Meeresbiologe: Die Retter haben "nur wenige Stunden Zeit"
Meeresbiologe: Die Retter haben "nur wenige Stunden Zeit"
Aktualisiert am 20.04.2026, 14:14 Uhr © Buzzroom Lesedauer:6 Min. Ein Live-Blog von Sabine Vaas- 14:12 Uhr: ➤ Meeresbiologe: Retter haben "nur wenige Stunden Zeit"
- 12:39 Uhr: Wasserstand sinkt: Wal soll laut Backhaus "mobilisiert werden"
- 11:43 Uhr: Backhaus zeigt sich hoffnungsvoll: "Plötzlich gibt's eine Chance"
- 11.23 Uhr: Wal laut Ministerium nicht erneut gestrandet – Peilsender soll angebracht werden
- 10:27 Uhr: Greenpeace zur aktuellen Lage: "Megastress für das Tier"
- 09:01 Uhr: Boote geleiten Buckelwal – Backhaus spricht von "Glücksmoment"
- 07:40 Uhr: Wal schwimmt – was jetzt geplant ist
- 07:24 Uhr: Gestrandeter Buckelwal schwimmt plötzlich wieder
Live-Blog zur Walrettung hier aktualisieren
➤ Meeresbiologe: Retter haben "nur wenige Stunden Zeit"
- 14:12 Uhr
Ein geschwächter Wal kann nach Einschätzung des Meeresbiologen Boris Culik durchaus auch gezielt stranden, wenn ihm das das Atmen erleichtert. "Dass er in der Ostsee eine Sandbank aufsucht, um sich zu erholen, kann man sich schon vorstellen", sagte der Forscher der Deutschen Presse-Agentur.
Es hänge stark vom Auftrieb ab, ob der Wal an der Oberfläche treibe oder nicht, erklärte er. Wenn der Wal gut genährt sei, habe er eine dicke Speckschicht und schwimme oben auf. Mit 50 Zentimeter weniger Wasser, wie morgen für die Wismarbucht gegen Mittag erwartet, werde es sehr schwierig. "Dann würden die Organe gequetscht werden: die Lunge, das Herz, Leber und so weiter."
An die Rettungshelfer vor Ort appellierte der Forscher: "Wenn der jetzt auf einer Sandbank liegt, wird es höchste Zeit, ihn da wieder wegzubugsieren. Die Retter haben nur wenige Stunden Zeit."
Der Wasserstand in der Lübecker Bucht liegt heute nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) um 35 bis 70 Zentimeter über dem Normalhöhennull (NHN), in der Nacht von null bis 60 Zentimeter höher. Am Dienstag soll der Wasserstand nach aktueller Einschätzung zwischen 20 Zentimeter unter und 25 Zentimeter über NHN liegen. (dpa/bearbeitet von sav)
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Diese Rettungsaktion war für den Wal in der Ostsee geplant
- Bislang geplant war, dass unter den Wal eine zwischen Pontons – also schwimmenden Plattformen – befestigte Plane geführt wird. Damit sollte er aus dem flachen Bereich geborgen und später Richtung Nordsee gebracht werden. Die Pontons sollten dazu von einem Schlepper an einer langen Leine gezogen werden. Die Netzplane, auf der das Tier zwischen Pontons in die Nordsee und in den Atlantik transportiert werden sollte, war nach Behördenangaben bereits im Wasser.
- Nun, da sich der Wal freigeschwommen hat, greift laut Initiatoren der Rettungsaktion "Plan B": Dieser sieht vor, dass bereitstehende DLRG-Boote ihn bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten.
- Messungen des Umweltministeriums zufolge ist der Buckelwal 12,35 Meter lang, 3,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch. Der geschwächte Wal liegt bereits seit 20 Tagen in der Wismarbucht vor der Insel Poel.
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Wasserstand sinkt: Wal soll laut Backhaus "mobilisiert werden"
- 12:39 Uhr
Umweltminister Till Backhaus trat am Mittag vor die Presse, um ein Statement zur aktuellen Lage abzugeben. Offenbar ist die Zeit nun einer der entscheidenden Faktoren: "Ab jetzt sinkt der Wasserstand", so Backhaus.
