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Max Giesinger erzählt von schwieriger Zeit nach "The Voice of Germany"

"Psychischer Verfall"

Max Giesinger erzählt von schwieriger Zeit nach "The Voice of Germany"

Aktualisiert am 14.05.2026, 11:20 Uhr Max Giesinger wird sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen. © imago/Future Image/Robert Schmiegelt Lesedauer:2 Min.

Vier Monate Erfolg im TV-Rampenlicht, dann plötzlich allein im Kinderzimmer: Sänger Max Giesinger spricht offen über seinen mentalen Einbruch nach "The Voice of Germany".

Max Giesinger (37) hat lange gebraucht, um über die Schattenseiten seines Ruhms zu sprechen. Jetzt tut er es. Im Podcast "Wie geht's? Mit Robin Gosens" blickt der Sänger auf eine Zeit zurück, die ihn fast zerbrochen hätte - und die bis heute nachwirkt: seine Teilnahme an der ersten Staffel von "The Voice of Germany" im Jahr 2011.

"Ich habe davor immer in Kneipen und auf Hochzeiten gespielt und plötzlich wirst du einem Riesen-Millionenpublikum präsentiert", erinnert sich Giesinger im Gespräch mit dem Ex-Fußballprofi und studierten Psychologen Robin Gosens (31). Die Teilnahme an der Show beschreibt er als "mit krasseste Phase" seines Lebens - in jeder Hinsicht.

Zunächst sei sie ein Geschenk gewesen, endlich die Bestätigung, auf die er so lange hingearbeitet hatte. Doch auch die Schattenseiten kamen schnell: "Ich habe mir Hasskommentare so krass zu Herzen genommen, dass ich manchmal nicht mehr schlafen konnte", sagt Giesinger. "Das hat mich komplett fertig gemacht." Wer die alten Auftritte aus dieser Zeit kenne, erkenne den Verfall selbst: "Du siehst richtig meinen psychischen Zerfall, wo ich am Anfang noch strahle und am Ende echt wie ein Zombie bin. Das hat mir jegliche Energie gezogen am Ende."

Von der Bühne zurück ins Kinderzimmer

Als Vierter schied Giesinger schließlich aus der Show aus, die vier Monate lang sein Leben bestimmt hatte und stand plötzlich vor dem Nichts. "Du bist nie allein, es ist immer Action - und dann saß ich wieder in meinem Kinderzimmer. Da war der Downfall vorprogrammiert", beschreibt er die Situation. Was folgte, nennt er wahlweise "eine Riesen-Sinnkrise" oder "kleine depressive Phase".

Interview Max Giesinger "Vielleicht geil, mal keine Person des öffentlichen Lebens zu sein" 03. März 2026 von Dennis Ebbecke

Sein größter Irrtum in dieser Zeit: sich vollständig über die Musik zu definieren. "Ich war der Überzeugung, meine Karriere ist jetzt vorbei. Ich werde für immer der Casting-Honk sein", gibt er zu. Erst als er nach dem Show-Ende bei ersten eigenen Konzerten merkte, dass er Menschen erreicht, hellte sich die Stimmung langsam auf. Auch wenn er 2012 "quasi bei Null angefangen habe" - eine innere Gewissheit habe ihn nie ganz verlassen: "Ich hatte tief im Inneren das Gefühl, dass das funktionieren wird."

Mit dem Song "80 Millionen" feierte er dann 2016 seinen Durchbruch. Doch auch dieser große Erfolg brachte keine Erfüllung. Kurz nach dem Hit überrollte ihn die Erkenntnis, trotz allem nicht glücklich zu sein. "Innerlich leer" sei er gewesen, offenbart er im Podcast, "ich konnte mir nicht eingestehen, dass es auch mal okay ist, nicht gut drauf zu sein." Eine Therapie half ihm, mit Selbstzweifeln und dem Druck des Musikbetriebs umzugehen.

Giesinger macht Sabbatical auf unbestimmte Zeit

Nach elf Jahren mit Dauerstress auf Tour sehne er sich jetzt nach Normalität. Deshalb zieht Giesinger Konsequenzen und wird sich ab September vorerst aus der Öffentlichkeit zurückziehen, auf unbestimmte Zeit. Vor dem Sabbatical plant er in Bordeaux einen Zwischenstopp in einem buddhistischen Kloster, ein sogenanntes "Silent Retreat light".

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Dass ihm das Loslassen nicht leichtfallen wird, ahnt Giesinger selbst. Ohne Bühne fehle die stetige Bestätigung, "mein Ego wird krass rebellieren." Er habe auch Angst, danach nicht mehr relevant zu sein, dennoch sei es die richtige Entscheidung und er werde gestärkt zurückkehren. (eyn/spot)  © 1&1 Mail & Media/spot on news

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