Iran erwägt offenbar teilweise Öffnung der Straße von Hormus
Iran erwägt laut Bericht teilweise Öffnung der Straße von Hormus
Aktualisiert am 16.04.2026, 10:20 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:5 Min. Ein Live-Blog von Nelly Grassinger Marie-Christine Sandler- 09:16 Uhr: ➤ Iran erwägt offenbar teilweise Öffnung der Straße von Hormus
- 07:20 Uhr: Irans Atomprogramm mutmaßlich schwer beschädigt - nicht vernichtet
- 05:36 Uhr: Chameneis Militärberater droht mit Angriffen auf US-Schiffe in Straße von Hormus
- 05:18 Uhr: Netanjahu: USA und Israel verfolgen im Iran "identische Ziele"
- 04:00 Uhr: USA drohen Iran mit Sanktionen
Hier Live-Blog zum Iran-Krieg aktualisieren
➤ Iran erwägt offenbar teilweise Öffnung der Straße von Hormus
- 09:16 Uhr
Der Iran erwägt offenbar, die Straße von Hormus zumindest teilweise wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Es wäre die erste Abkehr von den Maximalforderungen, an die Teheran Friedensverhandlungen bislang stets geknüpft hatte.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine von der iranischen Regierung unterrichtete Person berichtet, ist im Gespräch, Schiffen die Durchfahrt auf der omanischen Seite der Meerenge zu erlauben, um neue Kämpfe mit den USA zu verhindern. Voraussetzung sei jedoch, dass die USA Forderungen des Iran nach einem Ende der Sanktionen stattgeben.
Noch haben weder die US-Regierung noch die Machthaber im Iran dies bestätigt oder dementiert. (mcf)
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Was passiert ist
- Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
- Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
- Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
- Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
- Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.
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Analyse Friedenstifter mit Problemen "Zwei wichtige Motive": Welche Ziele verfolgt Pakistan? vor 5 Tagen von Leon KottmannWeitere News zum Iran-Krieg vom 16. April:
Ministerin: Netanjahu wird mit Libanons Präsidenten sprechen
- 10:17 Uhr
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben einer Ministerin heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren. Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Für ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes hochrangiges Gespräch zwischen Israel und dem Libanon hatte es zunächst aus beiden Ländern keine offizielle Bestätigung gegeben. Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hieß es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch. (dpa)
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Irans Atomprogramm mutmaßlich schwer beschädigt – nicht vernichtet
- 07:20 Uhr
Nach Angaben von Experten haben die US–israelischen Angriffe dem iranischen Nuklearprogramm zwar bereits schwere Schäden zugefügt - es jedoch nicht komplett vernichtet. "Der Iran ist nicht mehr die Schwellenmacht, die er einst war", konstatiert ein israelischer Diplomat, der anonym bleiben möchte. Ein nuklearer Schwellenstaat verfügt über das Fachwissen, die Ressourcen und die Einrichtungen, um kurzfristig eine Atomwaffe bauen zu können.
Im Krieg gegen den Iran sei nicht nur wichtige Infrastruktur, sondern auch Know-how zerstört worden, sagt der Diplomat. Wissenschaftler seien getötet und Universitäten gezielt angegriffen worden, "in denen sich die Rechenzentren mit dem iranischen Fachwissen befanden".
Auch der Experte Spencer Faragasso vom Institute for Science and International Security, einer auf die Beobachtung des iranischen Atomprogramms spezialisierten US-Denkfabrik, stellt fest: "Insgesamt hat dieser Konflikt das iranische Atomprogramm erheblich zurückgeworfen." Es werde "viel Zeit, Investitionen und Ressourcen erfordern, all diese verlorenen Fähigkeiten wiederherzustellen". (afp/bearbeitet von ng)
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Chameneis Militärberater droht mit Angriffen auf US-Schiffe in Straße von Hormus
- 05:36 Uhr
Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, hat mit Angriffen auf US-Schiffe in der Straße von Hormus gedroht. US-Präsident Donald Trump wolle sein Land zur "Polizei der Straße von Hormus" machen, sagte Resai am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. "Ist das die Aufgabe einer mächtigen Armee wie der der USA?".
Trump hatte eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus verhängt, nachdem am Wochenende erste Verhandlungen zwischen Vertretern des Iran und der USA ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren.
Resai, der selbst innerhalb der Revolutionsgarden als Hardliner gilt, sagte außerdem, er sei gegen eine Verlängerung der derzeit geltenden Waffenruhe. Dies sei aber seine "persönliche Meinung". (afp)
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Netanjahu: USA und Israel verfolgen im Iran "identische Ziele"
- 05:18 Uhr
Israel und die USA verfolgen gegenüber dem Iran aus Sicht des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dieselben Ziele. "Unsere amerikanischen Freunde halten uns permanent über ihre Kontakte zum Iran auf dem Laufenden", sagte Netanjahu am Mittwoch in einer von seinem Büro veröffentlichten Videobotschaft. "Die Ziele der Vereinigten Staaten und unsere eigenen sind identisch."
"Wir wollen, dass angereichertes Material aus dem Iran entfernt wird; wir wollen die Beseitigung der Anreicherungsfähigkeit innerhalb des Iran; und natürlich wollen wir die Öffnung der Meerenge (von Hormus) sehen".
Netanjahu benannte zudem die Ziele der israelischen Regierung bei den ersten direkten Gesprächen mit dem Libanon seit Jahrzehnten, die am Dienstag in Washington stattgefunden hatten. Sie waren ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. (afp)
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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Weltbank-Chefvolkswirt: Iran-Krieg verschärft Hunger-Risiko
- 04:14 Uhr
Der Chefvolkswirt der Weltbank, Indermit Gill, warnt vor den humanitären Folgen des Iran-Kriegs für Millionen Menschen weltweit. "Es gibt bereits etwa 300 Millionen Menschen, die unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden", sagte Gill am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. "Diese Zahl wird sehr, sehr schnell um etwa 20 Prozent steigen."
Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Öl-, Gas- und Düngerpreise in die Höhe. Um ihre Kosten zu senken, setzen die Landwirte weniger Düngemittel ein, was zu einem Rückgang der weltweiten Getreideproduktion führt. Dies könnte einige Länder zudem dazu veranlassen, Exportverbote zu verhängen, wodurch die Lebensmittelpreise noch weiter in die Höhe getrieben würden. "Diese Exportverbote bereiten uns große Sorge", sagte Gill.
Sollte der Krieg nicht bald beendet werden, werde der Hunger "die am stärksten gefährdeten Länder mit voller Wucht treffen", warnte der Weltbank-Chefvolkswirt. Derzeit sei Asien am stärksten von den ausbleibenden Ölexporten und den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen. Doch je länger die Krise andauere, "desto schneller werden sich diese Schwierigkeiten ausbreiten, zunächst nach Afrika", sagte Gill. (afp)
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USA drohen Iran mit Sanktionen
- 04:00 Uhr
Angesichts der festgefahrenen Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die US-Regierung der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen gedroht. So könnten beispielsweise Strafmaßnahmen gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. "Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist."
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Die USA haben bereits eine ganze Reihe von Sanktionen gegen den Iran und die politische Führung in Teheran verhängt. Nach den iranischen Angriffen auf Nachbarländer seien nun auch die Golfstaaten stärker als bisher dazu bereit, die Sanktionen gegen den Iran zu unterstützen und die Finanzströme zu stoppen, sagte Bessent. (dpa)
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Mit Material von AFP und dpa
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