sich begeistert über den Neuzugang. "Wir müssen diesem äußerst aufmerksamen Wanderer großen Dank aussprechen, denn wir haben nun ein neues Puzzleteil zum Machtzentrum auf Hove in der Völkerwanderungszeit", sagt sie laut der Universität Stavanger. Das Museum verfüge über einige der weltweit führenden Fachleute für solche Objekte, was weitere Forschung zur Ornamentik und zur damaligen Machtelite ermögliche.

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Der Beschlag soll nun so rasch wie möglich im Archäologischen Museum der Universität Stavanger der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. "Dieses Fundstück soll für alle sichtbar sein, die es betrachten und das Goldfieber mit uns teilen möchten", kündigte Armstrong-Oma an. (bearbeitet von mak)

Verwendete Quellen

  • uis.no: Elegant og uttrykksfull sverdslire fra Austrått
  • ntb.no: Turgåer fant gullskatt
  • Transparenzhinweis

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