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Manche Schokolade enthält mehr Aluminium als eine Impfung

Keine Gesundheitsrisiken

Manche Schokolade enthält mehr Aluminium als eine Impfung

Aktualisiert am 11.05.2026, 17:32 Uhr Aluminiumsalze in Impfstoffen stehen vor allem bei Impfkritikern im Verdacht, Gesundheitsschäden zu verursachen. (Symbolbild) © Getty Images/FreshSplash Lesedauer:3 Min.

Impfgegner behaupten regelmäßig, Aluminium in Impfstoffen verursache Autismus, Asthma oder Diabetes. Eine umfangreiche neue Metastudie widerlegt diese Befürchtungen erneut – und liefert die bislang aktuellste Datenbasis.

Aluminiumsalze zählen zu den weltweit am häufigsten verwendeten Hilfsstoffen in Impfungen. Sie dienen als sogenannte Adjuvanzien, die die Immunantwort des Körpers gegenüber Totimpfstoffen verstärken und so für einen besseren und länger anhaltenden Schutz sorgen. Eingesetzt werden sie unter anderem in Vakzinen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis, HPV und Meningitis – zum Teil seit fast einem Jahrhundert.

Dennoch geraten die Zusätze immer wieder in die Kritik: Impfkritiker oder -gegner – darunter auch der aktuelle US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Junior – bringen aluminiumhaltige Impfstoffe regelmäßig mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Autismus, Asthma oder Diabetes in Verbindung.

Dabei sind die Aluminiummengen in Impfstoffen verschwindend gering: Eine einzelne Impfdosis enthält je nach Präparat zwischen 0,125 und 0,82 Milligramm des Leichtmetalls. Das liegt deutlich unter dem, was Menschen täglich über Trinkwasser, Nahrungsmittel oder aluminiumhaltige Deodorants aufnehmen. Zur Veranschaulichung: Bereits ein zehn Gramm schweres Stück Schokolade kann rund ein Milligramm Aluminium enthalten – also mehr als die meisten Impfdosen.

59 Studien ausgewertet – darunter eine mit 1,2 Millionen Kindern

Ein Forschungsteam um Pamela Doyon-Plourde von der kanadischen Public Health Agency hat die Sicherheitsbedenken nun anhand der aktuellsten verfügbaren wissenschaftlichen Daten überprüft. Für ihre im Fachjournal "BMJ" erschienene Metaanalyse werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 59 Studien aus, die bis Ende November 2025 publiziert worden waren. Darunter befanden sich elf randomisierte kontrollierte Studien sowie neun Kohortenstudien.

Besonders hervorzuheben ist eine 2025 veröffentlichte dänische Untersuchung, die Daten von mehr als 1,2 Millionen Kindern umfasste. Studien zu experimentellen Impfstoffen schloss das Team bewusst aus, da deren Ergebnisse nicht unmittelbar auf bestehende Impfprogramme übertragbar sind, wie "Medical Dialogues" erläutert.

Kein Zusammenhang mit Autismus, Diabetes oder Asthma nachweisbar

Das zentrale Ergebnis der Analyse deckt sich mit dem bisherigen Wissensstand: Hochwertige Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien und großen Kohorten ergab durchweg keinen Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schwerwiegenden oder langfristigen Gesundheitsfolgen.

Herzerkrankungen Studie bestätigt weiteren positiven Nebeneffekt der Gürtelrose-Impfung 20. März 2026 von Sophie Bierent

Weder für Autismus-Spektrum-Störungen noch für ADHS, Typ-1-Diabetes oder Asthma fanden die Forschenden Hinweise auf einen ursächlichen Zusammenhang mit den Aluminium-Adjuvanzien. Auch typische Impfreaktionen wie Kopf- und Muskelschmerzen traten nach aluminiumhaltigen Impfungen nicht häufiger auf als nach Vakzinen ohne den Zusatzstoff. Die Resultate können daher als Entwarnung eingeordnet werden, die sich nahtlos in die bisherige Datenlage einfügt.

Seltene Verhärtungen an der Einstichstelle – aber harmlos

Als einzige konsistent dokumentierte Reaktion identifizierte das Team kleine Verhärtungen (Knötchen oder Granulome) an der Injektionsstelle. Diese traten in seltenen Fällen nach der Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten-Impfung sowie nach der Hepatitis-B-Impfung auf. Obwohl die Verhärtungen mitunter mehrere Monate bestehen blieben, bildeten sie sich in aller Regel von selbst zurück.

Einige wenige Fallserien und eine Kohortenstudie berichteten zudem über eine seltene Muskelerkrankung namens makrophagische Myofasziitis (MMF) bei Personen, die nach einer Impfung Biopsien wegen muskuloskelettaler Beschwerden erhalten hatten. Allerdings waren diese Untersuchungen klein und wiesen nach Einschätzung der Forschenden ein hohes Risiko für Verzerrungen auf – sie liefern daher keine belastbare Evidenz für einen kausalen Zusammenhang, wie "Medical Dialogues" hervorhebt.

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Einschränkungen der Studie

Die Autorinnen und Autoren räumen bestimmte Limitierungen ein: Die Evidenz zu einzelnen Impfstoffkomponenten sei im Vergleich zur Forschung an Gesamtimpfstoffen noch dünn. Zudem stamme ein Großteil der ausgewerteten Studien aus Hocheinkommensländern, und ein erheblicher Anteil der Untersuchungen weise methodische Schwächen auf.

Dennoch fällt das Fazit der Forschungsgruppe eindeutig aus: "Die derzeitigen Erkenntnisse stützen keinen kausalen Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schwerwiegenden oder langfristigen gesundheitlichen Folgen", schreiben Doyon-Plourde und ihr Team. Die übereinstimmenden Befunde der methodisch hochwertigeren Studien bildeten eine aussagekräftige Grundlage für Entscheidungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit – und sprächen für den fortgesetzten Einsatz aluminiumhaltiger Impfstoffe in Impfprogrammen. (bearbeitet von sav)

Verwendete Quellen

  • bmj.com: Aluminium adjuvants in vaccines and potential health effects: systematic review
  • wissenschaft.de: Erneut bestätigt: Aluminium in Impfstoffen unproblematisch
  • aerztezeitung.de: Aluminium in Impfstoffen: Wohl keine langfristigen Folgen für die Gesundheit
  • medicaldialogues.in: Review finds no direct link between aluminium adjuvanted vaccines and serious or long term health conditions
  • Transparenzhinweis

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