Nabu-Experte sieht Rettung skeptisch: "Es ist furchtbar"
Nabu-Experte sieht Rettung skeptisch: "Es ist furchtbar"
Aktualisiert am 16.04.2026, 17:41 Uhr Helfer haben den Buckelwal mit Tüchern abgedeckt. © AFP/DANNY GOHLKE Lesedauer:7 Min. Ein Live-Blog von Sophie Bierent- 17:41 Uhr: ➤ Nabu-Experte: "Entscheidung, die man vor einer Woche hätte treffen müssen"
- 16:08 Uhr: Bericht: Rettungsaktion auf Freitag verschoben
- 14:56 Uhr: Meeresbiologe Culik benennt "Hauptproblem"
- 14:39 Uhr: AfD: "Tierethische Maßnahmen in Betracht ziehen"
- 14:00 Uhr: Transporter mit Geräten für Bergung eingetroffen
- 13:48 Uhr: Tierarzt beim Wal - Tier bewegt sich
- 13:17 Uhr: Umweltminister: Der Wal hat eine Chance
- 12:38 Uhr: Es geht los - Taucher nehmen Kontakt mit Wal auf
- 11:41 Uhr: Greenpeace: "Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht"
- 09:52 Uhr: Umweltminister Backhaus: Wal ist ein schwer kranker Patient
- 08:29 Uhr: Wasserschutzpolizei nähert sich dem Wal
Hier Live-Blog zur Wal-Rettung aktualisieren
➤ Nabu-Experte: "Entscheidung, die man vor einer Woche hätte treffen müssen"
- 17:41 Uhr
Der Leiter der Abteilung Meeresschutz beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Kim Detloff, ist von der Rettungsaktion rund um den gestrandeten Wal vor der Insel Poel überrascht. "Dieser massive öffentliche Druck hat dazu geführt, eine Entscheidung zu treffen, die man vor einer Woche hätte treffen müssen", sagte Detloff der Deutschen Presse-Agentur. Dass die Rettung gelingt, glaubt der Experte nicht.
"Es ist furchtbar. Wir dachten, der Wal stirbt in drei bis sechs Tagen, und jetzt liegt er dort seit 16 Tagen", sagt der Meeresschutz-Experte. Normalerweise würde ein Wal bei einer Strandung binnen Tagen sterben. "Wir müssen mit Indizien arbeiten, und da sind Prognosen einfach sehr schwierig."
"Ich hoffe, dass der Ehrgeiz einer Rettungsaktion nicht über dem Wohl des Tieres liegt."
Für Detloff ist nun entscheidend, dass weiterhin das Wohl des Tieres im Vordergrund steht und nicht die Durchführung der Rettungsaktion. "Ich hoffe, dass der Ehrgeiz einer Rettungsaktion nicht über dem Wohl des Tieres liegt", sagt er. Dazu gehöre auch, den Mut zu haben, die Rettungsaktion, wenn nötig abzubrechen. (dpa/bearbeitet von sbi)
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Rettungsaktion für den Wal in der Ostsee
- Eine private Initiative will mit Luftkissen und Pontons einen neuen Rettungsversuch starten – trotz des ungewissen Ausgangs. Im Laufe des heutigen Tages soll versucht werden, Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter dem Wal weggespült werden. Das Tier solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.
- Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben, hatte Mediamarkt-Gründer Walter Gunz der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet." Hinter dem Konzept steht neben Gunz die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist.
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Weitere News zur Wal-Rettung vom 16. April:
Bericht: Rettungsaktion auf Freitag verschoben
- 16:08 Uhr
Am heutigen Donnerstag soll der Wal nicht mehr auf den Transporter verladen werden. Das sagte Fred Babbel, ein an der Rettung beteiligter Unternehmer, der "Bild"-Zeitung. Demnach laufen zwar die Vorbereitungen weiter - unter anderem wurde der Wal mit Tüchern bedeckt, um ihn feucht zu halten - allerdings wird er heute wohl nicht mehr mit Luftkissen angehoben und auf die Pontos bewegt. "Vor morgen geht es nicht zu Timmy [Anm. d. Red.: ein Name des Wals]", so Babbel.
Die Details der Pläne sind nicht öffentlich bekannt. Beim Verfolgen der Live-Streams aus großer Distanz bleiben manche Fragezeichen zurück, was die Helfer gerade genau dort machen. Der Versuch, ihn lebend zu retten, ist ein komplexes und gewagtes Unterfangen. (dpa/sbi)
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Meeresbiologe Culik benennt "Hauptproblem"
- 14:56 Uhr
Der Meeresbiologe Boris Culik bewertet den aktuellen Rettungsversuch des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals durchaus positiv. Er schätze die Maßnahmen, die man vorhabe, als sehr vielversprechend ein, sagte Culik, der früher am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel gearbeitet hat. "Also, man kann ihn damit auf jeden Fall aufschwimmen." Dennoch sei es eine andere Frage, ob der Wal dies überlebe. Denn das Hauptproblem des Netzrestes in seinem Maul bleibe bestehen.
