Trump will Uran bergen – und spricht von "schwierigem Prozess"
Trump will Uran bergen – und spricht von "schwierigem Prozess"
Aktualisiert am 21.04.2026, 07:55 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:4 Min. Ein Live-Blog von Merja Bogner- 07:55 Uhr: ➤ Trump: Bergung von Uran aus dem Iran wird "langer und schwieriger Prozess" sein
- 05:27 Uhr: Leavitt: USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher
- 04:06 Uhr: Optimismus an Börsen in Ostasien hält an
- 03:44 Uhr: Teheran will bei Wiederaufnahme des Krieges "neue Trümpfe" ausspielen
Hier den Live-Blog zum Iran-Krieg aktualisieren
➤ Trump: Bergung von Uran aus dem Iran wird "langer und schwieriger Prozess" sein
- 07:55 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat einen langwierigen Prozess zur Bergung von Uran aus dem Iran angekündigt. Die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen im Juni des vergangenen Jahres hätten eine "komplette und totale Auslöschung" der Atomanlagen zur Folge gehabt, erklärte Trump am Montag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. "Daher wird es ein langer und schwieriger Prozess sein, das wieder auszugraben", fügte er mit Blick auf das Uran hinzu.
Trump will das iranische Uran nach einem Friedensabkommen mit dem Iran in die USA bringen. Washington werde Teheran dabei helfen, das angereicherte Uran aus den im vergangenen Juni getroffenen iranischen Atomanlagen zu bergen, erklärte Trump vergangene Woche.
Der Iran hatte eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans im Rahmen der Verhandlungen mit den USA am Freitag allerdings dementiert. "Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei.
Die Urananreicherung steht im Zentrum des Streits zwischen den USA und dem Iran. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.
Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der Iran das einzige Land ohne eigene Atomwaffen, das Uran auf 60 Prozent anreichert. Zur Herstellung von Atomsprengköpfen ist auf 90 Prozent angereichertes Uran nötig, zur Stromerzeugung mit Atomkraft ist eine Anreicherung auf 3,67 Prozent ausreichend. (afp)
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Was passiert ist
- Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
- Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
- Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
- Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
- Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.
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Leavitt: USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher
- 05:27 Uhr
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit dem Iran näher denn je. "Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News. Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufkündigte.
Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, habe der Präsident mehrere Optionen zur Verfügung, "von denen er ohne zu zögern Gebrauch machen wird." Trump habe zuvor gezeigt, dass er seinen Worten Taten folgen lasse.
Die vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft Trump zufolge am Mittwochabend Washingtoner Zeit aus. Sollte es zu keiner Einigung kommen, werde er Angriffe auf den Energiesektor und die zivile Infrastruktur anordnen, teilte Trump mit. Ob es vor Ende der Feuerpause noch zu einer zweiten Verhandlungsrunde kommt, ist unklar. (dpa)
USA sehen sich kurz vor Abkommen mit dem Iran
Aktualisiert am 21.04.2026, 05:25 Uhr Die US-Regierung sieht sich kurz vor einem möglichen Abkommen mit dem Iran. Gleichzeitig wächst der Druck, da die Waffenruhe bald ausläuft und eine neue Eskalation droht.+++
Optimismus an Börsen in Ostasien hält an
- 04:06 Uhr
Die Börsenkurse in Ostasien sind vor Ablauf der derzeitigen Waffenruhe im Iran erneut gestiegen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte eine Stunde nach Handelsstart um rund zwei Prozent. Damit rangiert er derzeit sogar höher als noch zu Beginn des aktuellen Iran-Kriegs Ende Februar. Der japanische Nikkei 225 stieg zum selben Zeitpunkt – 10 Uhr morgens Ortszeit – um knapp 1,2 Prozent.
Damit setzen die Märkte in Seoul und Tokio offenbar trotz der anhaltenden Spannungen in Nahost auf eine mögliche Einigung zwischen Washington und Teheran. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Hintergrund der am Mittwoch auslaufenden Waffenruhe mitgeteilt, erneut eine Delegation für Verhandlungen in Pakistans Hauptstadt Islamabad zu schicken. Vor gut einer Woche fand dort bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Vertreter aus Washington und Teheran statt. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis. Irans Außenminister Abbas Araghtschi machte den USA zuletzt wieder Vorwürfe, schloss eine neue Verhandlungsrunde jedoch nicht explizit aus.
Die Ölpreise sind im Vergleich zum selben Zeitpunkt am Vortag leicht gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni liegt derzeit bei 94,8 Dollar. Die Volkswirtschaften in Ostasien sind vergleichsweise stark von Öllieferungen aus Nahost abhängig. (afp)
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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Teheran will bei Wiederaufnahme des Krieges "neue Trümpfe" ausspielen
- 03:44 Uhr
Im Falle einer Wiederaufnahme des Iran-Krieges stehen Teheran dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf zufolge "neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld" zur Verfügung. "In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld auszuspielen", erklärte Ghalibaf, der iranische Chefunterhändler in den Gesprächen mit Washington, am Montag im Onlinedienst X. Er bekräftigte zudem, Teheran akzeptiere "keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen".
Zwei Tage vor dem Ende der zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg herrschte zunächst weiter Ungewissheit über die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Der Iran hat nach Angaben seines Außenministeriums "noch keine Entscheidung" über eine Teilnahme an Gesprächen mit den USA in Pakistan getroffen. Eine US-Delegation unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance wurde derweil in Islamabad erwartet.
US-Präsident Donald Trump sagte, eine Verlängerung der Waffenruhe sei "höchst unwahrscheinlich". Er drohte dem Iran erneut mit massiven Angriffen, falls die Feuerpause ohne neue Einigung ausläuft. (afp)
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