Verbrauchermagazin24

Nehmen Sie Kontakt auf

Tücher auf dem Wal - das soll der Grund sein

Live-Blog Rettungsversuch für Buckelwal

Tücher auf dem Wal - das soll der Grund sein

Aktualisiert am 18.04.2026, 11:58 Uhr © dpa Lesedauer:5 Min. Ein Live-Blog von Malina Köhn
  • 11:47 Uhr: Tücher auf dem Wal - das soll der Grund sein
  • 10:52 Uhr: Initiative erhebt Vorwürfe gegen Behörden
  • 10:50 Uhr: Atemfrequenz des Wals soll sich erhöht haben
  • 10:35 Uhr: Greenpeace gibt Prognose zur Überlebenschance
  • 06:15 Uhr: Tag 3 der Walrettung: Was heute geschehen soll

➤ Tücher auf dem Wal - das soll der Grund sein

  • 11:47 Uhr

Helfer haben sich auf SUPs dem Wal genähert, wie der NDR berichtet. Sie decken das große Tier mit Tüchern ab, die nach "Bild.de"-Informationen mit Zinksalbe bestrichen sein sollen, um die rissige Haut des Buckelwals zu heilen.

Zusätzlich zu den Helfern ist nun auch die Rettungsinsel aus Pontons mit einem Bagger nah an den Wal herangefahren, worauf das große Tier mit einer Fontäne reagierte. (mak)

Helfer des Bergungsteams legen Tücher auf den Wal. © Philip Dulian/dpa

+++

Rettungsaktion für den Wal in der Ostsee

  • Eine private Initiative will mit Luftkissen und Pontons einen neuen Rettungsversuch starten – trotz des ungewissen Ausgangs. Im Laufe des heutigen Tages soll versucht werden, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter dem Wal weggespült werden. Das Tier solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.
  • Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte MediaMarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet." Hinter dem Konzept steht neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist.
© dpa/dpa-infografik GmbH

+++

Weitere News zur Wal-Rettung vom 18. April:

Initiative erhebt Vorwürfe gegen Behörden: Bekommen "ständig Steine in den Weg gelegt"

  • 10:52 Uhr

Auflagen der Behörden haben nach Angaben der privaten Rettungsinitiative am Samstag die Rettung des seit Wochen an der Ostseeküste festliegenden Wals weiter verzögert. Ihnen würden "ständig neue Steine in den Weg gelegt", sagte die Sprecherin der Initiative, Karin Walter-Mommert, der Nachrichtenagentur AFP. So würden immer neue Genehmigungen etwa für an der Aktion beteiligte Ärzte angefordert. Dadurch gehe der Initiative wertvolle Zeit verloren. "Es ist sehr, sehr beschwerlich."

Die Arbeiten vor der Insel Poel in Mecklenburg-Vorpommern sollten am Samstag fortgesetzt werden. Die Ausrüstung dazu liege bereit, "aber wir dürfen immer nur machen, was uns zugesagt wird", sagte Walter-Mommert. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Freitag klargestellt, dass das Land keine Genehmigung für die Rettungsmaßnahme erteilt habe, weil es dafür keine rechtliche Grundlage gebe. Die Aktion werde aber geduldet. (afp)

+++

Galerie Schon gewusst? Bangen um den Wal: Das macht die Meeressäuger besonders vor 17 Tagen von Sophie Bierent

Atemfrequenz des Wals soll sich erhöht haben

  • 10:50 Uhr

Reporter des NDR haben vor Ort die Atemfrequenz des Wals gemessen. Während der Wal heute Morgen noch im Intervall von drei Minuten geatmet haben soll, hat sich die Frequenz nun wohl erhöht. Das Tier soll inzwischen minütlich Fontänen ausstoßen. (mak)

+++

Greenpeace gibt Prognose zur Überlebenschance

  • 10:35 Uhr

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace sieht wenig Chancen für eine Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Wals durch die private Initiative. "Die Chancen, dass er in der Nordsee landet und dort frei schwimmt, sind gering", sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass der Wal dort ertrinken wird, weil er so geschwächt ist.

Die Überlebenschancen des Tieres bei einem erfolgreichen Rettungsversuch seien demnach gering. Das gelte erst recht für die Möglichkeiten des Wals im Atlantik - sollte er dorthin gelangen.

Der tonnenschwere Meeressäuger werde durch verschiedene Faktoren geschwächt. Der Wal könne aktuell keine Nahrung aufnehmen und hungere - der Ernährungszustand sei entsprechend schlecht, sagte der Umweltschützer. Hinzu kommen die Reste eines Netzes im Maul des Wals: "Wir wissen nicht was mit dem Netz ist, möglicherweise ist es in die Haut eingewachsen, oder er hat Teile verschluckt - das wissen wir nicht."

