Verbrauchermagazin24

Nehmen Sie Kontakt auf

Storch "Gustav" bereitet Stromversorger Kopfzerbrechen

Kamenz

Storch "Gustav" bereitet Stromversorger Kopfzerbrechen

Aktualisiert am 21.04.2026, 14:27 Uhr Ein Storchenpaar hat sich in dem Dorf bei Kamenz im Landkreis Bautzen im Nest auf einem Strommast niedergelassen. © dpa / Robert Michael/dpa Lesedauer:2 Min. Von Deutsche Presse-Agentur

Dieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.

Im Kreis Bautzen brütet Storch "Gustav" lieber auf dem Strommast als auf einer Nisthilfe. Laut Energieversorger ist das für Mensch und Tier nicht ungefährlich.

Kamenz - Ein besonders hartnäckiger Storch im kleinen Kamenzer Ortsteil Döbra (Kreis Bautzen) bereitet dem Energieversorger Sachsen Energie derzeit Kopfzerbrechen und sorgt bei Anwohnern für Freude und Belustigung. Das Tier, dem der Name "Gustav" gegeben wurde, hatte einen Niederspannungsmast, an dem mehrere Freileitungen verlaufen, als idealen Ort für die Familiengründung auserkoren.

Energieversorger und Experten der Naturschutzbehörde hatten das Nest daraufhin zum Schutz von Tier und Stromleitungen auf eine sogenannte Nisthilfe, eine Art Mast mit kronenartiger Spitze, umgesetzt. Diese hat "Gustav" aber verschmäht und sich kurzerhand den nächsten Strommast gesucht. Zuvor hatte "Tag24" berichtet.

Storchenhorste auf Strommasten kommen häufiger vor

Mittlerweile hat der renitente Storch auch eine Partnerin gefunden, sodass der Familiengründung nichts mehr im Wege zu stehen scheint. Das Tier solle nun dort bleiben, wo es jetzt ist, sagte Sachsen-Energie-Sprecherin Nora Weinhold der Deutschen Presse-Agentur. Da sie nun bereits brüteten, dürften die Störche nicht mehr gestört werden.

Dass Störche Masten besetzen, komme häufiger vor. Allein im Kreis Bautzen gebe es derzeit 22 Storchenhorste auf Strommasten, teilt der Energieversorger auf Anfrage mit. In jedem Fall werde einzeln entschieden, ob die Tiere gefahrlos auf den Anlagen bleiben könnten.

Stromversorger: Nistplatz auf Mast kann für Tiere gefährlich werden

Gefährlich sei der Nistplatz unter Umständen, weil der Vogelkot die Isolierung der Leitungen angreifen und es zu Störungen und Ausfällen im Netz kommen kann. Es bestehe zudem auch die Gefahr, dass die Tiere sich verletzen oder Neste in Brand geraten könnten, so die Sprecherin. Neben Döbra hat Sachsen Energie daher nach eigenen Angaben im Kreis Bautzen in der aktuellen Brutsaison bereits drei weitere Masten mit Nisthilfen errichtet. Ein weiterer sei in Planung.

Sollte es zu Störungen an Gustavs auserkorenem Brutplatz kommen, müssten nun Experten und Expertinnen der Naturschutzbehörde Nest und Tiere zunächst umsiedeln, bevor der Energieversorger reagieren könne, so Weinhold. Der ehrenamtliche NABU-Ornithologe Rolf Schulze erklärt, Störche hätten "ihren eigenen Kopf" und nähmen angebotene Nisthilfen nicht immer an.

Empfehlungen der Redaktion

  • Gutes Omen? Störche machen Nistversuch auf Mariensäule
  • Schutznetz im Zirkus fällt herunter – Tiger springt ins Publikum
  • Wie ein behinderter Papagei alle Rivalen in die Flucht schlägt

Beispiele, bei denen brütende Störche direkt durch Strommasten zu Schaden gekommen seien, kennt er aus seiner Region nördlich von Leipzig bislang nicht. Haben die Tiere einmal einen geeigneten Brutplatz gefunden, kehrten sie in der Regel Jahr für Jahr dorthin zurück. Die Brutzeit der Störche reicht nach seinen Angaben bis in den August, wenn die Jungtiere den Horst verlassen.  © Deutsche Presse-Agentur

Nachrichten aus anderen Regionen Dresden 1,7 Millionen Euro-Spende für Dresdner Wagner-Projekt vor 30 Minuten Chemnitz Arbeitsunfall in Chemnitz: 27-Jähriger schwer verletzt vor 36 Minuten Feedback an die Redaktion