Schafhirte entdeckt Dino-Riesen auf seiner Farm
Schafhirte entdeckt Dino-Riesen in Patagonien
Galerie Sensationsfunde Ob antike Tempel, Goldschätze oder Dinosaurierknochen: Immer wieder bringen die Tiefen der Erde und des Meeres sensationelle Funde zum Vorschein. Hier finden Sie – ständig aktualisiert – die spektakulärsten Entdeckungen der vergangenen Monate. (Mit Material der dpa und AFP) 52 Bilder Aktualisiert am 18.04.2026, 05:17 Uhr Teaserbild: © SNSB/Pablo Puerta 1 52 Update vom 17. April: Schafhirte entdeckt Dino-Riesen in Patagonien Der Schafhirte Dionide Mesa hat auf seiner Farm in Patagonien die Überreste des rund 155 Millionen Jahre alten riesigen Tieres gefunden: An die 20 Meter lang ist der bis dahin unbekannte Langhalssaurier nach den Schätzungen eines deutsch-argentinischen Forschungsteams, das die Knochen des Bicharracosaurus dionidei barg und untersuchte. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "PeerJ" veröffentlicht, wie die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) in München mitteilten. © SNSB/María Agustinho 2 52 Geborgen wurden Teile der Wirbelsäule mit mehr als 30 Hals-, Rücken- und Schwanzwirbeln, mehrere Rippen sowie ein Bruchstück des Beckens. Die Knochenstruktur zeige, dass es sich um ein erwachsenes Tier handelt, das auf dem damaligen Südkontinent Gondwana lebte. © SNSB/Pablo Puerta 3 52 Mit ihren massigen Körpern, langen Hälsen und Schwänzen und winzigen Köpfen entsprechen Langhalssaurier (Sauropoden) für viele Menschen dem Bild des typischen Dinosauriers. Zu den Sauropoden gehören die größten bekannten Landtiere überhaupt, mit einer Körperlänge von bis zu 40 Metern, bekannteste Vertreter sind Diplodocus oder Brachiosaurus. Eine Rekonstruktion zeigt, wie der neu entdeckte Dinosaurier wohl ausgesehen hat. © PhyloPic/Scott Hartman 4 52 "Unsere stammesgeschichtlichen Analysen des Skeletts weisen darauf hin, dass Bicharracosaurus dionidei verwandt war mit den Brachiosauriden – das wären die ersten Brachiosauriden aus dem Jura Südamerikas", sagte die Erstautorin der Studie, die LMU-Doktorandin Alexandra Reutter (Bild). Das Fossil vereine Merkmale verschiedener Sauropoden-Gruppen: Einige Skelettteile ähnelten dem afrikanischen Giraffatitan, andere – vor allem an den Rückenwirbeln – Diplodocus und dessen nordamerikanischen Verwandten. © SNSB/Amalia Villafañe Anzeige 5 52 Studienleiter Oliver Rauhut betonte die Bedeutung des Fundes für die Forschung: "Unser Wissen über die Evolution der Sauropoden der oberen Jurazeit beruht bisher ganz überwiegend auf vielen Fossilfunden aus Nordamerika und anderen Fundstellen auf der nördlichen Halbkugel. Auf den südlichen Kontinenten gab es lange Zeit nur eine einzige bedeutende Fundstelle in Tansania." In der Aufnahme ist zu sehen, wie Teile des Bicharracosaurus dionidei geborgen werden. © SNSB/Pablo Puerta 6 52 Die Fossilfundstelle des Bicharracosaurus dionidei in der argentinischen Provinz Chubut liefere nun wichtiges Vergleichsmaterial, um das Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere insbesondere auf der Südhalbkugel zu ergänzen und neu zu bewerten, sagte Rauhut. Der Dino wurde zu Ehren des Schafhirten Dionide Mesa nach ihm benannt. Der Gattungsname leitet sich vom spanischen Wort "bicharraco" für großes Tier ab. Das Fossil wird im Museo Paleontológico Egidio Feruglio im argentinischen Trelew aufbewahrt und präpariert. (dpa/bearbeitet von mak) © SNSB/Amalia Villafañe 7 52 Update vom 