Innenministerium: Russland nutzt kriminelle Banden für Sabotage und Mordaufträge
Innenministerium: Russland nutzt kriminelle Banden für Sabotage und Mordaufträge
Aktualisiert am 11.05.2026, 16:02 Uhr Wie weit reicht der Arm des Kreml nach Deutschland hinein? Die russische Botschaft in Berlin Mitte. © IMAGO/Joko/IMAGO/Joko Lesedauer:1 Min.Russland nimmt für Sabotageakte und gezielte Tötungen zunehmend die Dienste des organisierten Verbrechens in Anspruch, heißt es aus dem Innenministerium. Die kriminellen Banden hätten auch Verbindungen nach Deutschland.
Der Kreml bedient sich bei verdeckten Operationen im Ausland offenbar verstärkt gezielt krimineller Netzwerke. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine noch unveröffentlichten Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, die dem Magazin nach eigener Aussage vorliegt.
Eine Kooperation russischer Stellen mit der Organisierten Kriminalität biete sich demnach besonders bei "Sabotage- oder Tötungsoperationen" an. Im Fokus stehe die Russisch-Eurasische Organisierte Kriminalität (REOK), sprich Banden mit Wurzeln in der früheren Sowjetunion.
Unausgesprochener Deal zwischen kriminellen Banden und russischem Staat
Diese könnten sich dem Zugriff des russischen Staates kaum entziehen. Der unausgesprochene Deal: Im Gegenzug dafür, dass der Staat ihre Machenschaften duldet, arbeiteten die Banden mit diesem zusammen. Der strategische Vorteil für Moskau: Illegale Aktionen von Menschen, die nicht direkt in Russlands Dienst stehen, lassen sich leichter abstreiten.
Analyse Altkanzler als Vermittler? Was Putin mit seinem Schröder-Vorschlag bezweckt vor 3 Stunden von Marie-Christine SandlerDas Innenministerium spricht von "Hinweisen auf entsprechende Verbindungen auch in Deutschland". Die hiesigen Sicherheitsbehörden hätten "eine Vielzahl von Verdachtsfällen möglicher Sabotageaktionen in staatlich russischem Auftrag" verzeichnet.
Grüne fordern mehr Befugnisse für den Verfassungsschutz
Öffentlich gewordene Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit sind der Auftragsmord an einem Exilgeorgier im Berliner Tiergarten von 2019, einen Brandsatz in einem DHL-Paket am Frachtflughafen Leipzig 2024 oder, aus diesem Jahr: eine Phishingattacke auf den Messenger Signal. Betroffen war laut "Spiegel" unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU).
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Marcel Emmerich, Innenpolitiker und Bundestagsabgeordneter der Grünen, spricht gegenüber dem Magazin von einer "ernsthaften Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands". Er fordert, illegale Finanzströme und Bandenkriminalität stärker zu bekämpfen, auch, indem man dem Verfassungsschutz in diesem Bereich mehr Kompetenz einräumt. (mcf)
Verwendete Quellen
- "spiegel.de": Russland beauftragt Organisierte Kriminalität für gezielte Tötungen