Wenn man den Wal nun transportiert, müsse man sich auch Gedanken machen, wie man ihn von den Netzresten im Maul befreie. Dazu müsse man ihn zunächst dazu bringen können, sein Maul zu öffnen, gibt Culik zu bedenken, der sich vor einigen Jahren mit einer Firma selbstständig gemacht und akustische Warngeräte zum Schutz von Schweinswalen entwickelt hat. "Wenn man ihn nicht davon befreit, wie soll er sich dann ernähren und wieder zu Kräften kommen? Dann ist es letztlich der Abtransport eines sterbenden Tieres in andere Gewässer."
Der Meeresbiologe Thilo Maack von Greenpeace gibt sich gegenüber dem NDR weniger optimistisch. "Ich bin sehr erstaunt, dass es nach wie vor bei einigen noch Hoffnung gibt, diesem Tier noch helfen zu können", sagte er. Denn es habe sich nichts an der Lage geändert, wie sie schon vor zwei Wochen bestand. Maack, dem das aktuelle Rettungskonzept nicht bekannt ist, meint: "Die Überlebenschancen des Wals sind genau so - beziehungsweise schlechter - wie vor zwei Wochen." Das Tier sei extrem geschwächt, so der Meeresbiologe. Er rechnet nicht damit, dass sich der Zustand des Wals durch den Rettungsversuch verbessert. (dpa/bearbeitet von sbi)
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Kolumne Walstrandungen Was hinter dem großen "ungelösten Rätsel der Meeresbiologie" steckt vor 1 Stunde von Lisbeth Schröder (RiffReporter)AfD: "Tierethische Maßnahmen in Betracht ziehen"
- 14:39 Uhr
Die AfD-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern wundert sich über die Entscheidung zur privaten Rettungsinitiative des in der Ostsee gestrandeten Wals. "Woher kommt der plötzliche Sinneswandel?", sagte Thore Stein, der naturschutzpolitische Sprecher der AfD-Fraktion. "Im Zweifelsfall hat der Umweltminister Zeit verschenkt, um dem Tier mit einem Rettungsversuch zu helfen und wilden Spekulationen vorzugreifen."
Es sei richtig gewesen, Experten zu Rate zu ziehen und alle Möglichkeiten auszuloten. Der Minister habe sein Handeln zwei Wochen lang mit einem wissenschaftlichen Gutachten begründet und ethische Aspekte, die gegen das Gutachten für eine Rettung gesprochen hätten, kategorisch ausgeschlossen, sagte Stein.
"Sollte der Versuch misslingen, der Wal nicht aus eigener Kraft sich mehr retten können und ein weiterer Rettungsversuch nicht mehr vertretbar sein, müssen die Behörden tierethische Maßnahmen in Betracht ziehen", sagte der AfD-Politiker. "Das wäre verantwortungsvoller, als untätig den Wal erneut seinem Schicksal zu überlassen." (dpa)
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Galerie Schon gewusst? Bangen um den Wal: Das macht die Meeressäuger besonders vor 16 Tagen von Sophie BierentTransporter mit Geräten für Bergung eingetroffen
- 14:00 Uhr
Wie "Bild" berichtet, sind nun auch zwei Transporter vor Ort eingetroffen, die Geräte für die Bergung des Wals liefern. Dabei handele es sich um Pontons (flache, schwimmende Hohlkörper), zwei Schwerlastkräne und einen Container. (sbi)
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Tierarzt beim Wal - Tier bewegt sich
- 13:48 Uhr
Wieder nähern sich Helfer dem Wal, wie im Live-Stream zu sehen ist.
Unter anderem spritzen sie Wasser auf das Tier - dieses Mal mit einem technischen Hilfsmittel. Bereits zuvor legten sie eine Art Tuch auf das Tier, das allerdings nur einen kleinen Teil von ihm bedeckt.
Laut.bild.de ist auch ein Tierarzt unter den Helfern. Der Buckelwal soll sich bewegt haben, als die Helfer ihn versorgt haben. (phs)
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Umweltminister: Der Wal hat eine Chance
- 13:17 Uhr
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat den Versuch einer privaten Initiative zur Rettung des gestrandeten Buckelwals verteidigt. Entscheidend sei, dass nun erstmals ein geeignetes ernstzunehmendes Konzept vorliege, das minimalinvasiv vorgehe. "Es darf dem Tier nicht geschadet werden." Der Wal dürfe nicht verletzt werden. "Solange das eingehalten wird, sehe ich keinen Grund, dass die Chance nicht genutzt wird", sagte Backhaus auf der Insel Poel (Kreis Nordwestmecklenburg).