13. April: 250 Millionen Jahre alter Säugetier-Vorfahre in Ei gefunden Ein knollenförmiges Fossil hat sich als säugetierähnliches Reptil im Ei entpuppt. Der sogenannte Lystrosaurus war ein Vorfahre der Säugetiere und eines der wenigen Landwirbeltiere, die das Massenaussterben an der Perm-Trias-Grenze vor etwa 252 Millionen Jahren überlebten, wie ein Forschungsteam im Fachzeitschrift "Plos One" berichtet. Das mittels Computertomographie untersuchte Ei gebe Hinweise auf die Lebensweise, die den Tieren das Überleben in einer warmen und trockenen Umgebung ermöglichten. © dpa/Julien Benoit 8 52 Während in Südafrika Dinosaurier-Eierfossilien in großer Zahl gefunden wurden, fehlten bisher Eier von Lystrosaurus. Das war so auffällig, dass der südafrikanische Paläontologe James Kitching sogar die Frage aufwarf, ob Synapsiden in den Erdzeitaltern Perm und Trias überhaupt Eier legten. Diese Frage konnten die Studienautoren nun mit "Ja" beantworten. Das knollenförmige Fossil war bereits 2008 gefunden worden, mit einem kleinen, zusammengerollten Lystrosaurus. "Ich vermutete bereits damals, dass das Jungtier im Ei gestorben war, aber uns fehlte schlichtweg die Technologie, um dies zu bestätigen", erklärte Jennifer Botha von der University of the Witwatersrand in Johannesburg. © dpa/Julien Benoit; Illustration Sophie Vrard Anzeige 9 52 Aus dem Ei-Fossil schließen Forscher, dass es vermutlich weich und ledrig war, da keine verkalkte Schale erhalten ist. Zudem ist es im Vergleich zu Reptilieneiern ungewöhnlich groß – ein Hinweis auf geringe Konkurrenz und wenige Fressfeinde nach dem Massenaussterben vor etwa 252 Millionen Jahren. Die Größe spricht dafür, dass Lystrosaurus bereits im Ei ausreichend versorgt war und nach dem Schlüpfen nicht mit Milch gefüttert werden musste. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Nestflüchter, der früh selbstständig war. Laut den Forschenden trugen diese Fortpflanzungsstrategien entscheidend dazu bei, dass die Art unter den extremen Bedingungen nach dem Perm-Massenaussterben überleben konnte. © IMAGO/Depositphotos 10 52 Update vom 26. März: Hügelgräber bei Ausgrabungen in Sachsen entdeckt Bei archäologischen Grabungen sind in der Laußnitzer Heide Gräber aus der Jungsteinzeit entdeckt worden. "Es handelt sich um den zweitgrößten Bestattungsplatz aus dieser Zeit in Sachsen, östlich der Elbe", teilte das Landesamt für Archäologie mit. Die zehn ausgegrabenen Hügelgräber seien im Zeitraum zwischen 2750 und 2200 vor Christus angelegt worden und würden zur "Kultur der Schnurkeramik" gehören. © dpa / Sebastian Kahnert 11 52 Der Name stammt von der typischen Verzierung von Keramik. Mit einer zumeist gedrehten Schnur wurden umlaufende Muster in den noch feuchten Ton gedrückt, wodurch die charakteristischen Rillenmuster entstanden. Die Kultur war vom Gebiet der heutigen Ukraine bis zur Schweiz und dem Niederrhein verbreitet, hieß es. © dpa / Sebastian Kahnert 12 52 "Obwohl die Menschen zur Zeit des Endneolithikums bereits sesshaft waren und Ackerbau und Viehzucht betrieben, findet man nur selten ihre Siedlungen. Wir kennen aus dieser Zeit vor allem die Gräber dieser Kultur. Typisch sind Bestattungen in Hockerlage unter Grabhügeln, das heißt, die Verstorbenen lagen mit angezogenen Beinen auf der Seite", teilte das Amt mit. Während Männer rechtsseitig mit dem Kopf nach Westen beigesetzt wurden, lagen Frauen linksseitig mit dem Kopf nach Osten. Da der Boden dort sehr sauer