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Nachhaltige Schokoladen: Milka-Hersteller holt Negativpreis

NGO-Ranking

Nachhaltige Schokoladen: Milka-Hersteller holt Negativpreis

Aktualisiert am 11.05.2026, 19:13 Uhr Der Milka-Hersteller Mondelez wollte keine Angaben machen und erhielt den "Bad Egg"-Negativpreis. © imago/Ulrich Wagner Lesedauer:1 Min.

Ein NGO-Ranking bewertet 49 Schokoladenhersteller nach Nachhaltigkeitskriterien. Ritter Sport sichert sich einen Platz in den Top drei. Der Milka-Mutterkonzern Mondelez kassiert dagegen einen Negativpreis.

Wie fair und nachhaltig wird eigentlich meine Schokolade produziert? Das NGO-Bündnis "Be Slavery Free" hat mit seiner "Chocolate Scorecard" diese Verbraucherfrage beantwortet. Dafür bewertete es 49 Schokoladenhersteller weltweit. Das Einkommen der Kakaobauern, Kinderarbeit, Pestizideinsatz und Transparenz hinsichtlich der Herkunft der Rohstoffe zählten zu den Kriterien.

Dritter Platz für Ritter Sport

Spitzenreiter ist das Schweizer Unternehmen Halba mit 85 Prozent, gefolgt vom Vorjahressieger Tony's Chocolonely mit 83 Prozent. Den dritten Platz belegt der deutsche Hersteller Ritter Sport mit 71 Prozent. Für das Unternehmen ist es ein insgesamt solides Ergebnis, wenngleich die Bewertung des Einkommens der Kakaobauern vergleichsweise schlecht ausfiel.

Weniger gut schneiden andere deutsche Schokoladenproduzenten ab. Der Berliner Süßwarenhersteller Storck, bekannt für Marken wie Toffifee und Merci, kommt nur auf 39 Prozent. Noch darunter liegt das Unternehmen Stollwerck, das hinter Marken wie Alpia und Sarotti steht und lediglich 37 Prozent erreicht.

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Unter den Branchenschwergewichten positioniert sich Mars Wrigley mit 64 Prozent im Mittelfeld. Ferrero und Nestlé kommen jeweils auf 58 Prozent. Der Schweizer Hersteller Lindt & Sprüngli schneidet mit 49 Prozent hingegen schlechter ab.

Milka-Produzent Mondelez verweigert Auskunft und kassiert Negativpreis

Ein besonders kritisches Licht wirft das Ranking auf den Mondelez-Konzern, zu dem Milka gehört. Das Unternehmen beantwortete den Fragebogen zur "Chocolate Scorecard" schlichtweg nicht - ebenso wenig wie Starbucks. Für diese Verweigerungshaltung wurde der Negativpreis "Bad Egg" (faules Ei) vergeben. Schon 2025 war der "Bad Egg"-Award an Mondelez gegangen.

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Auch insgesamt zeigen die Ergebnisse deutliche Probleme in der Branche: Wichtige Angaben zu möglicher Kinderarbeit, dem Kakaobauern-Einkommen und Pestiziden fehlen bei vielen Unternehmen oder bleiben unvollständig. Dadurch bleibe das tatsächliche Ausmaß der Missstände schwer greifbar, kritisiert "Be Slavery Free".

Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei Kinderarbeit: Laut des NGO-Bündnisses stieg sie in den vergangenen zehn Jahren um 14 Prozent. In der aktuellen Auswertung gaben zudem 94 Prozent der Unternehmen an, dass in ihren Lieferketten Fälle von Kinderarbeit vorkommen. (paf/spot)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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