Dennoch betonte der Minister, dass der Wal momentan nicht festliege, sondern "floatet" und sich ausruhe. Das hätten ihm die Tierärzte sowie DLRG-Kräfte bestätigt, die in direkter Nähe des Wals gewesen seien. Man versuche nun, den Wal "minimalinvasiv zu mobilisieren".
Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die den privaten Rettungsversuch mitfinanziert, bestätigte, dass das Tier demnächst wieder mobilisiert werden soll. Man werde eine "sehr ruhige Aktion durchführen, die hoffentlich zum Erfolg führt. Es ist ein Nadelöhr, durch das er durch muss".
Weitere Entscheidungen sollen Backhaus zufolge "schnell und unkompliziert" getroffen werden. "Für mich steht der Wal im Vordergrund", betonte Backhaus erneut. "Das ganze Prozedere ist ein Versuch, den es so in Deutschland noch nie gegeben hat." (dpa/bearbeitet von sav)
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Backhaus zeigt sich hoffnungsvoll: "Plötzlich gibt's eine Chance"
- 11:43 Uhr
Der Wetterumschwung habe Hoffnung auf eine Rettung des in der Ostsee festsitzenden Wals gemacht, sagt Umweltminister Till Backhaus. "Manchmal ist es so im Leben, plötzlich gibt's eine Chance und das regelt sich alles von allein", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Vormittag. Die deutliche Wetterveränderung habe 60 bis 70 Zentimeter mehr Wasserhöhe am Wal gebracht.
"Unsere Strategie geht ja doch auf mit der Initiative", hoffte Backhaus. Der Meeressäuger sei am Morgen mit verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen, "nämlich zwischen fünf und sieben Knoten". Das sind etwa 9 bis 13 Kilometer pro Stunde. Geleitet von mehreren Booten schwamm der Wal erst mehrfach hin und her, dann anhaltend in die richtige Richtung – bis er allerdings erneut am Ende der Kirchsee genannten Bucht stoppte.
Wenn der Wal für längere Zeit abtauche, könne eine Ortung zum Problem werden, sagte Backhaus. Zunächst bewegte sich das Tier aber anhaltend gar nicht weiter. (dpa/bearbeitet von sav)
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Wal laut Ministerium nicht erneut gestrandet – Peilsender soll angebracht werden
- 11:23 Uhr
Kaum losgeschwommen, verharrt der Buckelwal vor Poel wieder. Womöglich ein schlechtes Zeichen? Nach Kenntnis des Schweriner Umweltministeriums ist der Wal nicht erneut gestrandet. Helfer auf den Booten gingen davon aus, dass sich das Tier frei bewegen könne, sagte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings lasse man dem Tier aktuell eine Pause. Es habe am Morgen schätzungsweise drei bis fünf Kilometer zurückgelegt.
Zur Verfolgung des Tieres war wiederholt ein Sender im Gespräch. Dieser soll nach Angaben des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern angebracht werden. Sollte sich die Gelegenheit bieten, könnte das Tier in Kürze mit einem Sender zur Ortung versehen werden, wie eine Ministeriumssprecherin sagte. (dpa/bearbeitet von sav)
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Greenpeace: "Der Stress für das Tier ist enorm"
- 10:27 Uhr
Nach Einschätzung der Umweltorganisation Greenpeace bedeutet die aktuelle Situation für den Buckelwal vor Poel eine hohe Stressbelastung. "Das ist natürlich ein Megastress für das Tier", sagte ein Organisationssprecher. Der Wal habe die letzten Jahre ohne Kontakt zu Menschen verbracht, nun gebe es ständig Aktivitäten. Das Tier müsse sich erst einmal von den vergangenen Tagen erholen und sei nun Motorenlärm von den Booten ausgesetzt. "Der Stress für das Tier ist enorm."
