Kostenloser Strom dank Wind und Solar: Haushalte in Großbritannien können jetzt profitieren
Kostenloser Strom dank Wind und Solar: Haushalte in Großbritannien können jetzt profitieren
Aktualisiert am 17.04.2026, 12:15 Uhr © Foto: CC0 Public Domain - Unsplash/ Matthew Henry Lesedauer:2 Min. UTOPIADieser Beitrag wurde automatisch veröffentlicht und nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Wenn Wind und Sonne mehr Strom erzeugen als das Netz braucht, sollen Haushalte in Großbritannien künftig besonders günstig oder kostenlos Strom beziehen können.
Großbritannien will Haushalte dazu bewegen, in Zeiten mit besonders viel erneuerbarer Energie mehr Strom zu verbrauchen, berichtet der Guardian. Der nationale Energiesystemoperator Neso hat dafür seit dem 14. April sein bestehendes Flexibilitätsprogramm erweitert: Energieversorger können ihren Kunden zu Zeiten mit erwarteten Stromüberschuss stark vergünstigten oder kostenlosen Strom anbieten.
Konkret bedeutet das: Wer seinen Geschirrspüler, die Waschmaschine oder sein Elektroauto dann betreibt, wenn Wind- und Solaranlagen mehr Strom produzieren als das Netz abnehmen kann, soll davon finanziell profitieren.
Warum Strom in Großbritannien zeitweise vergünstigt wird
Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Wenn zu viel erneuerbarer Strom ins Netz fließt und die Nachfrage zu gering ist, drohen Überlastungen. Bisher zahlt der nationale Netzbetreiber (Neso) Wind- und Solarparks dafür, ihre Produktion zu drosseln – Kosten, die letztlich über die Energierechnungen der Verbraucher:innen finanziert werden.
Das neue Programm soll diesen teuren Mechanismus ersetzen. Statt Erzeugung abzuschalten, soll der Verbrauch gezielt erhöht werden. Bereits heute können mehr als zwei Millionen Haushalte günstigere Tarife in Schwachlastzeiten nutzen. Das neue Programm wäre jedoch das erste Mal, dass Neso dieses Instrument aktiv zur Netzstabilisierung einsetzt.
Langfristig soll das Problem an der Wurzel gelöst werden: Geplante Netzausbauten sollen es künftig erleichtern, erneuerbaren Strom aus dünn besiedelten Regionen dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird – ohne teure Abschaltungen. Bis in die 2030er Jahre soll zudem der steigende Stromverbrauch durch Elektroautos, Wärmepumpen und grüne Wasserstoffproduktion dazu beitragen, Überschüsse natürlich abzubauen, schreibt der Guardian. Auch Unternehmen und Industriebetriebe sollen künftig von vergünstigten Tarifen profitieren, wenn sie ihren Verbrauch in Hochproduktionsphasen erhöhen.
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Großbritannien erreicht Rekorde bei Solar- und Windenergie
Großbritannien verzeichnete Anfang April 2026 zwei aufeinanderfolgende nationale Solarrekorde und kurz zuvor einen nationalen Rekord bei der Windenergie. Der Sommer 2026 könnte der erste sein, in dem das Stromnetz zeitweise vollständig mit emissionsfreiem Strom läuft, schreibt der Guardian.
Das Land hat in den vergangenen Jahren den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung stark gesteigert, auf 52 Prozent. (Stand 2024, Quelle: Enerdata) Im Vergleich mit Ländern wie den Vereinigten Staaten schneidet das Land gut ab, diese kommen 2024 auf 23,4 Prozent. In Europa sind viele Länder noch weiter: Deutschland erreichte 2024 57,3 Prozent Anteil am Stommix, Norwegen 98,6 Prozent.
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Entlastung für Haushalte mit steigenden Energiekosten
Das Programm kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Ab Juli 2026 steigt die staatliche Preisobergrenze für Energie auf fast 2.000 Pfund pro Jahr – ausgelöst durch gestiegene Energiemarktpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten. Günstige oder kostenlose Stromfenster könnten Haushalte zumindest teilweise entlasten.
Mehr Inhalte von Utopia.de News, Tipps, Rezepte und Kaufberatung für eine nachhaltigere Welt. Kostenlos weiterlesenUtopia meint: Das Programm ist nötig, weil Großbritanniens Stromnetz noch nicht für die Mengen erneuerbarer Energie gebaut wurde, die heute schon produziert werden. Perspektivisch wird sich das durch Netzausbau und wachsende Nachfrage von selbst entschärfen.
Bis dahin ist es zumindest fair, wenn Haushalte von den Überschüssen profitieren – gerade in Zeiten, in denen Energiekosten für viele eine echte Belastung sind. Und es zeigt einmal mehr: Erneuerbare lohnen sich.
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Verwendete Quellen: The Guardian, Enerdata
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