Sperre am Grödner Joch in Südtirol: Komplette Sella-Runde bald verkehrsberuhigt?
Sperre am Grödner Joch in Südtirol: Komplette Sella-Runde bald verkehrsberuhigt?
Aktualisiert am 21.04.2026, 06:50 Uhr © Markus Biebricher Lesedauer:3 Min. Motorrad-OnlineDieser Beitrag wurde automatisch veröffentlicht und nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Am Grödner Joch wird 2026 eine verkehrsbeschränkte Zone getestet, die die Zufahrt auf 150 Fahrzeuge täglich begrenzen könnte. Ziel ist die Ausweitung auf weitere Dolomitenpässe. Die Regelung soll ab 2027 jährlich fünf Monate gelten.
"ZTL" lautet das Kürzel, das sich Pässefahrer in den Dolomiten künftig merken sollten. Denn eine solche "Zona a Traffico Limitato" (verkehrsbeschränkte Zone) soll am Grödner Joch in Südtirol in Kürze eingerichtet werden. Nach Wolkenstein hat auch Corvara einen entsprechenden Beschluss gefasst – und damit also die beiden Gemeinden, zwischen denen die rund 20 Kilometer lange Passstraße liegt.
Zufahrt auf 150 Fahrzeuge beschränkt im Testzeitraum
Im September und Oktober 2026 findet ein Testlauf statt, der die tägliche Zufahrt auf voraussichtlich 150 Fahrzeuge beschränkt; dazu zählen neben Motorrädern und Autos auch Reisebusse. Verläuft der Test erfolgreich, soll die Regelung ab 2027 alljährlich fünf Monate lang gelten, wahrscheinlich von Mitte Mai bis Mitte Oktober.
Wie genau die Umsetzung aussehen soll und vor allem, ob noch mehr Dolomitenpässe folgen sollen, dazu wollen weder die Gemeinden noch die Südtiroler Landesregierung derzeit weitere Informationen herausrücken. Öffentlich einsehbar sind nur die Gemeindebeschlüsse, in denen von einer Arbeitsgruppe die Rede ist, die einen Projektvorschlag für die Umsetzung erstellt hat.
Auf Anfrage von MOTORRAD schickte die zuständige Stelle der Südtiroler Landesregierung nur eine sehr allgemeine Stellungnahme, in der von der "wachsenden Belastung" der Bevölkerung durch den zunehmenden Verkehr und von Beeinträchtigungen "der Urlaubsqualität der Gäste und der Verkehrssicherheit" die Rede ist. "Nähere Details", so hieß es, würden "zu gegebener Zeit" kommuniziert.
Zone soll auf weitere Dolomitenpässe ausgeweitet werden
Trotz dieser Abfuhr gelang es MOTORRAD, den Projektvorschlag einzusehen. Der gilt erst mal nur fürs Grödner Joch; allerdings heißt es ausdrücklich, es sei das Ziel, die verkehrsberuhigte Zone "möglichst bald auf weitere Dolomitenpässe auszuweiten", einschließlich einer Zeichnung, in der auch verkehrsberuhigte Zonen am Sella- und Pordoi-Joch sowie dem Campolongo-Pass aufgeführt sind – also auf der kompletten Sella-Runde.
Das Grödner Joch startet in diesem Szenario als Versuchsballon. Freie Fahrt haben dort in der Testphase und auch später nur Einwohner und Gäste von Hotels oder Restaurants entlang des Passes. Selbst Touristen, die in umliegenden Gemeinden übernachten, dürfen das Joch nur zur An- und Abreise befahren. Alle übrigen müssen vorab im Internet einen der vorgesehenen "Rotationsparkplätze" auf dem Joch reservieren.
Exklusive Inhalte mit MRD+ Saisonstart-Special: Dein erster Monat MRD+ geht auf uns! 4 Wochen kostenlos testenParkgebühren sollen später bei 20 Euro liegen
Die Parkgebühren für Motorräder und Autos sollen in der Testphase bei zehn Euro für zwei Stunden liegen, später bei 20 Euro. Wie viele Fahrzeuge täglich aufs Joch dürfen, steht noch nicht fest, gerüchteweise ist von 150 Motorrädern, Autos und Reisebussen die Rede. E-Fahrzeuge werden in dem Vorschlag mit keinem Wort erwähnt.
Generell ist das Echo auf den Beschluss, am Grödner Joch eine ZTL einzurichten, geteilt. Während Umweltorganisationen und der Südtiroler Alpenverein das Vorhaben begrüßten, fiel die Reaktion in den sozialen Medien verheerend aus: "Erst seid ihr mit uns reich geworden", so der Tenor, "jetzt wollt ihr uns aussperren." Und weiter: Um den Touristenzustrom zu begrenzen, hätte es gereicht, in den Dolomiten nicht ein Luxus-Hotel nach dem anderen zu genehmigen. Oder nicht so massiv zu werben und damit Instagramer in Scharen anzuziehen. "Ihr wollt nur noch reiche Luxustouristen", schreibt ein enttäuschter User. "Aber vielleicht geht Ihr am Ende wieder melken, so wie früher, als Ihr arme Bauern wart."
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Fazit
Der Testlauf im September und Oktober 2026 macht das Grödner Joch zum Pilotprojekt für eine strengere Verkehrssteuerung in den Dolomiten. Sollte das Modell funktionieren, könnten Reservierungspflicht, Kontingente und Gebühren ab 2027 über Monate zum Standard werden – möglicherweise nicht nur am Grödner Joch, sondern auch auf der gesamten Sella-Runde. © Motorrad-Online
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