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König von Burgdorf sorgt für Eklat um Pissoir-Verbot

Streit eskaliert – Linke verlassen Parlamentssaal Lauwiner sorgt mit Pissoir-Posse für Eklat

In Burgdorf BE tobt ein bizarrer Streit: Ein Pissoir-Verbot in Schultoiletten sorgt für Chaos im Parlament. Mittendrin: Der selbsternannte «König der Schweiz» Jonas Lauwiner.Publiziert: vor 49 Minuten|Aktualisiert: vor 43 Minuten Teilen Anhören Kommentieren1/5Der selbsternannte «König der Schweiz» Jonas Lauwiner sorgt in seiner Heimatgemeinde Burgdorf BE für Aufruhr.Foto: Helena Graf

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Burgdorf BE debattiert über Pissoir-Verbot an städtischen Schulen
  • Jonas Lauwiner vergleicht Verbot mit Vorgehen in Nazi-Deutschland
  • Abstimmung: Deutliches Nein, doch Stadtregierung entscheidet letztlich über Toilettenbau
Joschka SchaffnerRedaktor Politik

In Burgdorf BE schwelt ein Streit ums kleine Geschäft. An den städtischen Schulen sollen zukünftig keine Pissoirs mehr in die Toiletten eingebaut werden. So entschied es das Gemeindeparlament bereits letzten November. Das solle für mehr Sauberkeit sorgen, fanden die Ratsmitglieder.

Nur: Die Sache ist damit noch lange nicht gegessen. Mittendrin ist der selbsternannte «König der Schweiz», Jonas Lauwiner (31). Der Burgdorfer Möchtegern-Herrscher politisiert in seiner Heimatgemeinde auch im Stadtrat – und will sich mit dem Pissoir-Verbot nicht abfinden. Dabei sorgt er für einen regelrechten Eklat.

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Stadtregierung stärkt Lauwiner den Rücken

Wie die «Berner Zeitung» berichtet, verlangte Lauwiner diese Woche in einem Vorstoss, das erst gerade beschlossene Verbot wieder zu kippen. Und erreichte damit überraschend bereits vor der Debatte einen Teilerfolg: Der Burgdorfer Gemeinderat, die Stadtregierung, stärkte dem Vorhaben den Rücken. Die Pissoirs seien nämlich nicht nur ergonomisch vorteilhaft, sondern würden auch Wasser sparen und seien – hier ist der Gemeinderat anderer Ansicht als das Parlament – einfacher zu reinigen.

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Im Parlament zeigte man sich über eine zweite Runde in der Pissoir-Posse jedoch gar nicht erfreut. Dass der Lokal-Provokateur das Thema bereits nach so kurzer Zeit wieder aufwärmte, brachte ihm vonseiten der Geschäftsprüfungskommission eine satte Rüge ein.

Nazi-Keule im Parlament

Lauwiner selbst schien dies aber nicht zu kümmern. Beflügelt durch den Rückenwind aus der Stadtregierung redete sich der König im Parlamentssaal in einen Rausch – und griff zu sonderbaren Vergleichen: Das Pissoir-Verbot stellte er dabei etwa in Zusammenhang mit Nazi-Deutschland.

Spätestens da war für viele das Fass definitiv übervoll: Wie die «Berner Zeitung» schreibt, verliessen Vertreterinnen und Vertreter der SP, Grünen und EVP während des Votums des «Königs» demonstrativ den Saal. Und als die Empörten den Saal wieder betraten, unterstellte ihnen Lauwiner «kindisches Verhalten».

Am Schluss entscheidet die Exekutive

Lauwiner hatte mit seinem Vorstoss im Prinzip schon gewonnen. Doch das Poltern des Politikers führte schlussendlich dazu, dass die GLP davon abwich, diesen zu unterstützen. In der folgenden Abstimmung resultierte daher ein deutliches Nein für die Aufhebung des Pissoir-Verbots.

Nur: Wie es sich für eine richtige Lokalposse gehört, war auch die zweite Runde des Burgdorfer WC-Streits bloss viel Lärm um nichts. Denn wie Stadtpräsident Stefan Berger im Anschluss an die Diskussion betonte: Beim Bau von Toilettenanlagen lägen die Details nämlich in der Kompetenz der Exekutive. 

Kein Wunder, bilanzierte laut der «Berner Zeitung» ein Parlamentsmitglied danach konsterniert: Ihn pisse dieses Geschäft an.

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