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Ministerium stellt klar, woran das erste Rettungskonzept scheiterte

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Live-Blog zum Buckelwal: Rettungsversuch nur halb durchdacht?

Aktualisiert am 23.04.2026, 17:05 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:9 Min. Ein Live-Blog von Tanja Ransom
  • 17:08 Uhr: Umfrage: Bevölkerung bei Rettungsversuchen für Wal gespalten
  • 17:05 Uhr: ➤ Rettungsversuch nur halb durchdacht?
  • 14:56 Uhr: Hoffnung auf schnelle Rettung schwindet
  • 13:12 Uhr: Rettungsteam will nun auf Lastkahn setzen
  • 12:55 Uhr: 110 Meter trennen Wal vom tieferen Wasser
  • 11:30 Uhr: Tierschützer: Möglicher neuer Rettungsplan kann Wal stressen
  • 10:07 Uhr: "Free Willy"-Retter sollen eingeflogen werden
  • 08:20 Uhr: Neuer Rettungsansatz mit Kran?
  • 07:18 Uhr: Buckelwal sorgt für steigende Nachfrage nach Wal-Büchern
  • 06:40 Uhr: Wal "nicht so aktiv"

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➤ Rettungsversuch nur halb durchdacht?

  • 17:05 Uhr

Wie geht es weiter in Poel? Während der Neuzugang der privaten Rettungsaktion, drei Experten aus Island, an der Ostsee und beim Wal eingetroffen sind, gibt es nach wie vor keine Klarheit darüber, wie weiter vorgegangen wird.

Nachdem verschiedene Medien – darunter auch unsere Redaktion – darüber berichtet hatten, dass ein neues Bergungskonzept wohl zeitnah bevorstehe, hat sich nun das Minsterium für Klimaschutz, Landwirtschaft ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, das Till Backhaus leitet, zu Wort gemeldet.

In einer am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Pressesstatement heißt es: Das ursprünglich vorgesehene Bergungskonzept konnte in der geplanten Form nicht weiterverfolgt werden. Unter anderem fehlte für die vorgesehene technische Konstruktion die notwendige Zulassung für den Seeverkehr, sodass eine Umsetzung nicht möglich war.

Ein neues Konzept zur möglichen Fortführung der Rettungsmaßnahmen wurde bislang lediglich vorbesprochen. Die hierfür notwendigen und prüffähigen Unterlagen liegen dem Land derzeit noch nicht vor. "Die Initiative hat ihre Überlegungen skizziert. Für eine belastbare Bewertung benötigen wir jedoch ein vollständiges, fachlich nachvollziehbares Konzept", erklärte Umweltminister Till Backhaus.

Die entsprechenden Unterlagen sollen im Laufe des heutigen Tages eingereicht werden. Erst auf dieser Grundlage kömme eine fachliche und rechtliche Prüfung erfolgen. "Solange uns keine vollständigen Unterlagen vorliegen, kann es weder eine abschließende Bewertung noch eine Einordnung möglicher Maßnahmen geben", so Backhaus weiter.

Der Darstellung, das Konzept sei bereits abgestimmt oder es gebe keine Einwände des Landes, wird ausdrücklich widersprochen. Entsprechend gibt es keine Festlegung zu einem möglichen Startzeitpunkt von Maßnahmen. (afp/bearbeitet von tar)

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Diese Rettungsaktion war für den Wal in der Ostsee geplant

  • Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollten dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons in die Nordsee und in den Atlantik transportiert werden sollte, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.
  • Da sich der Wal am Montag freigeschwommen hatte, griff laut Initiatoren der Rettungsaktion "Plan B": Dieser sah vor, dass bereitstehende DLRG-Boote ihn bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten.
  • Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel.
Analyse Rettungsversuche für Wal Experte ordnet ein: So wichtig ist der Wal für Minister Backhaus vor 2 Tagen von Marie Illner

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Umfrage: Bevölkerung bei Rettungsversuchen für Wal gespalten

  • 17:08 Uhr

Die Bevölkerung ist hinsichtlich der privaten Rettungsversuche für den in der Ostsee festliegenden Buckelwal gespalten. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Sender RTL und ntv halten 42 Prozent der Befragten die bisherigen Bemühungen für richtig. 40 Prozent lehnen die Rettungsaktion ab, 18 Prozent sind unentschieden. Besonders Frauen und jüngere Menschen unter 45 Jahren bewerten die Rettungsversuche demnach eher positiv.

