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Kelly Reilly: "Wir sind die Hüter und Beschützer dieser Figuren"

Interview Neuer "Yellowstone"-Ableger

Kelly Reilly: "Wir sind die Hüter und Beschützer dieser Figuren"

Aktualisiert am 15.05.2026, 18:18 Uhr Cole Hauser und Kelly Reilly bei einem Special Screening von "Dutton Ranch" in Berlin. © IMAGO/Future Image/IMAGO/Sebastian Gabsch Lesedauer:4 Min.

Neue Heimat für Beth Dutton und Rip Wheeler – doch kommen sie endlich zur Ruhe? Mit "Dutton Ranch" startet ein neuer Ableger des "Yellowstone"-Universums, der alte und neue Fans erreichen will.

Ein Interview von Doreen Hinrichs

Mit "Yellowstone" schuf Taylor Sheridan, der Kopf hinter der Show, mehr als nur eine moderne Westen-Serie. Familienfehden, Machtpolitik und natürlich jede Menge Cowboy-Romantik trafen den Nerv der Zuschauer und ließen die Serie zu einem weltweiten Phänomen werden.

Längst ist ein ganzes Universum entstanden, das mit zahlreichen Ablegern wie "1883" oder "Marshals" die Genre-Grenzen hinter sich gelassen hat und ein Stück Popkultur geworden ist.

Neben Kevin Costner als Familienoberhaupt wurden vor allem zwei Figuren zu Fanlieblingen: Beth Dutton und Rip Wheeler – und ihre einzigartige, kompromisslose und ziemlich heiße Liebe. Folgerichtig bekommen die beiden nun ein eigenes Spin-off: Am 15. Mai startet bei Paramount+ "Dutton Ranch".

Die Serie setzt nahezu nahtlos an "Yellowstone", das mit einem echten Knall endete, an. Die Hauptdarsteller Kelly Reilly und Cole Hauser sprachen mit uns über die neue Dynamik ihrer Figuren und die Herausforderung, derart ikonische Rollen weiterzuentwickeln.

Vorsicht! Das Interview enthält Spoiler! Wenn Sie noch nicht alle "Yellowstone"-Staffeln zu Ende gesehen haben, lesen Sie lieber nicht weiter.

In "Yellowstone" stand Beth Dutton stets im Zentrum des Geschehens, währen Rip eher der schweigsame Spieler am Rande war. Nun ist auch er im Mittelpunkt. Wie sind Sie mit dieser neuen Dynamik umgegangen?

Video Trailer Trailer zu "Dutton Ranch" - das nächste Kapitel der "Yellowstone"-Saga vor 2 Stunden

Kelly Reilly: Es gibt wirklich eine große Veränderung in der Dynamik! Wir haben ausführlich und sehr detailliert daran gearbeitet und versucht, das Ganze zu entwirren. Wir beide, also Beth und Rip, sind jetzt der Mittelpunkt einer neuen Welt. Beide nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Früher diente alles der Ranch und John Dutton (Kevin Costner). Nun, wo er tot ist, müssen Rip und Beth sich neu finden. Wer sind sie jetzt? Was wollen sie? Können sie einfach so weitermachen wie bisher?

"Wir sind die Hüter und Beschützer dieser Figuren. Niemand kennt sie so gut wie wir; sie sind in unseren Körpern."

Sie spielen ihre Charaktere seit so vielen Jahren und "kennen" sie besser als jeder andere. Gab es Momente beim Dreh, in denen sie vom Drehbuch abwichen, weil sie dachten: "So würde Beth nie handeln" oder "Das würde Rip nie sagen"?

Hauser: Ja. Und es war gut, dass wir uns beide haben. Wir haben während des Drehs der gesamten Staffel zwischen uns und Christina Veros (Regisseurin "Dutton Ranch" und zahlreicher "Yellowstone"-Episoden), die mit uns von Anfang an zusammengearbeitet hat, den Ball hin- und hergespielt. Es war großartig. Ich konnte zu Kelly sagen: "Lass uns diese Szene durchspielen", und wenn mir etwas seltsam oder unpassend vorkam, spürte sie das meistens auch und sagte: "Ja, lass uns kurz darüber reden."

