Maximilian Brückner: "Niemand darf den Hund anfassen – außer mir"
Maximilian Brückner: "Niemand darf 'Kommissar Rex' anfassen – außer mir"
Aktualisiert am 14.04.2026, 07:18 Uhr Maximilian Brückner gibt Einblicke in die Dreharbeiten von und mit "Kommissar Rex". © Getty Images/Hannes Magerstaedt Lesedauer:5 Min.Vor mehr als 30 Jahren ging "Kommissar Rex" erstmals auf Verbrecherjagd. Die Krimiserie mit Tobias Moretti wurde in 125 Länder verkauft und in zahlreiche Sprachen übersetzt. Jetzt feiert der vierbeinige Ermittler sein Comeback – mit Maximilian Brückner an seiner Seite. Wir haben ihn gefragt, wie Hund und Herrchen miteinander harmonieren.
Ein Interview von Dennis EbbeckeMit der Neuauflage von "Kommissar Rex" tritt Maximilian Brückner in große Fußstapfen. Die sechs neuen Folgen in Spielfilmlänge laufen ab dem 13.04. immer montags um 20.15 Uhr bei SAT.1 und auf Joyn. Sind die Fußstapfen vielleicht zu groß? "Die Gefahr, scheitern zu können, gehört für mich dazu", sagt Brückner.
Der 47-Jährige übernimmt die Rolle des Wiener Chefinspektors Max Steiner. Im Interview mit unserer Redaktion gewährt Brückner Einblicke in die Dreharbeiten von und mit "Kommissar Rex".
Interview Kult-Serie ist zurück Darum darf "Kommissar Rex" nicht gestreichelt werden vor 23 Stunden von Lisa-Marie YilmazHerr Brückner, "Kommissar Rex" ist zurück. Es heißt, Hund und Halter werden sich mit der Zeit immer ähnlicher. Was haben Reginald von Ravenhorst VII. und Max Steiner gemein?
Maximilian Brückner: Rex ist mindestens genauso kauzig wie sein Herrchen. Beide sind Junggesellen – und sie verstehen sich prächtig. Die zwei funktionieren und harmonieren also hervorragend miteinander. Nur mit Dritten haben sie es beide nicht so. Rex durchbricht Wände und verschafft Max Steiner eine Nähe zu Menschen, die er ohne ihn an seiner Seite nicht aufbauen könnte. Rex ist ein kleiner Superheld, Max hingegen "nur" ein Kommissar.
Kann dieser Kommissar mit Tieren besser als mit Menschen?
Definitiv. Er versucht es zwar immer wieder mit Menschen, doch es will einfach nicht klappen. Das Schöne ist aber, dass es ihm gelingt, sich gegenüber dem Hund zu öffnen. Daraus entsteht eine ganz wunderbare Verbindung.
Max Steiner hat eine erwachsene Tochter (gespielt von Sophie Borchhardt), die plötzlich vor seiner Tür steht. Warum brauchte es diesen weiteren Handlungsstrang?
Der Vorteil ist, dass wir sechs Folgen à 90 Minuten gedreht haben. Das macht ganz viel auf, um auch so etwas erzählen zu können. Mit seiner Tochter ist Max umgänglicher und so bekommt die Figur mehr Tiefe. Übrigens wird nicht nur meine Figur in einem privaten Umfeld gezeigt, sondern auch Rex.
Rex liebt Wurstsemmeln vom Würstelstand gegenüber dem Revier. Teilen Sie diese kulinarische Leidenschaft mit Ihrem tierischen Kollegen?
Nicht wirklich. Ich habe während der Dreharbeiten einmal einen ganzen Tag lang nur Käsekrainer gegessen. Bis dahin mochte ich Käsekrainer wirklich gerne, aber seit diesem Tag kann ich sie nicht mehr sehen. (lacht)
Kritik Sonntagskrimi "Showtime" Parodist Max Giermann im neuen "Tatort" aus Köln: Geht das gut? vor 1 Tag von Iris AlanyaliRex verweigerte Foto mit Serien-Herrchen
Waren Rex und Sie eigentlich sofort ein Herz und eine Seele?
Im Gegenteil. Beim Casting lief es leider nicht so gut. Ich war wirklich der einzige Kandidat, mit dem er sich partout nicht ablichten lassen wollte. Aber häufig wird eine Beziehung nach einem schwierigen Start mit der Zeit umso intensiver. Und so war es in diesem Fall auch. Wir haben eine emotionale Szene gedreht, in der ich ausrasten sollte. Die Kamera fuhr ganz leise an mich heran – mit Styropor zur Aufhellung. Der Hund empfand das als eine Bedrohung für mich. Er wollte mich beschützen. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet – und es hat mich sehr berührt.
Arbeiten Sie mit Hundetrainerinnen oder Hundetrainern zusammen?
Wir haben ganz großartige Tiertrainerinnen, die völlig unprätentiös arbeiten. Sie sorgen für die nötige Ruhe am Set. Niemand darf den Hund anfassen – außer mir. Es ist wichtig, dass man sich auf die Bedürfnisse des Tieres einstellt. Dieser Aufgabe war ich mir von vornherein bewusst. Und ich hatte wirklich große Lust darauf.