sei, seien von den Gebeinen mit einer Ausnahme keine Überreste erhalten. © dpa / Sebastian Kahnert Anzeige 13 52 Die Grabungen erfolgten vor der Erschließung neuer Abbauflächen durch das Kieswerk Ottendorf-Okrilla. Aus Protest gegen den Kiesabbau kam es vor drei Jahren zu einer "Waldbesetzung" mit anschließender Räumung. Umweltschützer hatten geltend gemacht, dass mit dem Kiesabbau wichtige Feuchtgebiete zerstört werden. © dpa / Sebastian Kahnert 14 52 "Die Entdeckung des schnurkeramischen Grabhügelfeldes von Würschnitz zeigt deutlich, wie wichtig systematische archäologische Untersuchungen im Vorfeld von Abbauvorhaben sind, wie hier im Kieswerk Ottendorf-Okrilla", erklärte Landesarchäologin Regina Smolnik. Die letzte Gelegenheit, Hügelgräber dieser Zeitepoche in Sachsen zu untersuchen, liege mehr als 40 Jahre zurück. "Allein dieser Umstand zeigt schon, wie bedeutend dieser Fund für Sachsen ist." Auf dem Bild ist die Ausgrabungsvorarbeiterin Petra Herold zu sehen, wie sie im Kiestagebau Würschnitz an einem Hügelgrab arbeitet. © dpa / Sebastian Kahnert 15 52 Bis auf einen Grabhügel waren alle übrigen Hügelgräber ungestört und mit reichen Grabbeigaben ausgestattet, gab das Landesamt bekannt. Die Beigaben betrafen zahlreiche Tongefäße wie Amphoren und Becher, Geräte und Waffen aus Feuerstein und anderen Gesteinsarten. In einem Grab wurden knapp 20 Kupferperlen gefunden, die vermutlich als Halsschmuck getragen wurden. Durch das korrodierte Kupfer blieb der Knochen eines Unterkiefers erhalten. (dpa/bearbeitet von mak) © dpa / Sebastian Kahnert 16 52 Update vom 12. März: Forscher findet verschollene Seite von 1.100 Jahre altem Archimedes-Manuskript Ein französischer Forscher hat eine sensationelle Entdeckung gemacht: Victor Gysembergh vom französischen Centre national de la recherche scientifique (CNRS) identifizierte eine seit langem verschollene Seite des Archimedes-Palimpsests im Musée des Beaux-Arts in Blois. Bei dem Fund handelt es sich um Blatt 123 des rund 1.100 Jahre alten Manuskripts, das Lehrtexte des berühmten antiken Mathematikers und Physikers Archimedes enthält. Die wiederentdeckte Seite zeigt einen Abschnitt aus Archimedes' Werk "Über Kugel und Zylinder" samt geometrischen Diagrammen. Der Vergleich mit historischen Fotografien von 1906 bestätigte zweifelsfrei die Identität des Fundes. © IMAGO/imagebroker/Heinz-Dieter Falkens Anzeige 17 52 Das Archimedes-Palimpsest durchlief eine bewegte Geschichte: Vor 1.500 Jahren fertigte der Mathematiker Isidor von Milet in Konstantinopel Abschriften aller damals verfügbaren Archimedes-Texte an. Nach der Zerstörung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Jahr 1204 gelangte das wertvolle Manuskript nach Jerusalem, wo Mönche die ursprünglichen Texte abschabten und das teure Pergament für christliche Schriften wiederverwendeten. Diese Praxis der Wiederverwertung war im Mittelalter weit verbreitet, da Tierhaut-Schreibmaterialien extrem kostbar waren. Das CNRS erläutert, dass das Palimpsest später nach Konstantinopel zurückkehrte, bevor es schließlich in eine französische Privatsammlung und dann in die USA gelangte. © Blois, Musée des Beaux-Arts, Inv. 73.7.52. Photographie IRHT-CNRS 18 52 Eine Seite des wiederentdeckten Blatts zeigt noch gut lesbare mathematische Propositionen, während die Rückseite von einer im 20. Jahrhundert hinzugefügten Illustration des Propheten Daniel verdeckt wird. Gysembergh plant nun, mittels multispektraler