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Luegbrücke am Brenner wird zur Bußgeldfalle: Überladenen Campern droht Doppelstrafe

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Luegbrücke am Brenner wird zur Bußgeldfalle: Überladenen Campern droht Doppelstrafe

Aktualisiert am 13.05.2026, 00:24 Uhr © LianeM via Getty Images Lesedauer:3 Min. Promobil

Dieser Beitrag wurde automatisch veröffentlicht und nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.

Fahrbahnwaagen an der Luegbrücke entlarven überladene Wohnmobile. Die Polizei wiegt nach – und kassiert doppelt.

Rechte Spur, Tempomat, Brennerautobahn Richtung Süden: Wer mit seinem 3,5-Tonnen-Wohnmobil über die Luegbrücke rollt, macht damit alles richtig. Denn die rechte Fahrbahn wird während der Sanierung der Brennerbrücken an verkehrsreichen Tagen eigentlich als Überholspur für leichte Fahrzeuge freigegeben. Unter ihr lauert mit der vollautomatischen Fahrbahnwaage eine Bußgeldfalle für überladene Wohnmobile und Gespanne mit Wohnwagen. Wer nicht aufpasst, steht wenige Meter dahinter in einer Polizeikontrolle und zahlt.

Warum die ASFINAG an der Luegbrücke die Fahrzeuge nach Gewicht trennt

Die maroden Brücken entlang der berühmten Transitstrecke zwiscen Insbruck und Brennerpass werden in den kommenden Jahren Stück für Stück saniert. Aktuell laufen die Arbeiten an der Luegbrücke und machen den Abschnitt zum Nadelöhr, was die ASFINAG zu einem außergewöhnlichen Verkehrskonzept zwingt. Um das Tragwerk statisch zu entlasten, ist während der Renovierung nur eine Spur freigegeben. Nur an circa 180 verkehrsstarken Tagen können zwei Spuren pro Richtung befahren werden: Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht müssen auf die linke Spur in der Brückenmitte wechseln. Die rechte Spur an den Brückenrändern bleibt leichteren Fahrzeugen vorbehalten. Wohnwagengespanne und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht dürfen also rechts fahren und die Lastwagenkolonne links überholen. Diese Aufteilung ist hier keine willkürliche Verkehrsregel. Sie schützt die Substanz einer Brücke, die bis zur Fertigstellung des Neubaus durchhalten muss.

Waagen in der Fahrbahn, Polizei am Kontrollpunkt

Die ASFINAG überlässt dabei nichts dem Zufall. In die rechte Fahrspur sind Waagen integriert, die jedes Fahrzeug während der Überfahrt wiegen. Schlägt das System an, greift ein automatisches Verkehrsleitsystem. "Wer mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht auf der rechten Fahrbahn fährt, wird automatisch zu einer der beiden Kontrollstationen ausgeleitet, die die Landespolizei dort unterhält", erklärt Alexander Holzedl, Pressesprecher der ASFINAG für Tirol und Vorarlberg. Das gilt auch für Wohnmobile mit maximal zulässigem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen, die wegen einer Überladung aber mehr wiegen. Aus Richtung Innsbruck liegt diese Station am Rastplatz Nößlach, aus Richtung Italien an der Anschlussstelle Brenner Nord. An jedem Tag mit Zweispurigkeit sind vier ASFINAG-Mitarbeitende pro Checkpoint im Einsatz – zusätzlich zur Polizei.

Die Doppelfalle: falsche Spur und Überladung

Was an den Kontrollstationen passiert, dürfte viele Wohnmobilfahrer überraschen. Denn dort wartet nicht nur ein Bußgeld für die falsche Spurnutzung. Die Polizei wiegt nach – auf einer geeichten Brückenwaage. Und stellt sie dabei eine Überladung fest, wird es richtig teuer. Die Zahlen liefert der Leiter der Landesverkehrsabteilung der Landespolizeidirektion Tirol, Oberst Enrico Leitgeb, auf Anfrage von promobil: Mindestens 90 Euro kostet die Nutzung der rechten Spur mit einem zu schweren Fahrzeug. Bereits ab zwei Prozent Überladung kommen weitere Strafen hinzu. "Die Höhe wird grundsätzlich von der Behörde im Strafverfahren festgelegt und beginnt im Organmandatswege bei 140 Euro", schreibt Leitgeb. Bei schweren Verstößen ab 15 Prozent Überladung droht ein Verwaltungsstrafverfahren mit deutlich höheren Strafen. Einen einheitlichen Bußgeldkatalog wie in Deutschland gibt es in Österreich nicht. Die Behörden legen die Strafen individuell fest.

Im günstigsten Fall zahlt ein überladener Camper mit zulässigem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen also mindestens 230 Euro, wenn er am Brenner die rechte Spur nutzt. Im schlimmsten Fall ein Vielfaches. Und Leitgeb macht deutlich: "Es kommt regelmäßig vor, dass überladene Camper festgestellt werden müssen."

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Warum gerade 3,5-Tonner-Wohnmobile betroffen sind

Das Problem ist strukturell. Wohnmobile mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind die beliebteste Klasse – weil der B-Führerschein reicht. Doch bei vielen Modellen blieben nur noch 200 bis 300 Kilogramm für die Zuladung übrig. Wasser in den Tanks, Fahrräder auf dem Heckträger, Campingmöbel, Lebensmittel, Urlaubsgepäck für die Familie: Die 3,5 Tonnen sind schneller überschritten, als viele denken.

Kein Umweg bei Kontrolle über Italien

Ein Gerücht in der Camper-Community hält sich hartnäckig: Wer von Italien kommend mit einem zu schweren Fahrzeug von der rechten Spur ausgeleitet wird, müsse danach wieder so weit zurückfahren, dass er die Maut doppelt zahlen muss. Oberst Leitgeb stellt klar: Die Rückleitung erfolgt über eine Schleife bei Brenner Nord – auf österreichischem Staatsgebiet.

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So fahren Camper auf der sicheren Seite

Wer vorbereitet ist, hat beim Transit über den Brenner aber nichts zu befürchten. Einige wichtige Tipps helfen dabei.

  • Vor der Reise lohnt eine Fahrt auf die Waage – der ADAC, viele Agrargenossenschaften und öffentliche Fahrzeugwaagen bieten das kostenlos an.
  • Wassertanks erst am Zielort vollständig füllen, das spart bis zu 100 Kilogramm.
  • Wer unsicher ist, ob sein Fahrzeug wirklich unter 3,5 Tonnen liegt, fährt freiwillig links – und ist auf der sicheren Seite.

Campende sollten sich vorab gut informieren, an welchen Tagen die Strecke über den Brenner 2026 befahrbar ist.  © Promobil

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