Smart Meter: Verbraucherschützer warnen vor Infobriefen
Smart Meter: Verbraucherschützer warnen vor Infobriefen
Aktualisiert am 07.05.2026, 16:19 Uhr Die Verbraucherzentrale NRW hat in Sachen Smart Meter vor irreführenden Infobriefen eines Messstellenbetreibers gewarnt. (Symbolbild) © dpa / Helge Toben/dpa Lesedauer:2 Min. Von Deutsche Presse-AgenturDieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Smart Meter für alle? Nicht so schnell! Warum Infobriefe zu viel versprechen und welche Haushalte wirklich betroffen sind. Tipps für den richtigen Umgang mit Angeboten.
Düsseldorf - Verbraucherschützer haben vor irreführenden Infobriefen gewarnt, in denen eindringlich die Installation eines intelligenten Stromzählers nahegelegt wird. "In den Schreiben wird der Eindruck erweckt, dass eine gesetzliche Verpflichtung für Verbraucher:innen zum Einbau eines Smart Meters besteht", erklärte Energieexpertin Christina Wallraf von der Verbraucherzentrale NRW. Absender der Infobriefe sei ein wettbewerblicher Messstellenbetreiber.
Private Haushalte seien jedoch nicht verpflichtet, Smart Meter einzubauen, betonte die Verbraucherzentrale. "Die Pflicht, bestimmte Haushalte mit intelligenten Messsystemen auszustatten, trifft die sogenannten grundzuständigen Messstellenbetreiber." Das seien in der Regel die lokalen Stromnetzbetreiber. "Diese müssen in bestimmten Haushalten intelligente Messsysteme verbauen und entsprechende gesetzliche Einbauquoten erfüllen", so Wallraf. Zudem gebe es für den Einbau von Smart Metern keine Förderung, wie auf den Schreiben per Infopost fälschlicherweise behauptet werde.
Die Pflicht-Einbauten beträfen etwa Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch von über 6.000 Kilowattstunden pro Jahr, Betreiber von größeren Sonnenstrom-Anlagen oder Verbraucher mit einer Wärmepumpe oder einer Wallbox zum Laden von E-Autos. "Darüber hinaus kann der grundzuständige Messstellenbetreiber auch bei Nicht-Pflichteinbaufällen ein intelligentes Messsystem einbauen."
Empfehlungen der Redaktion
- EU erlaubt Deutschland Milliardenhilfe für klimafreundliche Industrie
- Bas-Aussage zu Migration sorgt für Empörung – auch in der eigenen Partei
- Gewürze bei Norma in neun Bundesländern zurückgerufen
Intelligente Stromzähler messen ganz genau
Smart Meter bestehen aus einem digitalen Zähler und einer Kommunikationseinheit. Sie messen alle 15 Minuten den Stromverbrauch eines Haushalts und übermitteln die Daten an die Netzbetreiber und Energielieferanten. Mit solchen intelligenten Messsystemen können Haushalte genau sehen, zu welcher Tageszeit sie wie viel Strom verbraucht haben. Zugleich können Netzbetreiber mit den Daten ihr Netz besser steuern. Intelligente Stromzähler bilden die technische Grundlage für die zunehmend digitale Steuerung der Stromnetze. In Deutschland sind noch nicht viele Smart Meter verbaut worden.
Verbraucher sollten Angebote sorgfältig prüfen und vergleichen
Wettbewerbliche Messstellenbetreiber seien alternative Anbieter intelligenter Messsysteme am freien Markt, erklärte die Verbraucherzentrale. "Diese können zum Beispiel eine Alternative sein, wenn der eigene grundzuständige Messstellenbetreiber noch keine intelligenten Messsysteme verbaut", so Wallraf. Manchmal seien sie auch Teil eines Komplettangebots, bei dem es um das Optimieren und intelligente Steuern des eigenen Stromverbrauchs gehe. "Die Preise wettbewerblicher Betreiber sind nicht reguliert, das heißt die gesetzlichen Preisobergrenzen gelten nicht", betonte sie. Verbraucher sollten Angebote daher sorgfältig prüfen und vergleichen. "Besonders wichtig ist es, sich nicht unter Druck setzen zu lassen." © Deutsche Presse-Agentur
Nachrichten aus anderen Regionen Essen Ruhr Museum mit Weltrekord: größtes gehäkeltes Mammut vor 22 Minuten Pulheim Horst Lichter: "Du musst leiden, damit der Schmerz weggeht" vor 35 Minuten Feedback an die Redaktion