Organisiertes Verbrechen in Brandenburg: 150 Rinder gestohlen
Organisiertes Verbrechen in Brandenburg: 150 Rinder gestohlen
Aktualisiert am 13.05.2026, 17:56 Uhr Viehdiebe schocken Landwirte in Südbrandenburg. (Symbolbild) © dpa / Frank Hammerschmidt/dpa Lesedauer:3 Min.Gut organisierte Viehdiebe stehlen immer wieder Rinder von Weiden – gerade erneut passiert in Südbrandenburg. Der Schreck bei Landwirten ist groß, nun schaltet sich die Regierung ein. Möglicherweise führt die Spur ins Ausland.
Die Diebe kommen offenbar gezielt, organisiert und über Nacht: Innerhalb weniger Wochen wurden dutzende Rinder von Weiden in Südbrandenburg gestohlen. Die betroffenen Landwirte gehen von einer Serie aus, die auf das Konto professionell arbeitender Täter geht.
Die Viehdiebe dürften mit großen Viehtransportern angerückt sein und Know-how im Umgang mit Tieren haben. In drei Fällen verschwanden insgesamt um die 150 Rinder von Weiden, darunter wertvolle Zuchtrinder.
Landesbauernpräsident geht von Transport ins Ausland aus
Auch die Landesregierung schaltet sich ein und will mit Rinderbauern über einen Schutz vor Viehdieben beraten. "Für die Tierhaltung in Brandenburg ist das ein schwerer Schlag, der viele verunsichert", sagte Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur (dpa). "Solche kriminellen Machenschaften müssen schnell aufgedeckt werden." Mittelstädt und Innenminister Jan Redmann (CDU) fahren am Freitag zu einer betroffenen Agrargenossenschaft in Herzberg im Elbe-Elster-Kreis.
Die Polizei in Südbrandenburg prüft einem Sprecher zufolge, ob die Fälle zusammenhängen. Die Ermittler seien dabei, Spuren etwa von Reifenabdrücken auszuwerten. Auch mit der Polizei im benachbarten Polen gebe es einen Austausch.
Eine Tote, Dutzende Erkrankte Kreuzfahrtschiff nach Krankheitsausbruch vor Bordeaux unter Quarantäne vor 2 StundenLandesbauernpräsident Henrik Wendorff hält es für wahrscheinlich, dass die Tiere illegal im Ausland geschlachtet werden, wie er der dpa sagte. "Da muss man davon ausgehen, dass eine Truppe unterwegs ist, die das professionell macht."
Landwirt: "Das ist ein absoluter Schock"
Am Dienstag war die Polizei informiert worden, dass in dem kleinen Dorf Grano im Spree-Neiße-Kreis – nicht weit von der polnischen Grenze entfernt – Rinder von der Weide verschwunden seien.
Der betroffene Landwirt sagte der dpa, ihm seien 31 Rinder gestohlen worden. "Das ist ein absoluter Schock. Es waren richtig hochwertige Zuchttiere." Die Tiere seien über Nacht abtransportiert worden.
Der wirtschaftliche Schaden liegt nach Angaben der Polizei im sechsstelligen Eurobereich. Nach einer ersten Spurensicherung übernahm die Kriminalpolizei weiterführende Ermittlungen.
Razzia gegen Kriminalität und Schusswaffen in Berlin
Aktualisiert am 13.05.2026, 13:53 Uhr Spezialeinheiten aus anderen Bundesländern rückten zur Unterstützung einer Großrazzia nach Berlin an. Um 6.00 Uhr stürmten die SEK zahlreiche Wohnungen. Viele mutmaßliche Täter wurden gefasst.Erst vor einigen Tagen hatte die Polizei mitgeteilt, dass im Örtchen Raddusch im Kreis Oberspreewald-Lausitz 48 Rinder gestohlen worden seien. Der Wert: 75.000 Euro. Im Elbe-Elster-Kreis waren im April sogar 70 Weide-Rinder verschwunden, dort wurde der Schaden mit rund 50.000 Euro angegeben.
Bauernpräsident: Alle Rinder sind registriert
Laut Landesbauernpräsident Wendorff ist eine legale Verwertung gestohlener Tiere innerhalb Deutschlands nahezu unmöglich. Jedes Rind trage eine Ohrmarke und sei in einer Datenbank erfasst.
"Ohne Registrierung ist eine legale Schlachtung nicht möglich." Deshalb liege der Verdacht nahe, dass die Tiere ins Ausland gebracht werden, möglicherweise sogar außerhalb der Europäischen Union, meinte Wendorff.
Für einen solchen Diebstahl sei ein spezialisierter Lkw für den Tiertransport notwendig. "Wenn man es professionell macht, kriegt man die Tiere in einer Nacht auch verladen", sagte der Verbandspräsident. Nicht nur der Wertverlust trifft dabei die Landwirte, sie fürchten um Zuchterfolge für besondere Rinderrassen.
Polizei und Landwirte hoffen auf Sichtungen von Anwohnern
Der Bauernverband hält Betriebe jetzt dringend an, ihre Kontrollgänge auf den Weiden zu verstärken und "technische Möglichkeiten der zusätzlichen Überwachung" zu erwägen. Zudem hoffen Polizei und Landwirte auf die Mithilfe von Anwohnern.
Sie sollten jede verdächtige Beobachtung, etwa von unbekannten Transportfahrzeugen, melden. "Viehherden, die durch unruhiges Verhalten wie plötzliches Aufstehen, Sammeln an einer Stelle oder Fluchtversuche auffallen, können ebenfalls ein Signal sein", hieß es.
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"Unsere Betriebe und unsere Nutzflächen sind den meisten Bewohnerinnen und Bewohnern in den benachbarten Dörfern bekannt. Wir bitten daher ausdrücklich darum, sich bei den Betrieben zu melden, wenn sie fremde Fahrzeuge oder Personen an Weiden, Ställen oder Zufahrten bemerken." Hilfreich sind laut Bauernverband Auskünfte zum gesichteten Fahrzeugtyp, zum Kennzeichen, zum Zeitpunkt der Beobachtung und eventuelle Personenbeschreibungen. (Monika Wendel, dpa/bearbeitet von ank)
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