Bildgebung und Röntgen-Synchrotron-Analysen die unter dieser Darstellung verborgenen antiken Texte sichtbar zu machen. Die Entdeckung weckt neue Hoffnungen für die Archimedes-Forschung. Das CNRS betont, dass modernere Techniken als die in den frühen 2000er-Jahren verwendeten inzwischen eine vollständige Neuuntersuchung des gesamten Palimpsests ermöglichen könnten. (bearbeitet von mak) © Blois, Musée des Beaux-Arts, Inv. 73.7.52. Photographie IRHT-CNRS 19 52 Update vom 5. März: Archäologen entdecken 600 Jahre alte Klosterkirche Archäologen haben im historischen Stadtkern von Borken eine außergewöhnliche Entdeckung gemacht: Beim geplanten Bau eines Gesundheitszentrums und eines Caritas-Gebäudes im Quartier "Brinkerhof" fanden Experten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) massive Fundamentreste einer Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert. Die Überreste der ehemaligen Kirche des Klosters Marienbrink überraschten die Forschenden durch ihren Erhaltungszustand. Bereits 2024 waren die Archäologen bei ersten Sondierungen auf Teile der West- und Südwand des mittelalterlichen Gotteshauses gestoßen. © U. Holtfester/Archäologie am Hellweg eG 20 52 Ende 2025 brachten weitere Grabungen das wahre Ausmaß der Kirchenreste zum Vorschein. "Die Fundamente der Kirche sind in Teilen außergewöhnlich gut erhalten. Wir konnten eine bis zu 1,25 Meter breite Außenmauer mit einer Fundamenthöhe von rund 1,60 Metern nachweisen", berichtet Grabungsleiter Ulrich Holtfester. Die Konstruktion aus rotem Backstein und Kalkmörtel lag unter gewaltigen Schuttschichten verborgen. Das Untersuchungsgebiet besitzt eine außergewöhnliche historische Bedeutung. Es liegt im Umfeld der Pfarrkirche St. Remigius, deren Entstehung auf einen königlichen Missionsstützpunkt oder bischöflichen Haupthof um das Jahr 800 zurückgeht. © U. Holtfester/Archäologie am Hellweg eG Anzeige 21 52 Das Kloster Marienbrink, dessen Ursprünge bis ins Spätmittelalter reichen, wurde im frühen 19. Jahrhundert aufgehoben. Die dazugehörige Kirche wurde abgerissen. Seit 1818 befand sich an diesem Ort eine Synagoge mit angeschlossener Schule und Mikwe (ein jüdisches Tauchbad). Teile der ehemaligen Klosteranlage wurden für diese neue Nutzung umgebaut. Während der Novemberpogrome 1938 kam es zu schweren Zerstörungen, 1939 wurde die Synagoge vollständig abgerissen. © U. Holtfester/Archäologie am Hellweg eG 22 52 Trotz intensiver Suche konnten die Archäologen keine eindeutigen Befunde aufdecken, die sich klar der Synagoge oder der Mikwe zuordnen lassen. Die Experten rechnen in und um die ehemalige Klosterkirche auch mit Grablegen im Untergrund. Die komplexe Siedlungsgeschichte macht das Areal zu einem der archäologisch wertvollsten Bereiche der westfälischen Stadt. (bearbeitet von mak) © A. Wunschel/LWL-Archäologie für Westfalen
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Update vom 3. März: Feuerwehrhaus-Bau legt 2.500 Jahre alte Siedlung frei
Beim Bau eines Feuerwehrhauses in Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke ist eine über 2.500 Jahre alte Siedlung entdeckt worden. Der Fund stammt aus der vorrömischen Eisenzeit, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mitteilte. Die Entdeckung gilt als außergewöhnlich selten. Vergleichbare Hausgrundrisse aus dieser Zeitperiode wurden in Ostwestfalen bislang lediglich in Werther und Minden ausgegraben – und auch diese erst in den vergangenen Jahren.
