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Kunden kaufen weniger Milka- und Ritter-Sport-Schokolade: Aldi und Co. reagieren

Eigenmarken auf dem Vormarsch

Milka und Ritter Sport immer unbeliebter: So reagieren Aldi, Lidl und Co.

Aktualisiert am 13.05.2026, 04:32 Uhr Marken-Schokoladentafeln wie von Ritter Sport oder Milka werden bei den Kunden immer unbeliebter. (Symbolbild) © imago images/CHROMORANGE/Berit Kessler Lesedauer:1 Min.

Handelsmarken bei Tafelschokolade überholten 2025 erstmals die etablierten Marken Milka und Ritter Sport. Wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe auf den Wandel reagieren – und was das für Verbraucher bedeutet.

Wer in deutschen Supermärkten und Discountern zur Schokoladentafel greift, entscheidet sich immer häufiger gegen die großen Marken und für günstigere Alternativen. Laut dem Marktforschungsunternehmen Circana erreichten sogenannte Handelsmarken 2025 einen Anteil von 34,5 Prozent im Tafelschokoladensegment – drei Prozentpunkte mehr als noch 2024 und damit erstmals mehr als Milka und Ritter Sport zusammen, wie die "Lebensmittel Zeitung" (LZ) berichtet.

Der Auslöser für diese Verschiebung liegt einige Jahre zurück: Zwischen 2023 und 2025 stiegen die Preise für Schokolade vor allem durch explodierende Kakaopreise im Schnitt um rund 70 Prozent. Viele Verbraucher wichen auf Eigenmarken aus – und blieben dabei. Seit Ende 2025 haben mehrere Händler bereits Preissenkungsrunden bei ihren Eigenmarken eingeleitet.

Aldi und Lidl setzen auf Breite und Premium

Aldi hat mit über 60 Artikeln das umfangreichste Schokoladen-Eigenmarkensortiment im Discountervergleich. Die Basisversorgung übernimmt Choceur, das Premiumsegment bedient Moser Roth.

Leere Regale im Supermarkt Beliebtes Lebensmittel ist in vielen Märkten ausverkauft vor 1 Stunde

Lidl setzt auf Fin Carré im Einstieg und J.D. Gross im Premium-Bereich, Letzteres in Zusammenarbeit mit der Schokoladenfabrik Rausch. Bei den Preisen gab Lidl zuletzt den Takt vor: Nach einer Preissenkungsrunde kosten Standardtafeln wie Alpen-Vollmilch und Vollmilch-Nuss 0,79 Euro je 100 Gramm, Nuss-Varianten 1,19 Euro und Großtafeln mit 200 Gramm 2,19 Euro – Preise, die auch alle anderen Vollsortimenter mitgehen.

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Edeka baut aus, Rewe fokussiert sich

Edeka verfügt laut der LZ über das breiteste Handelsmarken-Sortiment unter den Supermärkten und hat im Herbst 2025 mit der Reihe "Herzstücke" zwei neue Premiumlinien eingeführt. Die erste orientiert sich optisch und inhaltlich stark an Milka, die zweite trägt den Namen Chocoluv und ist erkennbar an Tony's Chocolonely angelehnt – inklusive des Nachhaltigkeitskonzepts "Cocoa for Future". Der Regalpreis liegt jeweils nur knapp unter dem der jeweiligen Markenpendants.

Rewe verfolgt dagegen eine Strategie mit wenigen, klar profilierten Eigenmarken – darunter Einstiegstafeln unter ja!, NABU-unterstützende Rewe-Beste-Wahl-Produkte sowie Bio- und vegane Varianten. Eine Rewe-Bio-Schokolade wurde im Herbst 2025 Testsieger bei Stiftung Warentest. (eyn)

Verwendete Quellen

  • Lebensmittel Zeitung: Tafelschokolade als Profilierungsinstrument
  • Chip.de: Aldi, Lidl und Co. reagieren: Kunden kaufen immer weniger Milka und Ritter Sport

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