Auch bezüglich der Frage nach einer Fortsetzung der Rettungsbemühungen gibt es keine klare Mehrheit - 39 Prozent sprechen sich dafür aus, 45 Prozent dagegen. Unter den Gegnern einer weiteren Rettung plädiert eine deutliche Mehrheit für ein Ende der menschlichen Eingriffe. Fast drei Viertel (74 Prozent) sind der Meinung, der Wal solle in Ruhe gelassen werden. Jeder Vierte (25 Prozent) spricht sich dafür aus, das Tier zu töten, um es von weiterem Leid zu erlösen.

Das von Fachleuten bereits aufgegebene und mutmaßlich schwerkranke Tier irrte seit Anfang März vor der Ostseeküste umher und strandete dabei wiederholt. Seit dem 31. März liegt es in einer Seitenbucht bei Poel vor Wismar fest. In der vergangenen Woche gaben die Behörden grünes Licht für eine Art letzten Rettungsversuch der von zwei Unternehmern finanzierten Privatinitiative. Bisher führte das aber nicht zum Erfolg.(afp/bearbeitet von tar)

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Hoffnung auf schnelle Rettung schwindet

  • 14:56 Uhr

Im Drama um den seit mittlerweile dreieinhalb Wochen vor der Ostseeinsel Poel festliegenden Buckelwal schwinden die Chancen auf eine schnelle Befreiung des Tiers. Die von den Behörden geduldete private Rettungsinitiative will nun nach Angaben vom Donnerstag zunächst eine mehr als hundert Meter lange Rinne graben, um für das derzeit in sehr flachem Wasser auf einer Art Landzunge festsitzende Tier einen Ausweg zu schaffen.

Die Arbeiten an dem 110 Meter langen und rund zehn Meter breiten Kanal durch den sandigen Untergrund dürften "gut zwei Tage" dauern, sagte der Chef des Arbeiter- und Taucherteams der Initiative, der Unternehmer Fred Babbel. Derzeit sei zur Unterstützung ein größerer Schwimmbagger nach Poel unterwegs, der bereits bei einer früheren Befreiung des Wals bei Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein Ende März beteiligt war.

Unklar ist demnach noch, wie der Wal gegebenenfalls durch die Rinne in tieferes Fahrwasser gelangen könnte und was weiter passiert. Derzeit werde an einem Konzept gearbeitet, sagte Babbel vor Journalisten vor Ort ohne Nennung von Details. Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) werde dieses "schnellstmöglich" präsentiert. Die Behörden überwachen die Maßnahmen, die Verantwortung liegt jedoch bei der Privatinitiative.

"Wir könnten ihn freilassen - oder wir könnten ihn auch auf andere Weise bewegen oder transportieren", erläuterte Babbel mit Blick auf den Wal. Das Team sei weiter "guter Dinge, dass wir ihn hier lebend rausbringen". (afp/bearbeitet von tar)

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Rettungsteam will nun auf Lastkahn setzen

  • 13:12 Uhr

Die private Initiative zur Rettung des vor der Ostsee-Insel Poel liegenden Buckelwals hat eine neue technische Variante im Blick. Wie ein Mitglied der Initiative mitteilte, soll das zwölf Tonnen schwere Tier nun mit einer sogenannten Barge transportiert werden.

Was ist eine Barge?

  • Dabei handelt es sich um einen etwa 15 Meter breiten, absenkbaren Lastkahn, der nicht selbstständig fährt, sondern von Schleppern gezogen wird.

Die Barge sei auf dem Weg aus dem Hamburger Raum, hieß es weiter. Wann genau sie eintreffe, sei nicht klar. Geplant sei zuvor noch ein Stopp in einer Werft in Wismar. Beim Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern wollte man sich vor einer Lagebesprechung nicht zu den Details äußeren.