© LWL-AfW / A. Koch
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"Für uns ist das ein wirklicher Glücksfall", sagte Sebastian Düvel von der LWL-Archäologie. Die zeitliche Einordnung der Funde gelang durch charakteristische Keramikbruchstücke. Fragmente von Henkeltassen und Töpfen weisen in die frühe vorrömische Eisenzeit – konkret in die Zeit zwischen 800 und 600 vor Christus.
© LWL-AfW / S. Düvel
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Der Untergrund war aufgrund einer noch heute aktiven Quelle in der Nähe untersucht worden. Nach Angaben der Archäologen befinden sich im Umfeld solcher Quellen häufig Siedlungsplätze der Urgeschichte. Nach der Ausgrabung kann der Bau des Feuerwehrhauses den Angaben zufolge wie geplant fortgesetzt werden.
© LWL-AfW / S. Düvel
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Update vom 18. Februar: Mysteriöser Urzeithai stellt Forscher vor Rätsel
Wissenschaftler stehen vor einem paläontologischen Rätsel: Die seltenen Fossilien eines ausgestorbenen Hais namens Bavariscyllium wurden von einer internationalen Forschungsgruppe unter Leitung der Universität Wien neu untersucht. Das Besondere: Der ausgestorbene Hai lässt sich keiner der heute bekannten Haiordnungen eindeutig zuordnen.
© René Lauer, Lauer Foundation for Paleontology, Science and Education
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Was den Urzeithai so außergewöhnlich macht, ist ein auffälliges, bartelartiges Sinnesorgan im Kehlbereich. Dieses könnte auf physikalische Reize reagiert haben – eine Eigenschaft, die heute nur wenige Kragenteppichhaie besitzen. Diese gehören zur Ordnung der Ammenhaiartigen, zu der auch der bis zu 18 Meter lange Walhai zählt. Gleichzeitig weist das Fossil aber auch Charakteristika auf, die an heutige Katzenhaie erinnern. Diese wiederum gehören zu den Grundhaien – der heute artenreichsten Haigruppe mit Vertretern wie Hammerhai und Tigerhai.
© Andreas Hecker, Jura-Museum Eichstätt; Frederick Spindler, Palaeonavix
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Ihre Erkenntnisse veröffentlichten die Forschenden in der Fachzeitschrift "Communications Biology". Das nur etwa 25 Zentimeter lange Fossil stammt aus den Solnhofener Plattenkalken in Bayern und ist rund 150 Millionen Jahre alt.
© Jürgen Kriwet, Universität Wien
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Die Erkenntnisse haben Konsequenzen für die Paläontologie: Zahnfunde, die bisher als älteste Vertreter bestimmter Haiordnungen galten, könnten in Wahrheit zu solchen ursprünglichen Mischformen gehören. Das würde die Datierung von Stammbäumen beeinflussen, mit denen Wissenschaftler die evolutionäre Entwicklung rekonstruieren. "Wenn wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob bestimmte fossile Zähne tatsächlich zu einer bestimmten Haiordnung gehören, dann müssen wir auch die damit verbundenen Altersabschätzungen mit größerer Vorsicht behandeln", so Sebastian Stumpf vom Naturhistorischen Museum Wien in einer Pressemitteilung.
