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Nosferatu-Spinne krabbelt inzwischen auch in Hamburg

Sichtungen in vier Vierteln

Nosferatu-Spinne krabbelt inzwischen auch in Hamburg

Aktualisiert am 14.05.2026, 05:56 Uhr Haarig und ganz schön groß: die Nosferatu-Spinne. (Archivbild) © dpa / Benjamin Westhoff/ Lesedauer:3 Min.

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne ist inzwischen auch in Hamburg verbreitet. In welchen Vierteln sie bereits gesichtet wurde und was die Spinne so außergewöhnlich macht.

Früher lebte sie nur im Mittelmeerraum, dann breitete sie sich nach Norden aus: Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist nach Angaben der Umweltbehörde inzwischen auch in Hamburg heimisch. "In Hamburg gibt es mittlerweile erste bestätigte Funde", teilte die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

Laut Umweltbehörde liegen über das Artenkataster im Geoportal aktuell vier Nachweise aus den Jahren 2024 (Eimsbüttel, Eppendorf) und 2025 (Volksdorf und Sasel) vor. Diese stammen aus Beobachtungen, die von Bürgerinnen und Bürgern über die Plattform "observation.org" beziehungsweise die App "ObsIdentify" gemeldet wurden.

Die bislang geringe Zahl an Nachweisen bedeute jedoch nicht zwingend, dass die Art selten sei, teilte die Behörde mit. "Vielmehr ist davon auszugehen, dass sie bislang noch vergleichsweise selten erkannt oder gemeldet wird." Mit zunehmender Bekanntheit steigen erfahrungsgemäß auch die Fundmeldungen.

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Klimawandel treibt Ausbreitung voran

Aus Sicht der Umweltbehörde ist die Entwicklung derzeit unauffällig und entspricht einem natürlichen Ausbreitungsprozess im Zuge sich verändernder Umweltbedingungen. "Negative ökologische Auswirkungen sind nicht bekannt", urteilte die Behörde. In den vergangenen Jahren sei die ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum aufzufindende Nosferatu-Spinne in vielen Teilen Deutschlands nachgewiesen worden.

"Grund für die Ausbreitung ist vor allem der Klimawandel: Mildere Temperaturen begünstigen das Überleben dieser wärmeliebenden Art auch in nördlicheren Regionen." 2005 wurde das Tier erstmals in Deutschland registriert, in Baden-Württemberg. Inzwischen ist die Nosferatu-Spinne bundesweit verbreitet.

Spinnen können durch die Haut beißen

Sie gehört nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) zu den wenigen Spinnen in Deutschland, die durch die menschliche Haut beißen können. Das schaffe sie aber nur an Stellen mit dünner, zarter Haut, erklärte der NABU. Grund zur Beunruhigung gebe es nicht: Das Gift sei für Menschen nicht gefährlich. Wer die Nosferatu-Spinne in seiner Wohnung entdecke, solle daher Ruhe bewahren.

Auch aus der Hamburger Umweltbehörde heißt es: "Für den Menschen ist die Nosferatu-Spinne in der Regel harmlos." Sie sei nicht aggressiv und beiße nur, wenn sie stark bedrängt werde. "Ein Biss kann in etwa mit einem Wespenstich vergleichbar sein, ist aber medizinisch in aller Regel unproblematisch."

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"Auffällig ist, dass die Art häufig in Gebäuden gefunden wird", teilte die Hamburger Umweltbehörde weiter mit. Das liege daran, dass sie Wärme liebe und in Häusern geeignete Bedingungen sowie Beutetiere finde. Es handele sich jedoch nicht um einen klassischen "Hausbewohner", sondern um eine freilebende Spinne, die sich gelegentlich in Innenräumen aufhalte. Der NABU betonte: "Wie alle Spinnen halten sie uns lästige Insekten vom Leib und sollten daher als nützliche Tiere unbedingt verschont werden."

Was die Nosferatu-Spinne besonders macht

Die Nosferatu-Spinne gehört nach Angaben des NABU zur Familie der Kräuseljagdspinnen. Sie erreicht knapp zwei Zentimeter Körperlänge und Beinspannweiten von bis zu sechs Zentimetern. "Das ist stattlich, aber nicht rekordverdächtig", heißt es auf einer Informationsseite des NABU. Männchen seien kleiner als die Weibchen. "Eine Besonderheit ist, dass sich die Nosferatu-Spinne selbst an senkrechten Glasscheiben festhalten kann. Möglich machen das spezielle Hafthaare an den Beinen."

Nach Angaben des Naturkundemuseums Karlsruhe ist die Art einjährig: "Die Weibchen können durchaus auch mal 1,5 Jahre alt werden, bevor sie sterben." Sie bauen den Angaben zufolge keine Fangnetze. "Vielmehr fangen sie ihre Beute, indem sie diese verfolgen und im Sprung überwältigen."

"Seit 2020 lautet der offizielle Populärname von Zoropsis spinimana Nosferatu-Spinne", heißt es auf einer Internetseite des NABU. Ihren auffälligen Namen verdanke die Spinne der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken, die - mit etwas Fantasie - an eine Filmfigur von 1922, den Vampir Nosferatu, erinnern soll.

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Was tun, wenn man eine solche Spinne entdeckt?

Wer eine vermeintliche Nosferatu-Spinne entdeckt, kann diese laut Umweltbehörde über die Plattform "ObsIdentify" beziehungsweise "observation.org" melden. "Solche Meldungen helfen dabei, die Verbreitung der Art besser zu erfassen und gleichzeitig Verwechslungen mit anderen, ähnlichen Spinnenarten zu vermeiden", teilte die Behörde mit. Ihre Empfehlung: Wenn man ein Tier in der Wohnung entdeckt, kann man es vorsichtig mit einem Glas einfangen und nach draußen bringen. (dpa/bearbeitet von mak)

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