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Jan van Aken kündigt Rückzug als Linken-Chef an - Schwerdtner reagiert

Gesundheitliche Gründe

Jan van Aken kündigt Rückzug als Linken-Chef an

Aktualisiert am 15.04.2026, 18:57 Uhr Die Bundesvorsitzenden der Partei Die Linke, Jan van Aken. © picture alliance/dpa/Bernd von Jutrczenka Lesedauer:3 Min.

Eigentlich wollte sich die Doppelspitze Jan van Aken und Ines Schwerdtner beim Parteitag im Juni zur Wiederwahl stellen. Nun kommt es anders.

Jan van Aken gibt sein Amt als Co-Vorsitzender der Linken im Juni aus gesundheitlichen Gründen ab. Das teilte van Aken in Berlin mit. Ursprünglich wollte sich der 64-Jährige gemeinsam mit seiner Co-Vorsitzenden Ines Schwerdtner beim Parteitag in Potsdam zur Wiederwahl stellen.

"Anders als bislang geplant, kann ich leider im Juni auf dem Bundesparteitag der Linken nicht wieder als Parteivorsitzender antreten", teilte er jetzt mit. "Aus gesundheitlichen Gründen muss ich mein Amt im Juni niederlegen."

In der nächsten Zeit werde er sich verstärkt um seine Gesundheit kümmern müssen, erklärte van Aken weiter. "Aber es besteht kein Grund zu größerer Sorge um mich, es ist keine lebensbedrohliche Krankheit." Trotzdem müsse er auf sich aufpassen. Er werde "nicht komplett ausfallen", betonte der Linken-Politiker. Sein Mandat im Bundestag werde er bis zum Ende der Legislaturperiode ausüben "und weiterhin der Partei zur Verfügung stehen, im Rahmen des dann Möglichen".

Linken-Parteivorsitz seit 2024 mit Ines Schwerdtner

Der einstige Greenpeace-Aktivist war im Oktober 2024 an der Seite der Publizistin und Miet-Aktivistin Ines Schwerdtner auf dem Bundesparteitag in Halle an der Saale zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Bis zum Potsdamer Parteitag im Juni werde er weiter an der Seite Schwerdtners Parteivorsitzender bleiben, erklärte er. "Mir fällt dieser Schritt sehr schwer, weil ich es immer anders geplant hatte. Ich werde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ines vermissen." Die Linkspartei wählt bei ihrem Parteitag in Potsdam vom 19. bis 21. Juni ihre neue Führung.

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Doppelspitze schaffte Comeback der Linken

Bei der Wahl von Schwerdtner und van Aken 2024 als Doppelspitze steckte die Partei mit Umfragewerten von nur noch zwei bis drei Prozent in einer tiefen Krise. Dem Duo gelang jedoch für die Partei die Wende. Bei der Bundestagswahl 2025 zog die Linke mit 8,8 Prozent wieder ins Parlament ein.

Opposition Linke verdoppelt Mitgliederzahl – doch der Erfolg wird überschattet 23. Januar 2026

Seine Partei sei auf einem guten Weg, sagte van Aken. So habe die Linke bei allen vier Wahlen in diesem Jahr deutlich zugelegt. Es kämen immer weiter neue Parteimitglieder dazu, "wir haben Themen wie Mietendeckel und Vermögensteuer bundesweit stark gemacht". Die anderen Parteien würden anfangen, "bei uns abzuschreiben. Daher bin ich zuversichtlich, dass die Linke in den nächsten Jahren eine immer größere Rolle in diesem Land spielen wird."

Der 64 Jahre alte Biologe aus Schleswig-Holstein saß bereits von 2009 bis 2017 für die Linke im Bundestag. Vorher war er Biowaffeninspekteur bei der UNO und Gentechnikexperte bei Greenpeace. Der Vater von drei Kindern war auch für die Rosa-Luxemburg-Stiftung in Tel Aviv tätig.

Die Themen Solidarität und gerechte Vermögensverteilung stellt er in den Mittelpunkt. "Ich finde, es sollte keine Milliardäre geben", ist eine seiner Lieblingsaussagen.

Jan van Aken (l) und Ines Schwerdtner haben 2024 gemeinsam den Parteivorsitz der Linken übernommen. (Archivbild) © dpa / Soeren Stache/dpa

Schwerdtner: Entscheidung macht mich traurig

Ines Schwerdtner bedauert den Rückzug ihres Co-Vorsitzenden Jan van Aken. Seine Entscheidung mache sie traurig, sagte Schwerdtner der Deutschen Presse-Agentur. Aber: "Die Gesundheit geht vor, auch vor gemeinsame politische Projekte."

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Die Linke habe ein fulminantes Comeback erlebt - "ein Fiebertraum, der uns aber nie an der Aufgabe oder an unserer Zusammenarbeit zweifeln ließ". Die gemeinsame Zeit an der Parteispitze habe sie mit van Aken zusammengeschweißt. "All das wäre ohne unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit, vor allem aber ohne unsere fantastischen Teams und die Zehntausenden Mitglieder nicht denkbar gewesen", sagte Schwerdtner. Dieser gemeinsame Erfolg bleibe. "Danke dir, Jan, schon jetzt. Es wäre mit keinem anderen möglich gewesen. (dpa/afp/bearbeitet von ng/cgo)

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