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Mietpreise stagnieren – ein Segment boomt dagegen massiv

Wohnungsmarkt

Mietpreise stagnieren – ein Segment boomt dagegen massiv

Aktualisiert am 20.04.2026, 12:16 Uhr Die Sonne scheint auf die Fassade von neugebauten Wohnungen. Der Wohnungsmarkt in vielen Städten ist noch immer angespannt (Symbolbild). © picture alliance/dpa/Oliver Berg Lesedauer:3 Min.

Der jahrelange Aufwärtstrend bei den Mieten verliert an Tempo. Doch während klassische Wohnungsinserate seltener werden, erlebt ein anderer Marktbereich einen regelrechten Boom.

Die Dynamik auf dem deutschen Mietmarkt lässt spürbar nach. Im ersten Quartal 2026 legten die Angebotsmieten bundesweit lediglich um 0,5 Prozent gegenüber dem vorherigen Vierteljahr zu. Das geht aus dem German Real Estate Index (Greix) hervor, den das Kiel-Institut für Weltwirtschaft am Montag vorgelegt hat, wie das Handelsblatt berichtet.

"Real sind die Mieten im Vergleich zum Vorquartal sogar leicht gesunken", erklärte Projektleiter Jonas Zdrzalek gegenüber dem "Handelsblatt". Inflationsbereinigt schrumpften die Mieten demnach um 0,1 Prozent. Auch im Zwölfmonatsvergleich – von Anfang April 2025 bis Ende März 2026 – fiel die Steigerung mit 2,8 Prozent so niedrig aus wie seit dem vierten Quartal 2021 nicht mehr.

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Metropolen driften auseinander – Berlin und Stuttgart mit Rückgängen

Die Entwicklung in den acht größten deutschen Städten verläuft uneinheitlich. Überdurchschnittlich zogen die Mieten in Düsseldorf (plus 1,9 Prozent), Hamburg (plus 1,6 Prozent), Frankfurt (plus 1,2 Prozent), Leipzig (plus 1,1 Prozent) und Köln (plus 0,6 Prozent) an. München blieb mit einem Plus von 0,4 Prozent unter dem bundesweiten Schnitt. In Berlin gingen die Mieten mit minus 1,8 Prozent sogar deutlich zurück, in Stuttgart sanken sie um 0,2 Prozent.

Am teuersten bleibt das Wohnen dennoch in München: Mit 23,56 Euro pro Quadratmeter rangiert die bayerische Landeshauptstadt einsam an der Spitze. Dahinter folgen Frankfurt (17,71 Euro), Hamburg (16,35 Euro), Stuttgart (16,25 Euro), Berlin (15,84 Euro), Köln (15,67 Euro) und Düsseldorf (14,78 Euro). Am günstigsten unter den Metropolen wohnt es sich in Leipzig, wo Mieter im Schnitt 10,41 Euro pro Quadratmeter zahlen – rund 56 Prozent weniger als in München.

Auch jenseits der großen Metropolen klaffen die Preise weit auseinander. Augsburg (14,86 Euro), Potsdam (14,68 Euro) und Münster (14,27 Euro) reichen fast an das Düsseldorfer Niveau heran, während Chemnitz mit nur 6,19 Euro, Gelsenkirchen (7,56 Euro) und Hamm (8,33 Euro) das untere Ende bilden.

Schmerzgrenze bei Mietern erreicht

Gesa Crockford, Geschäftsführerin des Immobilienportals Immoscout24, führt die nachlassende Dynamik auf die hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre zurück. Für viele Suchende sei schlicht das Limit des Bezahlbaren überschritten. "Wird ein bestimmtes Mietniveau überschritten, geht die Nachfrage deutlich zurück", sagte sie dem Handelsblatt.

Das schlägt sich auch im Angebot nieder: In den 37 untersuchten Greix-Städten und -Regionen lagen die Inserate auf den einschlägigen Portalen im ersten Quartal 2026 um 0,6 Prozent unter dem Vorquartal. Für das Gesamtjahr 2025 zählten die Forscher nur noch rund 250.000 Inserate – im Jahr davor waren es noch 260.000. Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Langfristvergleich: In Münster schrumpfte das Angebot seit 2015 um 50 Prozent, in Potsdam sogar um 55 Prozent.

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Möbliertes Wohnen als Boom-Segment

Während klassische Mietangebote verschwinden, drängt ein anderes Segment mit Macht auf den Markt: möblierte Wohnungen. "Reguläre Inserate sind seit 2015 um über ein Fünftel zurückgegangen, während möblierte unbefristete Angebote sich in den Metropolen mehr als verdreifacht haben", zitiert das Handelsblatt Greix-Projektleiter Zdrzalek.

In den acht größten Städten wuchs die durchschnittliche Zahl solcher unbefristeten Möbliert-Inserate laut Handelsblatt von 7.500 im Jahr 2015 auf 23.000 ein Jahrzehnt später. In allen 37 ausgewerteten Greix-Städten und -Regionen kletterte die Zahl von 12.000 auf 37.000 Angebote.

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Das klassische "Wohnen auf Zeit" – also befristete Verträge für möblierte Wohnungen – blieb hingegen weitgehend stabil. In den acht größten Städten wuchs die Zahl dieser Angebote seit 2015 um 8,4 Prozent, in den 37 Greix-Städten und -Regionen um 7,1 Prozent.

Das Problem: Schon lange steht die Vermietung von möblierten Mietwohnungen in der Kritik. Denn Vermieter können dadurch die Mietpreisbremse und andere Regeln umgehen – so sind höhere Profite möglich. Experten warnen davor, dass das immer mehr ausgenutzt wird. Im gesamten deutschen Markt schätzte das Ifo-Institut allerdings jüngst den Anteil der befristet vermieteten möblierten Wohnungen auf höchstens 0,8 Prozent. (fah/mit Material der dpa)

Verwendete Quellen

  • handelsblatt.com: Preisanstieg am Mietmarkt kommt zum Stillstand
  • Transparenzhinweis

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