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KZ-Gedenken: Krumbiegel warnt vor reaktionären Entwicklungen

Nordhausen

KZ-Gedenken: Krumbiegel warnt vor reaktionären Entwicklungen

Aktualisiert am 13.04.2026, 14:46 Uhr "Prinzen"-Sänger und Autor Sebastian Krumbiegel hielt die Gedenkrede zur Erinnerung an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 81 Jahren. © dpa / Martin Schutt/dpa Lesedauer:1 Min. Von Deutsche Presse-Agentur

Dieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.

Im KZ Mittelbau-Dora mussten Zehntausende Häftlinge im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Bei der Lagerbefreiung 1945 fanden US-Truppen nur wenige Überlebende.

Nordhausen - 81 Jahre nach der Befreiung des nationalsozialistischen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora hat der Musiker und Autor Sebastian Krumbiegel ("Die Prinzen") vor einem Wiedererstarken reaktionärer und antisemitischer Entwicklungen gewarnt. "Mit Worten geht es los, die Worte finden in Talkshows statt und mittlerweile auch in Parlamenten – und nicht nur von ganz rechts, sondern teilweise eben auch von Konservativen", sagte Krumbiegel in seiner Rede während der Gedenkveranstaltung zur Lagerbefreiung. Der Korridor zwischen konservativen und reaktionären Haltungen sei oft sehr schmal.

Zugleich forderte der für sein Eintreten für Menschenrechte, Demokratie und Antifaschismus bekannte Künstler, jeglichem Antisemitismus entgegenzutreten, "sowohl dem von rechts als auch von links und von religiös-muslimischer Seite".

Befreiung durch US-Truppen

Am 11. April 1945 hatten US-Truppen das KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen erreicht, wohin die Nazis zwischen Sommer 1943 bis März 1945 rund 60.000 Häftlinge verschleppt hatten. Diese mussten in Stollenanlagen unter unmenschlichsten Bedingungen Rüstungsgüter herstellen, darunter die berüchtigten V2-Raketen. Mindestens 20.000 Häftlinge überlebten dies laut Gedenkstätte nicht.

Die US-Truppen fanden bei der Befreiung einige hundert kranke und sterbende Häftlinge vor, die die SS bei der Räumung des Lagers zurückgelassen hatte. Die meisten waren in den Tagen zuvor auf "Todesmärsche" geschickt worden.

An dem Gedenken nahmen neben Bundes- und Landtagsabgeordneten, Vertretern von Bundes- und Landesregierung und von Kommunen auch die hochbetagten KZ-Überlebenden Jerry Wartski und Andrej Iwanowitsch Moiseenko teil. Wartski, der heute in den USA lebt, war laut Gedenkstätte einer der wenigen Überlebenden des Außenlagers Boelcke-Kaserne in Nordhausen. Moiseenko aus Belarus hat das KZ Buchenwald überlebt.

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Das Lager mit rund 40 Außenlagern in der Harz-Region steht laut Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit.  © Deutsche Presse-Agentur

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