Die Anfahrt brauche Zeit, da die Barge nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten, etwa neun Kilometern in der Stunde, unterwegs sei und durch den Nord-Ostsee-Kanal müsse, hieß es von der Initiative. (dpa)

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Tierschützer: 110 Meter trennen Wal vom tieferen Wasser

  • 12:55 Uhr

Das private Einsatzteam zur Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals versucht, dem Tier einen Weg in tieferes Wasser zu ermöglichen. Dazu solle eine 110 Meter lange, zehn Meter breite und rund zwei Meter tiefe Rinne von der derzeitigen Liegeposition des Wals in tieferes Fahrwasser geschaffen werden, sagte der Chef des an der Aktion beteiligten Tauchunternehmens, Fred Babbel. Dafür sei der Einsatz eines zweiten Baggers vorgesehen. Die Arbeiten würden ungefähr zwei Tagen dauern. Die eigentliche Fahrrinne, die aus der Bucht führt, hat im Durchschnitt eine Tiefe von vier bis fünf Metern.

Der Wal liegt derzeit im Flachwasser in einer Art Becken, das unter dem Tier freigespült wurde. Dadurch konnte der Wal quasi tiefergelegt werden, um ihm das Atmen bei sinkenden Wasserständen in der Kirchsee-Bucht zu erleichtern. Das etwa zwölf Tonnen schwere Tier berühre zwar den Boden, liege aber nicht auf, so Babbel. Aus der Wanne könne der Meeressäuger derzeit aber auch nicht weg. Geplant ist, zunächst die Rinne in tieferes Wasser zu ziehen und dann zum Schluss eine Wand der Wanne einzureißen, damit der Wal herausschwimmen kann.

Umweltminister Till Backhaus sei ein neues Konzept zur Prüfung vorgelegt worden. Details dazu wollte Babbel zunächst nicht nennen. Aus dem Team hatte es zuvor geheißen, dass eine rund 15 Meter breite Barge, eine Art nicht selbstfahrender Lastkahn, auf dem Weg aus dem Hamburger Raum zur Wismarbucht sei. Die Anfahrt brauche Zeit, da die Barge nur mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten, etwa neun Kilometern in der Stunde, unterwegs sei und durch den Nord-Ostsee-Kanal müsse. (dpa)

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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Tierschützer: Möglicher neuer Rettungsplan kann Wal stressen

  • 11:30 Uhr

Für den Transport des gestrandeten Buckelwals soll jetzt womöglich eine Art Lastkahn zum Einsatz kommen. Tierschützer sehen das kritisch.

Die neuen Pläne zur Rettung des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals mit einer Barge - einer Art Lastkahn - halten Tierschützer für nicht zielführend."Das ist aus unserer Sicht nicht als minimalinvasiv einzuschätzen und kann zu Stress für den Wal führen - das halten wir nicht für zielführend", sagte Bianca König, Sprecherin der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). Da ihr das konkrete Konzept nicht vorliege, könne sie das Prozedere aber nur aus der Ferne und mit Abstand bewerten.

Zu befürchten sei Leid und Stress für das Tier - und gerettet sei er dann nach wie vor nicht. Der Wal sollte in Ruhe gelassen werden, allenfalls palliative Maßnahmen solle es geben. Zudem sollten mit Hilfe von internationalen Experten erneut Möglichkeiten geprüft werden, den Wal von seinem Leid zu erlösen.

Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass der Einsatz einer rund 15 Meter breiten, absenkbaren Barge für den Transport des rund 12 Meter langen Wals im Gespräch ist. Dabei handelt es sich um eine Art nicht selbstfahrenden Lastkahn, der von Schleppern gezogen wird. (dpa)

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Bericht: "Free Willy"-Retter sollen eingeflogen werden

  • 10:07 Uhr

Die private Rettungsinitiative erhält erneuten Zuwachs. Wie die Bild-Zeitung berichtet, sollen drei Personen aus Island eingeflogen werden, um die Maßnahmen vor Ort zu begleiten. Es handle sich dabei um Forschungsleiter Jeffrey Foster, Michael Partica und Tierpflegerin Kyra Wadsworth, so Finanzier der Rettungsaktion Walter Gunz gegenüber Bild. Das Trio arbeitet in der Organisation "The Whale Sanctuary Project". Gunz zufolge handle es sich um Experten für Meeressäuger.