© NHM Wien, Sebastian Stumpf
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Bisher konnten nur fünf vollständige Skelette wissenschaftlich untersucht werden, zwei weitere Exemplare befinden sich in Privatsammlungen. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien ermöglichen den Forschenden detaillierte Einblicke in die Anatomie des kleinen Hais. (bearbeitet von ali)
© NHM Wien, Sebastian Stumpf
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Update vom 13. Februar: Forscher entdecken älteste Abdrücke von Reptilienhaut der Welt in Thüringen
Im Thüringer Wald haben Wissenschaftler die weltweit ältesten Hautabdrücke von Reptilien entdeckt. Die außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien sind zwischen 298 und 299 Millionen Jahre alt und stammen aus dem frühen Perm, wie das Museum für Naturkunde Berlin mitteilt. Das internationale Forschungsteam machte die Entdeckung unter anderem in Steinbrüchen bei Cabarz im Landkreis Gotha sowie in Floh-Seligenthal im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
© Lorenzo Marchetti
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Die Wissenschaftler klassifizierten die neu beschriebenen Liegespuren als eigene Spurengattung und -art: Cabarzichnus pulchrus. Die dazugehörigen Fußabdrücke ähneln in ihren Proportionen denen der Bolosaurier – einer frühen Reptiliengruppe aus der Stammlinie heutiger Echsen. Das Bild zeigt die Schuppen am Hinterbein des Cabarzichnus pulchrus. Diese zeigen eine bemerkenswerte Vielfalt: Sie sind rautenförmig, sechseckig oder seitlich zugespitzt. Diese Muster weisen Parallelen zu späteren Hautstrukturen verschiedener Landwirbeltiergruppen auf.
© Lorenzo Marchetti
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Außergewöhnlich ist außerdem der mögliche Nachweis einer Kloakenöffnung nahe des Schwanzansatzes. Die Öffnung dient der Ausscheidung von Kot sowie Urin und ist gleichzeitig der Ausgang der Geschlechtsorgane. Die meisten Landwirbeltiere besitzen eine solche Kloake – nur lebendgebärende Säugetiere haben getrennte Öffnungen. Die Forscher vermuten aufgrund des Abdrucks in Form eines schmalen Schlitzes, dass die Kloaken der Cabarzichnus pulchrus jenen der Schildkröten, Eidechsen und Schlangen geähnelt haben müssen. In Form und Ausrichtung unterscheiden sie sich von jenen der Dinosaurier und Krokodile.
© Lorenzo Marchetti
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"Spurenfossilien sind weit mehr als bloße Fußabdrücke", erklärt der Leiter des internationalen Forschungsteam Lorenzo Marchetti. "Sie bewahren Details der Anatomie, die sonst vollständig verloren wären, und tragen entscheidend dazu bei, die Evolution der frühen Landwirbeltiere besser zu verstehen." (bearbeitet von ali)
© Lorenzo Marchetti
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Update vom 12. Februar
Bei Bauarbeiten für das jüdische Museum MiQua in Köln entdeckten Archäologen einen römischen Hausaltar aus dem 2. Jahrhundert. Das sogenannte Lararium gilt als außergewöhnlich gut erhalten und ist nördlich der Alpen nahezu einzigartig.
© Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Michael Wiehen
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Neben dem Hausaltar legten die Ausgräber auch eine antike Treppe aus dem 1. Jahrhundert frei, die verschiedene Ebenen des Statthalterpalastes verband. Die sensationellen Entdeckungen sollen künftig über einen Rundgang im MiQua für Besucherinnen und Besucher erlebbar sein.
© Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Franziska Bartz
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Der Altar wurde im Bereich des römischen Praetoriums gefunden. In der Wandnische brachten die Bewohner Opfergaben für ihre Schutzgötter, die Laren, dar. Reste von Bemalung sowie Spuren einer möglichen Girlande zeugen noch heute von der einstigen Gestaltung.
© Stadt Köln/Römisch-Germanisches Museum, Michael Wiehen
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Update vom 10. Februar
Bei Ausgrabungen in Werl-Westönnen im Kreis Soest (NRW) haben Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe außergewöhnliche Entdeckungen gemacht. Die Forschenden legten Überreste einer eisenzeitlichen Salzsiederei frei, die etwa 2.500 Jahre alt ist. Zusätzlich stießen sie auf eine germanische Hofstelle aus der Zeit um Christi Geburt, die ein architektonisches Rätsel aufgibt. "Für mich ist diese Grabung etwas Besonderes", erklärt Grabungsleiter David Petö. Der Experte spricht vom bedeutendsten Fund seiner Laufbahn.
© David Petö/Archäologie am Hellweg e. G.
