Jahrelang weggesperrtes Kind - Urteil für Anfang Mai geplant
Jahrelang weggesperrtes Kind - Urteil für Anfang Mai geplant
Aktualisiert am 14.04.2026, 13:35 Uhr Die Großeltern mütterlicherseits sind wegen Beihilfe angeklagt. (Archivbild) © dpa / Bernd Thissen/dpa Lesedauer:1 Min. Von Deutsche Presse-AgenturDieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Eine Achtjährige wird nach langer Isolation mit schweren Störungen aus einem Haus in NRW befreit. Ihre Mutter und ihre Großeltern sind angeklagt. Das Landgericht Siegen will bald entscheiden.
Siegen - Im Prozess um ein jahrelang eingesperrtes Mädchen in Attendorn im Sauerland soll gegen die angeklagte Mutter und die Großeltern des Kindes in rund drei Wochen das Urteil verkündet werden. Das Landgericht Siegen kündigte an, am 4. Mai sei in dem Strafverfahren mit einem Abschluss zu rechnen. Im September 2022 war das damals achtjährige Mädchen von Polizei und Jugendamt aus dem Haus der Großeltern befreit worden. Das Kind litt unter massiven psychischen, körperlichen und sozial-emotionalen Störungen.
Liste der Vorwürfe gegen die Mutter ist lang
Die Mutter soll ihre Tochter seit dem 15. Juli 2015 - mehr als sieben Jahre lang - versteckt und komplett isoliert haben. Das Kind durfte das Haus der Großeltern, die das Treiben ihrer Tochter laut Anklage aktiv unterstützten, die ganze Zeit über nicht verlassen, nicht draußen spielen, nicht zum Arzt gehen, keine Kita oder Schule besuchen. Die Mutter ist unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Körperverletzung, Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten und Freiheitsberaubung angeklagt.
Sie habe ihr Kind mit "böswilliger Vernachlässigung" schwer geschädigt, sagte Staatsanwältin Christina Lukas bei der Anklageverlesung Anfang Februar. Die Großeltern mütterlicherseits sind wegen Beihilfe angeklagt. Das Mädchen war nach seiner Befreiung mehrere Monate bis Mai 2023 in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie behandelt worden und ist aktuell in ambulanter Therapie.
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Die Angeklagte habe dem Vater jeden Kontakt zu seiner Tochter verweigern und das Kind "ganz für sich alleine haben" wollen, hieß es im Hinblick auf ein mutmaßliches Motiv. Der Prozess hatte am 7. Januar begonnen und musste nach mehreren Verzögerungen am 9. Februar neu gestartet werden. Nach der Anklageverlesung war die Öffentlichkeit ausgeschlossen worden. Das Gericht hatte das vor allem mit einem Suizidversuch der Anklagten begründet. © Deutsche Presse-Agentur
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