Iran greift mehrere Schiffe in Straße von Hormus an
Iran greift mehrere Schiffe in Straße von Hormus an
Aktualisiert am 22.04.2026, 15:15 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:7 Min. Ein Live-Blog von Philipp Scheiner Sven Kruschinski- 11:51 Uhr: Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden
- 10:35 Uhr: ➤ Iran greift mehrere Schiffe in Straße von Hormus an
- 06:31 Uhr: Verlängerte Waffenruhe stoppt Ölpreis-Anstieg kaum
- 05:44 Uhr: Trump droht dem Iran mit Eskalation
- 04:49 Uhr: Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus
- 03:55 Uhr: Trump: Waffenruhe mit dem Iran wird verlängert
➤ Iran greift mehrere Schiffe in Straße von Hormus an
- 10:35 Uhr
In der Straße von Hormus ist ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwer beschädigt worden. Ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich dem Schiff genähert und Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.
Das iranische Nachrichtenportal Nur-News, das dem Nationalen Sicherheitsrat nahesteht, bestätigte einen Vorfall. Ein Containerschiff, das Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert hatte, sei beschossen worden und habe erheblichen Schaden erlitten, hieß es.
Zu dem Vorfall kam es laut UKMTO 15 Seemeilen nordöstlich von Oman. Alle Besatzungsmitglieder sind demnach in Sicherheit. "Der Kapitän eines Containerschiffs berichtete, dass sich ein Schnellboot der IRGC dem Schiff genähert habe", heißt es in der Mitteilung. Schließlich habe die Besatzung des iranischen Boots ohne Funkwarnung das Feuer eröffnet und dabei die Brücke schwerbeschädigt.
Wenig später meldete die UKMTO erneut einen Vorfall. Ein auslaufender Frachter wurde nach Angaben des Kapitäns acht Seemeilen westlich des Iran beschossen und liegt demnach gestoppt im Wasser. Die Besatzung sei in Sicherheit, Berichte über Schäden liegen demnach nicht vor. Die Behörde sei sich der erhöhten Aktivität im Gebiet der Straße von Hormus bewusst und fordere Schiffe auf, jede verdächtige Aktivität zu melden, hieß es. (dpa/bearbeitet von phs/skr)
Von einem dritten Vorfall berichtete die BBC kurze Zeit später unter Berufung auf die auf kommerzielle Schifffahrt spezialisierte Sicherheitsfirma Vanguard. Demnach wurde ein unter der Flagge Panamas fahrender Frachter sechs Seemeilen vor der iranischen Küste angegriffen und von den iranischen Revolutionsgarden zum Ankern aufgefordert. Das Schiff habe Schäden am Rumpf und an Unterbringungsquartieren gemeldet, hieß es weiter.
Immer wieder kommt es in der Straße von Hormus zu entsprechenden Vorfällen. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Die Lage in der Straße von Hormus ist auch nach der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Verlängerung der Waffenruhe unverändert.
+++
Was passiert ist
- Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
- Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
- Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
- Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
- Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.
- Am 21. April kündigte US-Präsident Trump eine Verlängerung der Waffenruhe an
+++
Trump verlängert Waffenruhe mit Iran
Aktualisiert am 22.04.2026, 05:34 Uhr Die Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran wird überraschend verlängert. US-Präsident Trump setzt damit weiter auf eine Verhandlungslösung - ohne neue Frist.Weitere News zum Iran-Krieg vom 22. April:
Rutte versichert der Türkei Nato-Beistand nach Raketen aus dem Iran
- 15:13 Uhr
Nach iranischen Raketenangriffen auf die Türkei hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Ankara versichert, dass das Militärbündnis stets "das Notwendige" unternehmen werde, um die Türkei und die anderen Mitgliedstaaten zu verteidigen. Die Nato habe in den vergangenen Wochen viermal "erfolgreich Raketen abgefangen, die aus dem Iran in Richtung der Türkei unterwegs" gewesen seien, sagte Rutte am Mittwoch in der türkischen Hauptstadt.
"Die Nato ist für solche Bedrohungen vorbereitet und wird immer tun, was notwendig ist, um die Türkei und alle anderen zu verteidigen", sagte Rutte weiter. Nach dem Eindringen iranischer Raketen in den türkischen Luftraum hatte das Verteidigungsbündnis die Nato-Luftwaffenbasis in Incirlik mit einem zusätzlichen dritten Patriot-Flugwehrsystem verstärkt. (afp)
+++
Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden
- 11:51 Uhr
Die arabischen Länder fordern vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heißt es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. "Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmäßigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten", heißt es in der Erklärung der Außenminister.
Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.
"Die arabischen Länder waren und werden keine Geiseln in den Händen des Irans sein, um Rechnungen zu begleichen", sagte Ahmed Abul Gheit, Generalsekretär der Organisation, Berichten zufolge. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten des arabischen Raums in Nordafrika und dem Nahen Osten. (dpa)
+++
Irans Revolutionsgarden fordern Wachsamkeit trotz Feuerpause
- 08:35 Uhr
Irans Revolutionsgarden haben nach einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe erhöhte Wachsamkeit gefordert. Die iranischen Streitkräfte seien auf dem "Höhepunkt der Bereitschaft" zur Fortsetzung der Kampfhandlungen, hieß es in einer Erklärung der Elitestreitmacht. In einer neuen Phase der Eskalation könnten die Streitkräfte "vernichtende und für den Feind unvorstellbare Schläge gegen die verbleibenden Vermögenswerte" in der Region ausführen. (dpa)
+++
Verlängerte Waffenruhe stoppt Ölpreis-Anstieg kaum
- 06:31 Uhr
Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran zeichnet sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung ab. Die Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Anschließend gab der Preis etwas nach und lag zuletzt bei 99 Dollar. Im Vergleich zum Vortag entspricht das einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.
