Tom Wlaschiha: "Es gibt wenige Rollen, die mich wirklich interessieren"
Tom Wlaschiha: "Es gibt nur wenige Rollen, die mich wirklich interessieren"
Aktualisiert am 18.04.2026, 20:25 Uhr Tom Wlaschiha war unter anderem in "Stranger Things", "Game of Thrones" und "Schwarzes Gold" zu sehen. © picture alliance/dpa/Felix Hörhager Lesedauer:4 Min.Schauspieler Tom Wlaschiha ist ein international gefeierter Star. Im Interview spricht der Mann mit den vielen Gesichtern über seine Rollen in den Seriengiganten "Stranger Things", "Game of Thrones" und in der deutschen Produktion "Schwarzes Gold".
Ein Interview von Sönke JacobsenDie Karriere von Tom Wlaschiha begann, lange vor seinen Filmerfolgen, beim Theater: Bis heute steht er mit Leidenschaft auf der Bühne, zuletzt im Stück "The Land of the Living" im Royal National Theatre in London.
Dank seiner Erfolge kann es sich der 52-Jährige inzwischen auch leisten, angebotene Filmrollen abzulehnen. Manchmal sind es die kleinen Projekte, die den gebürtigen Sachsen besonders reizen, wie er am Rande einer Lesung am Flughafen Hannover im Interview mit unserer Redaktion verrät.
Herr Wlaschiha, "Game of Thrones" und "Stranger Things" waren zwei der erfolgreichsten Serien der vergangenen Jahre. Welche Produktion hat Sie dabei mehr gereizt?
Tom Wlaschiha: Das kann ich gar nicht vergleichen. Bei "Game of Thrones" war es so, dass ich die Originalbücher nicht kannte. Als da gecastet wurde, war alles ganz am Anfang. Bei "Stranger Things" wusste ich, worum es geht. Da bin ich auch erst später in die Serie eingestiegen und war selber vorher schon Fan. Ich fand das aber auch sehr cool. Als Kind der 80er war das natürlich geil, genau meine Serie. Bei "Schwarzes Gold" war es noch einmal ganz anders. Da fand ich das Thema so spannend, weil es einen historischen Hintergrund hatte, der mir bis dahin so nicht bekannt war.
Interview Max Giermann verrät Warum dieser "Tatort" anders ist vor 6 Tagen von Dennis EbbeckeWar die Rolle in "Stranger Things" ein logischer Schritt nach dem Riesenerfolg bei "Game of Thrones"?
Was heißt logischer Schritt? Man macht ja viele Castings. Und es gehört immer etwas Glück dazu. Dazwischen sind dann aber auch zehn Rollen oder Angebote, die nicht klappen. Sicher hat mir da geholfen, dass ich Russisch aus der Schule konnte. Das war für die Rolle natürlich hilfreich.
"Es würde mich langweilen, zehn Jahre in derselben Serie zu sein."
Sie sind sehr vielseitig: große Produktionen, kleinere Rollen, Theater, Synchronsprecher. Ist es deshalb so schwer, Sie in eine Schublade zu stecken?
Also, wenn ich ehrlich bin, gibt es nur wenige Rollen, die mich wirklich interessieren. Oder Drehbücher, wo ich sofort beim ersten Lesen denke, das möchte ich unbedingt machen. Mein Verständnis des Jobs ist es auch, möglichst unterschiedliche Sachen auszuprobieren und verschiedene Rollen zu spielen. Es würde mich langweilen, zehn Jahre in derselben Serie zu sein und denselben Kommissar zu spielen. Deshalb achte ich schon darauf, auch neue Sachen auszuprobieren, soweit das geht. Aber es hängt ja auch immer davon ab, was einem angeboten wird. Aber Lesungen oder Synchron oder Hörbücher machen mir genauso viel Spaß. Das sind dann so die kleinen Projekte zwischendurch.
Spüren Sie Druck, erfolgreich sein zu müssen?
Nein. Druck verspüre ich nicht. Aber mit dem Alter wachsen die Ansprüche. Bei einer neuen Produktion muss es schon etwas geben, was mich wirklich interessiert. Die Kollegen, die Regie, das Drehbuch. Im besten Fall natürlich alles zusammen. Deswegen habe ich in letzter Zeit auch öfter einmal Nein gesagt zu Angeboten.
"Du kannst auch mit viel Geld aus einem schlechten Drehbuch keinen guten Film machen."
Ist es einfacher, in Produktionen zu spielen, die ein großes Budget haben und die damit mehr Erfolg versprechen?
Es gehören ganz viele Faktoren dazu, damit ein Projekt erfolgreich wird. Viel Geld ist natürlich von Vorteil, damit kann man einiges realisieren, gerade was die Ausstattung, Szenenbild und die technischen Möglichkeiten betrifft. Aber das A und O ist immer noch ein gutes Drehbuch. Du kannst auch mit viel Geld aus einem schlechten Drehbuch keinen guten Film machen. Und dann kommt es darauf an, wie eine Geschichte erzählt wird und wie sehr eine Produktion dem kreativen Team vertraut, den Regisseur eine Vision umsetzen lässt. Es ist halt ganz oft so, dass zu viele Leute mitreden und dann am Ende halt nur Mittelmaß rauskommt. Manchmal ist es sogar von Vorteil, wenn kleine Produktionen wenig Geld haben. Dann kann durchaus ein total gelungener Film entstehen. Einfach nur, weil man die Leute machen lässt.
Interview Kult-Serie ist zurück Darum darf "Kommissar Rex" nicht gestreichelt werden vor 5 Tagen von Lisa-Marie YilmazWie schaffen Sie es, bei all Ihren Erfolgen so bodenständig zu bleiben?
Für mich bedeutet Schauspieler zu sein, einen Job zu haben, den ich sehr gerne mache und den ich jederzeit wieder machen würde. Ich bin total glücklich, dass das bis heute so gut geklappt hat. Natürlich steht man mitunter im Rampenlicht und viele Leute kennen Dich, oder meinen, Dich zu kennen. Aber am Ende ist es ein Beruf wie jeder andere auch. Es fällt mir nicht wahnsinnig schwer, damit normal umzugehen.
In schwierigen Zeiten geben viele Prominente oft ein Statement ab zu allen möglichen Dingen. Sie nicht.
Wir leben leider in einer Zeit der permanenten Aufregung, in der alles über Schlagzeilen kommuniziert wird. Vieles wird nur noch zugespitzt diskutiert. Ich habe keine Lust darauf, zu komplexen Themen einfache Antworten zu geben. Ich habe selbstverständlich eine Position zu politischen und gesellschaftlichen Themen, aber nur, weil ich durch meinen Beruf im Rampenlicht stehe, macht das meine Meinung nicht mehr oder weniger valide als andere.
Ihr Wunschprojekt für die Zukunft?
Eine Komödie würde ich gerne mal wieder machen. Da hätte ich große Lust drauf.
Sie sind ein Genussmensch und mögen die schönen Dinge des Lebens. Was entspannt Sie noch?
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Ich reise immer noch sehr gerne und habe das Glück, dass ich das mit dem Job gut verbinden kann und schon durch die Arbeit viele Ecken der Welt kennenlernen darf. Und wenn ich dann zwischendurch zu Hause bin, genieße ich es sehr, einfach mal nichts zu tun, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, so wie jeder andere auch. Und wenn mich dann wieder das Fernweh packt, mache ich einfach einen Roadtrip oder steige aufs Rad und radele mal über die Alpen.
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