Wissenschaftler gehen zudem davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt. Dadurch sei die Atmung beeinträchtigt und der Sauerstoff-Austausch über die Lungenoberfläche stark eingeschränkt, sagte der Sprecher. Dadurch werde das ohnehin durch Hautkrankheiten geschwächte Tier zusätzlich beeinträchtigt. "Dieser Wal ist so schwach, dass er sich entschieden hat, dort liegenzubleiben."

Den Transport schätzt er als riskant ein. "Ich weiß nicht, ob dieser Schleppverband den weiten Weg in die Nordsee übersteht - das ist nicht ohne." Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion, denn nach den vorliegenden Informationen sei der Wal krank und stark geschwächt, so eine Sprecherin. (dpa)

+++

Wal-Tourist fuhr extra fünf Stunden durch die Nacht

  • 10:04 Uhr
Ali ist extra fünf Stunden aus Hannover auf die Insel Poel gefahren, um den dort gestrandeten Wal zu sehen. © dpa / Christopher Hirsch

Im Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel, vor der der Buckelwal gestrandet ist, sind am Samstagmorgen kaum Schaulustige. Ali T. aus Hannover ist aber schon in der Frühe vor Ort. "Ich habe das im Fernsehen gesehen, und ich finde das irgendwie spektakulär", sagt der 38-Jährige. Er sei schon in der Nacht zu Freitag angereist und habe eine mehrstündige Autofahrt auf sich genommen. "Mit Ladestopps und so weiter so fünf Stunden", sagt der E-Autofahrer.

Bis Sonntag wolle er bleiben. "Montag muss ich wieder zur Arbeit", sagt er. "Was mich fasziniert, ist, dass der Wal eigentlich schon totgeglaubt wurde und dass jetzt noch was passiert." Er hoffe, dass es dem Rettungsteam gelinge, den Wal ins offene Meer zu transportieren.

Wie schon die vergangenen Tage stehen auch in der Nähe des Ortes Weitendorf-Hof Schaulustige hinter der eingerichteten Absperrung. Von dort ist der Wal besser zu sehen als vom Hafen in Kirchdorf. (dpa)

+++

DLRG macht sich bereit

  • 08:50 Uhr

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat gestern insgesamt sechs Boote in den Hafen von Kirchdorf gebracht. Dort werden sie nun vorbereitet, entladen und zu Wasser gelassen. Nach Informationen der "Bild" sollen die Besatzungen den Einsatz der Walretter unterstützen und absichern. (mak)

+++

Verblüffende Entdeckung Parallelen zum Menschen: Neue Studie zur Walsprache enthüllt Erstaunliches vor 1 Tag

Tag 3 der Walrettung: Was heute geschehen soll

  • 06:15 Uhr

Die private Rettungsinitiative für den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal will ihre Arbeit am Samstagmorgen fortsetzen. Am Freitag waren bereits erste Probespülungen gemacht und weiteres Material herbeigeschafft worden. Bereits da war jedoch schon klar: Es wird ein Kampf gegen die Zeit. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz finanziert zusammen mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert die Aktion. Der geschwächte Wal liegt am Samstag bereits den 19. Tag an derselben Position in der Kirchsee in der Wismarer Bucht.

Ob die eigentliche Rettung am Samstag starten kann oder es bei weiteren Vorbereitungsarbeiten bleibt, ist unklar. Beim Zeitplan müsse man sich nach dem Befinden des Tieres richten, hatte eine Mitarbeiterin aus dem Team der privaten Initiative gesagt.

Das Tier soll auf einer Plane zwischen zwei Pontons in Richtung Nordsee transportiert werden. Die Plane muss zuvor unter das etwa zwölf Tonnen schwere Tier gebracht werden. Dazu soll es mit Luftkissen angehoben werden, wofür wiederum zuvor Schlick weggespült werden muss.

Die Pontons sollen von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen und so angeordnet werden, dass innen eine Freifläche von sechs mal zwölf Metern entsteht. "Da drin wird der Wal sich dann ja aufhalten", sagte der Chef des von der privaten Initiative beauftragten Tauchunternehmens, Fred Babbel. Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch.

Empfehlungen der Redaktion

  • Schafft es der Wal zurück ins Meer?
  • Zeit für den Wal wird knapp - gelingt heute der Durchbruch?
  • Was hinter dem großen "ungelösten Rätsel der Meeresbiologie" steckt

Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Mittwoch überraschend grünes Licht für den Rettungsversuch einer privaten Initiative für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal gegeben. Die Verantwortung für die neue Aktion liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. (dpa/bearbeitet von mak)

+++

Hier lesen Sie, was am Donnerstag und Freitag bei der Walrettung geschah:

  • Tag 1 der Walrettung
  • Tag 2 der Walrettung

+++

Mit Material von dpa und afp

Teaserbild: © Philip Dulian/dpa Feedback an die Redaktion