Reilly: Ja, wir sind die Hüter und Beschützer dieser Figuren. Niemand kennt sie so gut wie wir; sie sind in uns. Wir haben fast zehn Jahre Erfahrung mit ihnen. Natürlich müssen und wollen wir offen für das Neue sein, aber die DNA steckt in uns. Wir müssen uns um sie kümmern – und das war eine Verantwortung, die ich sehr ernst genommen habe. Ja, es gab definitiv Momente, in denen ich dachte: "Lass uns das mal kurz überdenken." Und dann gab es andere Momente, in denen es sich absolut perfekt anfühlte.

Hauser: Und wir dachten natürlich auch immer einen Schritt weiter. Was sind die Auswirkungen? Wenn wir dies oder das jetzt tun und so handeln, wohin führt uns das dann?

Reilly: Genau! Es gibt kein richtig oder falsch. Man trifft Entscheidungen und folgt dabei seinem Herzen und seinen Instinkten.

Filme und Serien "Dutton Ranch": Beth und Rip kehren am 15. Mai zurück 24. März 2026

Kelly Reilly: "Wir haben Dinge bis zum Äußersten ausgereizt"

Also bleibt auch während des sicher eng getakteten Drehs einer Serie, die ja auch noch Teil einer größeren Erzählung ist, Raum für spontane Änderungen?

Hauser: Es gibt immer kleine Anpassungen. Und ich denke, dass wir dadurch besonders zeigen – und das ist wirklich wichtig und nicht alltäglich –, dass wir uns wirklich umeinander kümmern und uns etwas bedeuten. Wir sind durch so viel mit Taylor [Sheridan] gegangen; sieben Jahre haben wir zusammengearbeitet. Er war ein so großartiger Autor für diese Figuren und wir haben viel voneinander gelernt.

Für Fans ist es natürlich toll, wenn ihre Lieblingsfiguren zurückkehren. Für Schauspielerinnen und Schauspieler kann es schwierig sein, so sehr mit einer Figur identifiziert zu werden. Hatten Sie Zweifel?

Reilly: Ja, auf jeden Fall. Aber ich glaube, wir sind mit diesen Figuren in der Welt von "Yellowstone" beide an unsere Grenzen gestoßen – und das war auch gut so. Ich glaube, es gab einige Dinge, die wir wirklich bis zum Äußersten ausgereizt haben. Solange es aber darum geht, einen neuen Abschnitt einzuläuten, hatten wir das Gefühl, eine Art Neuanfang zu wagen, nicht einfach nur eine Fortsetzung der Geschichte von "Yellowstone" und der Figuren. Wir mussten das Gefühl haben, dass es anders war.

Hauser: Wir mussten uns weiterentwickeln.

Reilly: Ja, wir mussten wachsen.

… auch um mehr zu sein als ein weiteres Spin-off?

Hauser: Genau. Wir wollten sicherstellen, dass, was auch immer wir tun – und das war zumindest für mich das Wichtigste –, wir mit den Autoren und allen Beteiligten darüber sprechen: Wie entwickeln wir diese Charaktere weiter? Was tun wir, um sie aus ihrer Komfortzone herauszuholen? Es gibt so viel Potenzial, wir können wirklich erfolgreich wachsen und eine Serie haben, die drei, vier, fünf Jahre oder wie lange auch immer läuft. Das ist die Hoffnung. Und wenn das Publikum darauf anspricht, dann haben wir vielleicht eine Chance darauf.

Reilly: Die Vielfältigkeit der Figuren ist ein Geschenk für uns, genau wie die Möglichkeit, ihre Geschichte weiterzuerzählen und zu entwickeln. Es bleibt noch sehr viel zu erzählen.

In aller Kürze und ohne Spoiler: Was erwartet die Fans Neues bei Beth und Rip? Worauf können sie sich am meisten freuen?

Hauser: Auf die ganze Staffel natürlich! (lacht)

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Reilly: Ja! Und man sieht Beth und Rip wie Fische auf dem Trockenen. Sie sind nicht mehr Königin und König auf "Yellowstone" in Montana. Sie kennen niemanden, sie fangen ganz von vorne an, es gibt unglaublich viele Herausforderungen. Das Publikum sieht, wie sie kämpfen müssen – wie noch nie zuvor. Das wird auf jeden Fall etwas Neues!

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