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Die Archäologen bargen zerbrochene Keramiksäulen, sogenannte Briquetagen, die einst in Lehmöfen standen. Auf diesen Stützen erhitzten die Menschen vor 2.500 Jahren salzhaltige Sole in Tiegeln, um das wertvolle Salz zu gewinnen. Wie der WDR berichtet, handelt es sich um den erst zweiten Nachweis einer eisenzeitlichen Salzproduktion in ganz Westfalen. "Hier sehen wir aber den Zusammenhang einer ganzen Siedlung", erläutert Michael Baales, Leiter der Außenstelle der LWL-Archäologie in Olpe, die Besonderheit der Funde. Salz diente damals hauptsächlich zur Konservierung von Fleisch und anderen Lebensmitteln und galt als wichtiges Handelsgut, das der Region Reichtum brachte.
© David Petö/Archäologie am Hellweg e. G.
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Noch mysteriöser sind die Grundrisse zweier Wandgräbchenhäuser aus der römischen Kaiserzeit. Bei dieser Bauweise wurden die Wände aus Bohlen errichtet, die in Gräben gestellt wurden – eine Technik, die für Westfalen völlig untypisch ist. Es finden sich jedoch Parallelen in den Niederlanden, wo dieser Haustyp ausschließlich im Siedlungsgebiet des germanischen Stammes der Bataver vorkommt. Die Bataver lebten am Niederrhein und am Rheindelta – weit entfernt von Westfalen. Warum germanische Siedler in Westönnen ihre Häuser nach diesem fremden Vorbild konstruierten, bleibt vorerst ungeklärt. Die Antwort soll die wissenschaftliche Auswertung liefern.
© David Petö/Archäologie am Hellweg e. G.
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Zur Datierung der germanischen Siedlung trägt ein besonderer Fund bei: das Fragment eines römischen Pferdegeschirrbeschlags aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Dieser Gegenstand passt zeitlich perfekt zur Entstehung der Wandgräbchenhäuser um die Zeitenwende. Die Hofstelle präsentiert sich den Forschenden als komplette Anlage mit Wohnhäusern, einer Grubenhütte als Werkplatz, kleinen Speichergebäuden und großen Vorratsgruben. "Man könnte sagen, eine kaiserzeitliche Hofstelle wie aus dem Lehrbuch", freut sich die an der Ausgrabung beteiligte Eva Cichy.
© David Petö/Archäologie am Hellweg e. G.
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Am Rand der Ausgrabungsfläche entdeckten die Experten zusätzlich einen kreisrunden Graben. Dabei handelt es sich um die Überreste einer Bestattung unter einem Grabhügel aus der Bronze- oder Eisenzeit. Diese Bestattungsform war für die damalige Epoche charakteristisch. Die fast zweijährigen Ausgrabungen stehen kurz vor dem Abschluss. Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal sollen künftig rund 75 Wohneinheiten entstehen. (bearbeitet von mak)
© M. Baales/LWL
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Update vom 30. Januar
Archäologen haben bei Reinstedt im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) einen unterirdischen spätmittelalterlichen Gang entdeckt, einen sogenannten Erdstall. Der Fundort liegt auf dem sogenannten Dornberg. Dort waren zuvor ein rund 6.000 Jahre alter Trapezgraben der Baalberger Kultur und mehrere 5.000 Jahre alte Hockerbestattungen sowie ein möglicherweise 4.000 Jahre alter bronzezeitlicher Grabhügel dokumentiert worden.
© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Ulf Petzschmann
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Zunächst vermuteten die Archäologen, ein Grab entdeckt zu haben. Doch die Grubenverfüllung führte immer tiefer in den festen Lössuntergrund hinein. Bei der weiteren Freilegung öffnete sich ein schmaler, nach Nordwesten gekrümmter Gang von knapp einem bis rund 1,25 Metern Höhe und 50 bis 70 Zentimetern Breite.
© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Ulf Petzschmann
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Die Archäologen bargen ein Hufeisen, ein vollständiges Fuchsskelett sowie Knochen weiterer Kleinsäuger. Darunter lag eine Holzkohleschicht. Übereinander gestapelte größere Steine an der schmalsten Stelle deuten darauf hin, dass der Eingang absichtlich verschlossen wurde.
© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Ulf Petzschmann
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"Die Entdeckung zeigt, dass mittelalterliche Menschen gezielt ältere, gut erkennbare Orte nutzten", sagte der Sprecher am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Oliver Dietrich. "Gründe waren möglicherweise die besondere Bedeutung oder die Abgeschiedenheit des Platzes." Erdställe wie dieser könnten sowohl als Verstecke als auch für kultische Handlungen gedient haben. (Hier zu sehen: Luftbild des Trapezgrabens, im Südosten ist der Erdstall zu erkennen.)
© Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Simon Meier
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Update vom 21. Januar
Wissenschaftler haben das umfassendste Skelett eines Homo habilis analysiert, das jemals gefunden wurde. Die Fossilien stammen aus Nordkenia und sind mehr als zwei Millionen Jahre alt. Das Skelett wurde bereits 2012 von der Paläoanthropologin Meave Leakey am Turkanasee entdeckt. Die vollständige wissenschaftliche Auswertung der Überreste veröffentlichte ein Forschungsteam um Frederick Grine von der Stony Brook University nun im Fachjournal "The Anatomical Record".
© Grine et al. 2026, The Anatomical Record
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Die Bedeutung des Fundes liegt in seiner Vollständigkeit: Das Fossil umfasst beide Schlüsselbeine, Teile der Schulterblätter, sämtliche Ober- und Unterarmknochen sowie Fragmente von Wirbel, Rippe, Oberschenkelknochen und Becken. "Es existieren lediglich drei weitere, sehr bruchstückhafte und unvollständige Teilskelette dieser bedeutsamen Spezies", erklärt Studienleiter Fred Grine. Anhand der Länge des Oberarmknochens ermittelten die Forschenden, dass es sich um einen jungen Erwachsenen handelte, der etwa 1,60 Meter groß war. Aus den Beinfragmenten schlossen sie auf ein Gewicht von lediglich 31 Kilogramm.
© Grine et al. 2026, The Anatomical Record
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Update vom 19. Januar
Unterwasserarchäologen legten im Öresund vor Kopenhagen die Überreste der 600 Jahre alten "Svælget 2" frei, der größten bekannten mittelalterlichen Kogge der Welt. Das um das Jahr 1410 erbaute Schiff war 28 Meter lang, 9 Meter breit und 6 Meter hoch. Holzanalysen ergaben, dass die "Svælget 2" in den Niederlanden gebaut wurde.
© picture alliance / Cover Images/Viking Ship Museum
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Eine Kogge ist ein mittelalterlicher Schiffstyp, der vor allem vom 12. bis 15. Jahrhundert in Nord- und Ostsee genutzt wurde. Sie war ein robustes, bauchiges Segelschiff mit einem Mast, einem großen Rahsegel und meist hohen Aufbauten an Bug und Heck. Koggen dienten vor allem als Handels- und Frachtschiffe der Hanse und waren wegen ihrer großen Ladekapazität und Seetüchtigkeit besonders wichtig für den mittelalterlichen Seehandel.
© picture alliance / Cover Images/Viking Ship Museum (3-D-Rekonstruktion)
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Eine Besonderheit des Schiffswracks: die erhaltene Kombüse. Geschützt durch eine Ausmauerung aus rund 200 Ziegelsteinen und 15 Fliesen, war hier sogar offenes Feuer möglich. Im Inneren fanden die Forschenden neben Keramikgeschirr und Bronzetöpfen auch Reste der Verpflegung und persönliche Gegenstände wie diesen Kamm.
© picture alliance / Cover Images/Viking Ship Museum
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Dass die "Svælget 2" über so viele Jahrhunderte so gut erhalten blieb, hat folgenden Grund: Die gesamte Steuerbordseite des Schiffs wurde durch eine Sandschicht konserviert, sodass nicht nur der Rumpf, sondern auch Teile des Decks, der Aufbauten und sogar der Takelage erhalten blieben.
© picture alliance / Cover Images/Viking Ship Museum
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