Inspekteur warnt: "Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten"
Inspekteur warnt: "Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten"
Aktualisiert am 17.04.2026, 11:42 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:8 Min. Ein Live-Blog von Philipp Scheiner Fabian Teichmann- 11:42 Uhr: ➤ Marine-Inspekteur warnt vor Überlastung der deutschen Seestreitkräfte
- 11:00 Uhr: Irans Revolutionsgarden warnen: Haben Finger am Abzug
- 10:10 Uhr: SPD-Mann nennt Bedingungen für deutschen Hormus-Einsatz
- 09:44 Uhr: Lange Staus: Vertriebene im Libanon kehren zurück
- 05:59 Uhr: Trump nennt Iran-Krieg "kleinen Umweg"
- 03:30 Uhr: Straße von Hormus: Heute Beratungen in Paris
- 01:11 Uhr: Klingbeil: Iran-Krieg hat "massive Auswirkung"
Live-Blog zum Iran-Krieg hier aktualisieren
➤ Marine-Inspekteur warnt vor Überlastung der deutschen Seestreitkräfte
- 11:42 Uhr
Angesichts der Diskussion um einen möglichen Bundeswehr-Einsatz in der Straße von Hormus hat Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack vor einer Überlastung der deutschen Seestreitkräfte gewarnt. "Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben", sagte Kaack der "Wirtschaftswoche" laut Mitteilung vom Freitag. Die Bedrohung durch Russland dürfe trotz des Iran-Krieges nicht aus dem Fokus geraten.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berät am Freitag in Paris mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer über einen internationalen Einsatz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Deutschland könne sich daran mit Minenräumung oder Seefernaufklärung beteiligen, hieß es in Regierungskreisen in Berlin. Merz und Macron betonen, dass ein solcher Einsatz erst nach dem Ende des Iran-Krieges möglich sei.
"Die Welt mag gerade in den Nahen Osten schauen: Wir erleben aber auch einen Anstieg an Aktivitäten an der Nord- und Ostflanke, denen wir begegnen müssen", sagte Marine-Inspekteur Kaack. Er verwies auf eine Zunahme von U-Boot-Einsätzen, Flugraumverletzungen und Sabotageakten an Pipelines und Unterseekabeln. Je mehr Ressourcen die Bundeswehr etwa in Missionen im östlichen Mittelmeer oder ins Krisenmanagement investiere, desto weniger bleibe für die Hauptaufgaben. "Die richtigen Kämpfe zu wählen und dann zu führen, das ist und bleibt unsere Herausforderung. Denn alles, was wir haben, ist im Einsatz", betonte Kaack.
Der Offizier forderte, die strategischen Fähigkeiten der Marine weiter auszubauen und Zeit als entscheidende Ressource zu nutzen, um die Abschreckung gegenüber Russland zu stärken. Ziel müsse sein, dass der russische Präsident Wladimir Putin "morgens beim Blick in den Spiegel sagt: 'Heute ist kein guter Tag, die Nato anzugreifen'". (afp/bearbeitet von phs)
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Was passiert ist
- Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
- Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
- Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
- Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
- Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.
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Analyse Inszenierung als Messias Geht Trump jetzt einen Schritt zu weit? vor 3 Stunden von Anne-Kathrin HamiltonWeitere News zum Iran-Krieg vom 17. April:
Irans Revolutionsgarden warnen: Haben Finger am Abzug
- 11:00 Uhr
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben zum nationalen Tag der Armee scharfe Warnungen an die USA und Israel gerichtet. In einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung betonten die Elitestreitkräfte ihre Bereitschaft, auf jede militärische Bedrohung mit "verheerenden und tödlichen Schlägen" zu reagieren.
Weiter hieß es, man sei mit "fester Entschlossenheit, wachsamen Augen, eisernem Willen und dem Finger am Abzug" bereit, auf jede Bedrohung durch die USA, Israel und deren Verbündete zu reagieren.
Die Rhetorik folgt einem bekannten Muster der Revolutionsgarden zu militärischen Gedenktagen, gewinnt jedoch vor dem Hintergrund der aktuellen Lage an Bedeutung. (dpa/bearbeitet von phs)
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Trump zuversichtlich über Einigung mit dem Iran
Aktualisiert am 17.04.2026, 10:04 Uhr Seit dem 8. April gilt eine zweiwöchige Feuerpause zwischen dem Iran und den USA. Allerdings blockieren die USA den Schiffsverkehr von und zu iranischen Häfen. US-Präsident Trump ist jedoch zuversichtlich, dass eine Einigung mit dem Iran näherrückt.SPD-Mann nennt Bedingungen für deutschen Hormus-Einsatz
- 10:10 Uhr
Der SPD-Außenpolitikexperte Adis Ahmetović hat die Bereitschaft Deutschlands zur Beteiligung an einem internationalen Militäreinsatz zur Sicherung der zivilen Schifffahrt in der Straße von Hormus bekräftigt. Diese sei aber an Bedingungen geknüpft, sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Es brauche unter anderem "einen stabilen verlässlichen Waffenstillstand" in der Region und ein "internationales Dach" für den Einsatz, dazu komme ein Bundestagsmandat für den entsprechenden Bundeswehreinsatz.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) berät am Freitag in Paris mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem britischen Regierungschef Keir Starmer und zahlreichen weiteren Staats- und Regierungschefs über einen solchen Einsatz. Deutschland könne sich daran mit Minenräumung oder Seefernaufklärung beteiligen, hieß es vorab in Regierungskreisen in Berlin. Merz und Macron betonten außerdem bereits öffentlich, dass ein solcher Einsatz erst nach dem Ende des Iran-Krieges möglich sei.