Alle Beteiligten wüssten, dass der Wal sich in einem schwierigen Zustand befinde. "Aus meiner Sicht hat der Wal aber auch eine Chance." Er zeige nach wie vor Aktivitäten. Ab und zu bewege er die Flossen. Er hebe den Kopf aus dem Wasser und atme regelmäßig und kommuniziere auch durch Rufe. "Und ich habe immer gesagt, ich werde diesen Wal bis zum Ende begleiten, in die Freiheit fürs Leben oder auch andersrum. Und dazu stehe ich."
Bei allem Wohlwollen finde er, dass auch die Wissenschaft sich mal irren könne, sagte er mit Blick auf kritische Stimmen zu dem Rettungsversuch, der von zwei Unternehmen initiiert wird. Die Verantwortung für den Gesamtprozess liege nun bei diesen Organisatoren. Es sei der 17. Tag, an dem der Wal dort liege, so Backhaus weiter. (dpa/bearbeitet von phs)
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Es geht los – Taucher nehmen Kontakt mit Wal auf
- 12:38 Uhr
Mitglieder des Rettungsteams nähern sich dem Wal. Insgesamt sind sechs Taucher mit Stand-up-Paddeln bei ihm. Unter anderem spritzten sie Wasser auf den Wal. Es ist zu sehen, dass das Tier auf die vorsichtige Annäherung des Teams reagiert.
Wie ein Sprecher im Live-Stream von News5 berichtet, werde nun wohl überprüft, wie es um die Gesundheit des Wals steht und dann abgewogen, wie in einem weiteren Schritt vorgegangen wird. (sbi)
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Greenpeace: "Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht"
- 11:41 Uhr
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beteiligt sich nicht an der geplanten Rettungsaktion für den vor der Ostsee-Insel Poel gestrandeten Buckelwal: "Wir unterstützen die Rettungsaktion nicht, denn nach allen uns vorliegenden Informationen ist dieser Wal krank und stark geschwächt", teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mit.
Laut wissenschaftlichen Gutachten des Deutschen Meeresmuseums und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung seien die Erfolgsaussichten des Tieres bei einer Lebendbergung sehr gering und gehen mit einem hohen Verletzungsrisiko einher.
Greenpeace habe sich in den vergangenen Tagen an den Rettungsversuchen beteiligt. "Jetzt konzentrieren wir unsere Arbeit darauf, den Schutz der Meere auch als Lebensraum der Wale voranzubringen."
Das Deutsche Meeresmuseum, das bislang eng in die Bewertung der Lage des Wals eingebunden war, hatte bereits am Mittwoch mitgeteilt, dass es "nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde". Auch das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor. (dpa/bearbeitet von sbi)
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Start der Rettungsaktion verzögert sich
- 10:36 Uhr
Wie der NDR berichtet, verzögert sich der Start der geplanten Rettungsaktion für den Wal, der vor der Insel Poel liegt. Weshalb sich der Plan bereits um drei Stunden verzögere, sei nicht bekannt. Laut "Bild"-Zeitung beantwortet das Team um Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) Journalistenfragen nach den Gründen nicht.
Zuvor hieß es, gegen 8:00 Uhr sollten sich Taucher auf den Weg zum Wal machen, es gab auch bereits eine Lagebesprechung.
Der "Bild" sagte Backhaus, er habe lediglich zwei Stunden geschlafen und sei vorsichtig optimistisch. Der Wal atme relativ stabil.
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Vor Ort ist auch der Schriftsteller und Redner Sergio Bambarén, der sich für den Schutz der Meere engagiert. Er sagte dem NDR: "Wenn er gesund genug und ruhig ist, besteht eine Chance, das Tier aufs offene Meer zu bringen." (sbi)
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Umweltminister Backhaus: Wal ist ein schwer kranker Patient
- 09:52 Uhr
Der bei Wismar gestrandete Buckelwal hat eine weitere Nacht überlebt. Er atme relativ regelmäßig alle zwei bis fünf Minuten, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD), der sich erneut vor Ort ein Bild von der Lage machte. Wenn sich eine Fähre oder Personen näherten, werde die Frequenz niedriger. "Der Wal ist ein schwer kranker Patient", sagte der Minister im Live-Stream des Senders News5 live. (dpa/bearbeitet von sbi)
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Interview Gestrandeter Buckelwal Greenpeace: "Tragödie, die sich nicht hätte abspielen müssen" vor 6 Tagen von Thomas Krumenacker (RiffReporter)Wasserschutzpolizei nähert sich dem Wal
- 08:29 Uhr
Wie NDR-Reporter berichten, nähert sich die Wasserschutzpolizei "Uecker" dem Wal.
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Noch keine Aktion im Wasser zu sehen
- 08:00 Uhr
Am Morgen soll ein neuer Rettungsversuch für den gestrandeten Wal beginnen. Zunächst war allerdings noch keine Aktion im Wasser beim Wal zu sehen, beobachteten dpa-Reporter vor Ort.
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Mit Material von dpa
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