Jeffrey Foster soll etwa an der Auswilderung des Orcas mitgewirkt haben, der durch den Filmklassiker "Free Willy" weltweite Berühmtheit erlangt hatte. (tar)

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Neuer Rettungsansatz mit Kran?

  • 08:20 Uhr

Neuer Tag, neuer Rettungsversuch: Die private Rettungsinitiative hält an ihrem Vorhaben, den feststeckenden Wal vor Poel zu retten fest. Dafür hat sie Medienberichten zufolge am Mittwochabend ein neues Konzept vorgelegt, wie das gelingen soll. Der Plan ist demnach, das Tür mit einem speziellen Kran in Richtung Atlantik zu ziehen. Am Mittwochabend ging man davon aus, dass man mit diesem Rettungsversuch am Donnerstag beginnen könne. Offiziell bestätigt ist das bislang noch nicht. (tar)

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Diese Route könnte den Wal aus der Wismarbucht führen. © dpa/dpa-infografik GmbH

Buckelwal sorgt für steigende Nachfrage nach Wal-Büchern

  • 07:18 Uhr

Seit dem Auftauchen des Buckelwals Anfang März boomt der Verkauf von Büchern rund um das Thema Wal. So ist die Nachfrage im Zeitraum von der ersten Sichtung Anfang März bis zur Strandung in der Wismarer Bucht am 23. März deutlich gestiegen, wie das Marktforschungsunternehmen Media Control sagte.

Wie erklärt sich das? "Ich sehe da eine hohe emotionale Identifikation mit der Thematik. Das ist nicht nur ein Thema, das ich medial verfolge (...), sondern eins, das sich auch in andere Lebensbereiche auswirkt", sagte die Neurowissenschaftlerin Maren Urner. Die Menschen hätten so das Gefühl, sich aktiv einbringen zu können, indem sie sich mit dem Thema auseinandersetzten.

Die Top 3 der verkauften Bücher führt laut Media Control "Die Schnecke und der Buckelwal" von Julia Donaldson und Axel Scheffler an. Dahinter kommen "Wieso? Weshalb? Warum? junior - Tiere im Meer" von Anita van Saan und "Wundervolle Welt. Wasser" von Sam Hume. (dpa/bearbeitet von tar)

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Wal "nicht so aktiv"

  • 06:40 Uhr

Der vor der Ostsee-Insel Poel gestrandete Buckelwal liegt weiter in der Kuhle am Ende der Kirchsee. Die Wasserschutzpolizei hat das Tier in der Nacht rund um die Uhr beobachtet. "Wir waren die ganze Nacht vor Ort. Er war nicht so aktiv", sagte ein Sprecher am Morgen der Deutschen Presse-Agentur.

Gegen 6.30 Uhr war auf den Livestreams zu erkennen, dass der Meeressäuger sich gelegentlich leicht bewegt und buckelt. Auch sein Atem war aufgrund der kleinen Wasserfontäne regelmäßig zu erkennen.

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  • Ein Akt des Mitgefühls – auf den ersten Blick
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Das Rettungskonzept für den Wal soll aktuell erneuert werden. Die private Hilfsinitiative arbeitet Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus zufolge unter Hochdruck an einer Überarbeitung des Plans. Weitere Maßnahmen müssten fachlich fundiert sein, das Verhalten des Tieres berücksichtigen und mit den zuständigen Stellen abgestimmt werden. (dpa/bearbeitet von tar)

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Hier lesen Sie, was zwischen Donnerstag und Mittwoch bei der Walrettung geschah:

  • Tag 1 der Walrettung
  • Tag 2 der Walrettung
  • Tag 3 der Walrettung
  • Tag 4 der Walrettung
  • Tag 5 der Walrettung
  • Tag 6 der Walrettung
  • Tag 7 der Walrettung
Teaserbild: © Jens Büttner/dpa Feedback an die Redaktion