Ahmetović sprach mit Blick auf die geplanten Abstimmungen in Paris von einem "Schlüsselmoment" für die gesamteuropäische Sicherheitspolitik. "Wir müssen europäische Geschlossenheit heute zeigen", sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. In der Region brauche es "Stabilität". "Das ist nicht unser Krieg, die Folgen aber schon", ergänzte Ahmetović mit Blick etwa auf steigende Energiepreise.
Zunächst gehe es in Paris aber um die vorbereitende Abstimmung zwischen Partnern, fügte Ahmetović hinzu. Die Entscheidung über den eigentlichen Einsatz sei keine, "die wir morgen treffen werden". Im Hintergrund gebe es bereits diplomatische Kontakte zu Golfstaaten, arabischen Ländern sowie asiatischen Partnern wie Südkorea und Japan. In einem zweiten Schritt sei es aber nötig, dass die USA bei der Mission "dabei sind". (afp/bearbeitet von phs)
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Lange Staus: Vertriebene im Libanon kehren zurück
- 09:44 Uhr
Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah haben sich seit den frühen Morgenstunden Tausende Menschen im Libanon auf den Weg zurück in ihre Heimatorte gemacht.
Auf den Straßen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Einige schwenkten Hisbollah-Fahnen aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen.
"Ich bin so glücklich", sagte Mahmud, der sich auf den Weg in seine Heimatstadt Nabatija gemacht hat. "Ich werde mein Zelt auf meinem zerstörten Haus aufstellen und wieder zu Hause wohnen." Eine andere Rückkehrerin sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wissen, dass die Waffenruhe auf zehn Tage begrenzt ist, aber wir müssen zurückgehen und sehen, was von unseren Häusern übrig ist."
Im Südlibanon und in denen als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts herrscht nach Wochen des Kriegs großflächige Zerstörung. Viele Verbindungswege in Richtung Süden wurden während des Kriegs vom israelischen Militär angegriffen und zerstört. Die libanesische Armee kündigte am Morgen an, an der Wiedereröffnung einer wichtigen Brücke in Richtung Süden zu arbeiten. (dpa/bearbeitet von phs)
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Libanesische Armee wirft Israel Verstöße gegen Waffenruhe vor
- 08:25 Uhr
Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen den verfeindeten Nachbarländern Libanon und Israel bleibt die Lage angespannt. Die libanesische Armee warf Israel am Freitagmorgen Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die pro-iranische Hisbollah verübte nach eigenen Angaben einen Vergeltungsangriff auf israelische Soldaten. International wurde die Feuerpause begrüßt. US-Präsident Donald Trump mahnte die Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe. In den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut waren Freudenschüsse zu hören.
Die zehntägige Waffenruhe begann um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Die libanesische Armee erklärte am frühen Freitagmorgen im Onlinedienst X jedoch, es seien "mehrere israelische Aggressionen registriert worden". Die pro-iranische Hisbollah-Miliz teilte mit, sie habe als Vergeltungsmaßnahme "eine Ansammlung israelischer Soldaten in der Nähe der Stadt Chiam" im Südlibanon bombardiert. (AFP/bearbeitet von fte)
Trump: Israel und Libanon einigen sich auf Feuerpause
Aktualisiert am 16.04.2026, 23:52 Uhr Deren Stabilität dürfte davon abhängen, wie die mit dem Iran verbündete radikal-islamische Hisbollah im Libanon auf die Vereinbarung reagiert. Die libanesische Regierung kontrolliert die Miliz nicht.+++
Heil fordert mehr Einsatz für Frieden im Iran
- 07:04 Uhr
Der SPD-Politiker Hubertus Heil fordert die Bundesregierung angesichts der Kriege im Iran und der Ukraine auf, "mehr Führungsverantwortung" zu übernehmen. Heil begrüßte die heutige Konferenz zur Lage in der Straße von Hormus unter anderem mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Paris. Voraussetzung für eine Sicherung der Schifffahrt sei "ein dauerhafter Waffenstillstand", sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Und solche Initiativen werden nur dann zum Erfolg, wenn wir eine abgestimmte politische Strategie mit den Mitgliedstaaten der EU, Großbritannien und anderen Partnern haben."