Schreiben Sie uns! Wie gefällt Ihnen die Neuauflage von "Kommissar Rex"?
- "Kommissar Rex" ist zurück! Sechs Folgen lang ermittelt Maximilian Brückner ab 13. April als Max Steiner gemeinsam mit dem Schäferhund. Wie hat Ihnen der Auftakt gefallen? Überzeugt Brückner Sie in seiner Rolle? Oder hätten Sie die Serie lieber anders in Erinnerung behalten?
- Schicken Sie uns Ihre Eindrücke: mit Klick auf "Feedback" beziehungsweise "Feedback an die Redaktion". Vergessen Sie dabei nicht anzukreuzen, dass wir Ihre Zuschrift veröffentlichen dürfen, wenn Sie dies möchten. Bitte geben Sie in Ihrer Nachricht an unsere Redaktion Ihren Vornamen sowie optional Ihr Alter und Ihren Wohnort an – wir veröffentlichen diese Angaben mit Ihrer Zuschrift und greifen nur Einreichungen auf, die Ihren Vornamen enthalten.
"Doppelrolle" für Maximilian Brückner
Natürlich ist Rex die Nummer eins am Set. Wenn er seinen Kopf schräg legt und die Leute mit seinen Hundeaugen anguckt, dann habe ich verloren. Ob ich Shakespeare rauf und runter spielen kann, interessiert in dem Moment niemanden mehr. Ich bin der Spiegel, weil ich ja die Rolle des Hundes mitspiele.
Wie meinen Sie das?
Sie dürfen sich das so vorstellen: Ich stehe mit dem Hund neben der Kamera und halte ihn so gut ich kann bei Laune – entweder pushe ich ihn oder stecke ihm ein Leckerli zu. Gleichzeitig muss ich in diesem Moment aber schon längst in der jeweiligen Szene sein und mit dem Hund an meiner Seite reingehen. Außerdem muss ich darauf achten, in welche Richtung er sich bewegt. Hunde nehmen nicht immer den direkten Weg. Im Grunde genommen spiele ich eine Doppelrolle.
Wie kann ausgeschlossen werden, dass sich das Tier fürchtet, etwa bei Verfolgungsjagden und Schießereien?
Darauf haben unsere Tiertrainerinnen ein Auge. Sie sagen uns, was geht und was nicht geht. Natürlich soll der Hund nichts als reale Bedrohung wahrnehmen. Vielmehr macht er sein Kunststück, das am Ende so geschnitten wird, dass es zur jeweiligen Szene passt.
Natürlich muss der Hund wissen, was er zu tun hat. Das mit dem Dreh in Einklang zu bringen, ist manchmal gar nicht so leicht – vor allem, wenn ruhige oder intime Szenen auf dem Plan stehen. Die Trainerinnen geben dem Hund zwischendurch immer mal wieder Anweisungen. Als Darstellerin oder Darsteller muss man sich da schon sehr konzentrieren. Ich selbst habe die Anweisungen aber irgendwann gar nicht mehr gehört.
Was verbinden Sie persönlich mit der Krimiserie, die erstmals Mitte der 90er über den Sender lief?
Mit "Kommissar Rex" bin ich aufgewachsen. Er war mein persönlicher Superheld. Bei dieser Neuauflage geht es darum, das damalige Gefühl ins Heute zu transportieren. Aus meiner Sicht funktioniert es. Ob das Publikum es annimmt, steht wiederum auf einem anderen Blatt.
Hatten Sie Bedenken, in Tobias Morettis große Fußstapfen zu treten?
Nein, überhaupt nicht. Denn die Gefahr, scheitern zu können, gehört für mich dazu. Das macht ein Stück weit auch den Reiz aus. Ohne Risiko gibt es auch nichts zu verlieren. Solche Herausforderungen mag ich massiv. Hinzu kommt, dass wir beide völlig unterschiedliche Typen sind – und zwar nicht nur, was das Aussehen angeht.
Ihr Bruder Florian Brückner spielt seit ein paar Jahren in "Neue Geschichten vom Pumuckl" den Neffen von Meister Eder, Sie den Ermittler an der Seite von "Kommissar Rex". Wird es langsam zu einer Familientradition, die Helden der Kindheit und Jugend wieder zum Leben zu erwecken?
Empfehlungen der Redaktion
- Eine solide Angelegenheit
- "Kommissar Rex" und mehr: Die berühmtesten tierischen Serienstars
- "Weitere Folgen des 'Tatorts' aus Köln sind angekündigt – leider"
Ich finde auch, dass wir beide echte Kult-Serien erwischt haben. Mein Bruder hat schon gewonnen, er macht es fantastisch. Dem gesamten Team ist es hervorragend gelungen, die damaligen Geschichten ins Jetzt zu übertragen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Ob mir ein ähnlicher Erfolg beschieden sein wird, das wird sich herausstellen.
Über den Gesprächspartner
- Maximilian Brückner ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch hatte der Münchner 2004 als Ecki in der Komödie "Männer wie wir". In dem Oscar-nominierten Film "Sophie Scholl – Die letzten Tage" verkörperte er den Militärarzt Willi Graf. Einem breiten Publikum wurde Brückner als "Tatort"-Kommissar bekannt – in sieben Fällen ermittelte er als Franz Kappl in Saarbrücken.