Der Meeressäuger war am Montagmorgen losgeschwommen. Er wechselte mehrfach die Richtung – mit Kirchdorf am Ende der Bucht auf der einen und dem Weg in die Ostsee auf der anderen Seite. Letztlich schwamm er geleitet von Booten anhaltend in die richtige Richtung – bis er am Ende der Kirchsee genannten Bucht längere Zeit stoppte.
Es gibt Vermutungen von Wal-Beobachtern zum Hin- und Herschwimmen am Morgen, dass das Tier so geschwächt sein könnte, dass es versucht, in Küstennähe zu bleiben. Eine andere Erklärungsmöglichkeit wäre demnach, dass der Wal so desorientiert ist, dass er den Weg zurück ins offene Meer nicht findet. (dpa/bearbeitet von sav)
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Boote geleiten Buckelwal – Backhaus spricht von "Glücksmoment"
- 09:01 Uhr
Aufnahmen im Netz zeigen, dass der Buckelwal schwimmt und dabei immer wieder die Richtung wechselt. Wie von den Rettern bekannt gegeben, sind inzwischen Geleitboote an der Seite des Wals und versuchen, ihn zu lenken.
Die Boote seien unterwegs, sagte die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, der Nachrichtenagentur dpa. Der Wal war am frühen Morgen bei steigenden Wasserständen und starkem Wind losgeschwommen. Dies war auf Livestreams im Internet zu erkennen. Er wechselte immer wieder die Richtung. Von den Booten aus wurde zunächst vergeblich versucht, ihn gezielt in Richtung offene Ostsee zu lenken.
Minister Backhaus ist Medienberichten zufolge ebenfalls beim Wal eingetroffen und beschreibt die Aktivität des Buckelwals als "Glücksmoment". Ein Peilsender, über dessen Anbringung am Sonntag gesprochen wurde, fehlt laut zuständigem Ministerium noch. Dazu sollte noch die Art des Geräts, des Klebers und die Stelle am Wal geklärt werden, auch wegen der Hautprobleme des Tieres. (dpa/bearbeitet von sav)
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Wal schwimmt – was jetzt geplant ist
- 07:40 Uhr
Die Vertreter der Rettungsinitiative auf Poel sahen sich zuletzt auf sehr gutem Weg und im Zeitplan. Der Wal habe am Sonntagmorgen "tolle Reaktionen" und viel Lebensenergie gezeigt. Sie schlossen am Sonntag nicht aus, dass sich der rund zwölf Meter lange Meeressäuger aus eigener Kraft freischwimme.
In diesem Fall greife "Plan B". "Das heißt, die DLRG-Boote sind auf Stand-by, dass für den Fall, dass er losschwimmt, wir ihn dann guiden können. Und es ist sichergestellt, dass wir ihn dann auch bis in die Nordsee und dann über die Nordsee in den Atlantik leiten können", sagte Rechtsanwältin Constanze von der Meden von der privaten Rettungsinitiative.
Ein Finanzier der Aktion, der Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz, zeigte sich pessimistischer. Der Wal registriere vollumfänglich, dass er völlig frei sei. Daher sei die Frage, "ob sich dieser Wal noch geleiten lässt". (dpa/bearbeitet von ms)
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Demos und Shitstorms Warum ein Wal Deutschland aus dem Gleichgewicht bringt vor 5 TagenGestrandeter Buckelwal schwimmt plötzlich wieder
- 07:24 Uhr
Der seit knapp drei Wochen vor der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns festsitzende Buckelwal schwimmt wieder. Dies war auf Livestreams im Internet zu erkennen. Er wechselte dabei mehrfach die Richtung. Der Meeressäuger lag seit dem 31. März in der Wismarbucht vor der Insel Poel fest.
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Die leitende Tierärztin der privaten Initiative, Janine Bahr-van Gemmert, sagte der Nachrichtenagentur dpa, man sei auf dem Weg zum Hafen. Boote stünden parat. (dpa/bearbeitet von ms)
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Hier lesen Sie, was zwischen Donnerstag und Sonntag bei der Walrettung geschah:
- Tag 1 der Walrettung
- Tag 2 der Walrettung
- Tag 3 der Walrettung
- Tag 4 der Walrettung