Zuvor hatte Trump mitgeteilt, auf Bitten Pakistans von weiteren Angriffen abzusehen, bis die Führung im Iran einen geeinten Vorschlag unterbreite und die Gespräche zu einem Ende kämen. Die Waffenruhe wäre sonst nach Trumps Angaben in der deutschen Nacht zu Donnerstag ausgelaufen. Trump hatte für diesen Fall mit schweren Angriffen auf den Energiesektor und die zivile Infrastruktur im Iran gedroht.
Eine Annäherung bei den Verhandlungen ist derweil nicht in Sicht. Bis zuletzt hatten sich Washington und Teheran nicht auf eine zweite Verhandlungsrunde einigen können - trotz der Bemühungen Pakistans, die Trump in seiner Ankündigung hervorhob. Die USA wollen zudem an ihrer Blockade des iranischen Seehandels festhalten, was Teheran als Hindernis für neue Gespräche wertet. (dpa/bearbeitet von phs)
+++
Analyse Übergewinne an der Zapfsäule? Welche Ölriesen im Iran-Krieg Rekordgewinne melden vor 1 Tag von Dominik BardowTrump droht dem Iran mit Eskalation
- 05:44 Uhr
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstagabend eine Verlängerung der Waffenruhe angekündigt. Anschließend verschärfte er den Ton im Iran-Krieg deutlich. Auf seiner Plattform "Truth Social" postete er, Teheran würde die Straße von Hormus nur aus taktischen Gründen schließen. In Wahrheit aber würde der Iran die Meeresenge gerne freigeben, dann würde Teheran 500 Millionen Dollar täglich daran verdienen.
Im selben Post warnte Trump, eine Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute würde Verhandlungen unmöglich machen. Wörtlich schrieb er: "Aber wenn wir das tun, kann es niemals ein Abkommen mit dem Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest des Landes in die Luft, einschließlich seiner Führung!" (phs)
+++
Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus
- 04:49 Uhr
Für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen treffen sich heute Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London. Das von Großbritannien und Frankreich ausgerichtete zweitägige Planungstreffen folgt auf eine internationale Konferenz in der französischen Hauptstadt in der vergangenen Woche.
London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.
Bei der Pariser Konferenz forderten die beteiligten Länder – neben den Europäern auch Indien, China und die Türkei – eine sofortige, bedingungslose und vollständige Wiederöffnung der Meerenge durch alle Parteien. Der Iran blockiert seit Wochen die Durchfahrt der wichtigen Meeresenge für Handelsschiffe.
Die Aufgabe der militärischen Planungskonferenz sei nun, den diplomatischen Konsens in einen gemeinsamen Plan zum Erhalt der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu übertragen, sagte der britische Verteidigungsminister John Healey einer Mitteilung zufolge.
Voraussetzung für die Umsetzung der Pläne ist jedoch ein stabiles Waffenstillstandsabkommen zwischen den Kriegsparteien USA, Israel und Iran. (dpa/bearbeitet von phs)
+++
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Trump: Waffenruhe mit dem Iran wird verlängert
- 03:55 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran verlängert. Er werde die Feuerpause so lange verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und "die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden", erklärte Trump am Dienstag kurz vor Ablauf des zweiwöchigen Waffenruheabkommens auf seiner Onlineplattform Truth Social. Die US-Blockade iranischer Häfen bleibe allerdings bestehen.
Trump schrieb, dass Pakistan ihn um eine Verlängerung gebeten habe. "Angesichts der Tatsache, dass die Regierung des Iran wenig überraschend ernsthaft zersplittert ist, ist uns von Feldmarschall Asim Munir und Premierminister Shehbaz Sharif aus Pakistan die Bitte herangetragen worden, unseren Angriff auf den Iran so lange zurückzuhalten, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag ausarbeiten können", erklärte der US-Präsident. Pakistan vermittelt im Krieg zwischen den USA und dem Iran und hatte die beiden Kriegsparteien zu neuen Gesprächen eingeladen.
Iran-Krieg Trump will Waffenruhe mit dem Iran verlängern vor 10 StundenPakistans Regierungschef Sharif bedankte sich daraufhin bei Trump für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. "Ich hoffe aufrichtig, dass beide Seiten die Waffenruhe weiterhin einhalten und während der in Islamabad geplanten zweiten Gesprächsrunde ein umfassendes Friedensabkommen für ein dauerhaftes Ende des Konflikts abschließen können", erklärte er im Onlinedienst X.
Die US-Blockade iranischer Häfen bleibt Trump zufolge indes bestehen. Die US-Armee bleibe "in jeder anderen Hinsicht einsatzbereit und fähig", erklärte er.
Empfehlungen der Redaktion
- Welche Szenarien im Iran nun denkbar sind
- Warum Kerosin knapp wird – und was das für Bürger bedeutet
- Neue Iran-Sanktionen: "Finanzielles Äquivalent zu Bombenangriffen"
Die Reise von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen in Pakistan wurde derweil nach Angaben aus dem Weißen Haus vorerst abgesagt. "Die Reise nach Pakistan wird heute nicht stattfinden", erklärte ein Vertreter des Weißen Hauses. (afp)
+++
Mit Material von AFP und dpa
- Die Entwicklungen vom 21. April in der Nachlese
- Die Entwicklungen vom 20. April in der Nachlese
- Die Entwicklungen vom 19. April in der Nachlese