Der frühere Bundesminister kritisierte: "Weder bei den Gesprächen in Pakistan noch bei Verhandlungen zur Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine sitzen wir mit am Tisch." Betroffen sei Europa von den Ergebnissen aber durchaus. "Die Europäer müssen deshalb wieder strategiefähig werden", sagte Heil, "und die anderen Partner erwarten von Deutschland mehr Führungsverantwortung." Er forderte: "Wir brauchen neue gemeinsame Initiativen und Allianzen mit gleichgesinnten Partnern in der Welt, um nicht von autoritärer Großmachtpolitik herumgeschubst zu werden." (dpa)
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Trump nennt Iran-Krieg "kleinen Umweg"
- 05:59 Uhr
US-Präsident Donald Trump hat den Iran-Krieg als "kleinen Umweg" bezeichnet. Bei einem Auftritt in Las Vegas verteidigte Trump seine Wirtschaftspolitik und rechtfertigte den Militäreinsatz.
"Wir übertreffen alle Rekorde und das trotz unseres kleinen Umwegs durch das reizende Land Iran", sagte Trump. "Aber wir mussten es tun, denn sonst hätten schlimme Dinge passieren können", fügte er unter Anspielung auf das iranische Atomprogramm hinzu.
In einer aktuellen Umfrage des Instituts Ipsos gaben 51 Prozent der befragten US-Bürger an, der Iran-Krieg sei angesichts der damit verbundenen Kosten nicht zu rechtfertigen. Rund ein Viertel der Befragten gab das Gegenteil an.
In einer Umfrage der Universität Quinnipiac äußerten 65 Prozent der Teilnehmer die Ansicht, dass Trump für den Anstieg der Benzinpreise infolge der Blockade der Straße von Hormus verantwortlich sei. Nur 36 Prozent der Trump-Wähler befürworten demnach das Vorgehen des Präsidenten im Konflikt mit dem Iran, während 58 Prozent dies ablehnten. (afp/bearbeitet von fte)
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Krise in der Straße von Hormus: Beratungen in Paris
- 03:30 Uhr
Unter starkem wirtschaftlichem Druck durch die Blockade der Straße von Hormus beraten die westlichen Partner heute in Paris über eine mögliche Militärmission nach dem Iran-Krieg. Das Ziel der von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist die Erarbeitung eines "multinationalen Plans" zur Sicherung der Meerenge - der aber nur unter bestimmten Voraussetzungen ausgeführt werden könnte.
Für die Bundesregierung ist eine Waffenruhe in der Region die wichtigste Bedingung. Ein Einsatz während laufender Kampfhandlungen ist für Deutschland ausgeschlossen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer betonten, dass es um die Zeit nach dem Konflikt gehe. Vor Ort in Paris wird zudem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erwartet, per Video zugeschaltet werden sollen 40 weitere Partner auch aus Asien, Afrika und Lateinamerika.
"Die bedingungslose und sofortige Wiederöffnung der Meerenge ist eine globale Verantwortung, und wir müssen handeln, um den weltweiten Energie- und Handelsfluss wieder frei in Gang zu bringen", sagte Starmer. "Die internationale Mission wird ausschließlich defensiver Natur sein."
Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran sitzen in der französischen Hauptstadt nicht am Tisch. Im Grundsatz erinnert die Konferenz an die Beratungen der "Koalition der Willigen", die für den Ukraine-Krieg an Plänen für die Zeit nach den Kampfhandlungen arbeitet. US-Präsident Donald Trump hatte im Iran-Krieg zuletzt eine zweite Verhandlungsrunde mit Teheran in Aussicht gestellt. Ob und wann es dazu kommt, ist offen. (dpa/bearbeitet von fte)
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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Klingbeil: Iran-Krieg hat "massive Auswirkung" auf Konjunktur
- 01:11 Uhr
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat vor den Folgen des Iran-Kriegs auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gewarnt. "Dieser Krieg hat eine massive Auswirkung auf unser Wachstum und auf die wirtschaftliche Stärke", sagte Klingbeil am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. Der Krieg sei ein "erheblicher Dämpfer" für die Anstrengungen, das wirtschaftliche Wachstum anzukurbeln.
Die Finanzminister und Zentralbankpräsidenten der G7-Staaten erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, es sei "dringend notwendig", die globalen wirtschaftlichen Kosten des Konflikts im Nahen Osten zu begrenzen. Es müsse daher dringend auf einen "dauerhaften Frieden" hingearbeitet werden.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar wurde die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, vom iranischen Militär de facto gesperrt. Das ließ die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
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Frankreichs Wirtschaftsminister Roland Lescure sagte in Washington, die Meerenge müsse wieder geöffnet werden, "aber nicht um jeden Preis". Eine Mautgebühr für die Durchquerung der Straße von Hormus lehne er ab. (AFP/bearbeitet von fte)
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Mit Material von AFP und dpa
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