Heiner Lauterbach: "Warum soll ich mir das Leben vermiesen lassen?“
Heiner Lauterbach: "Warum soll ich mir das Leben vermiesen lassen?“
Aktualisiert am 14.05.2026, 07:17 Uhr Schauspieler Heiner Lauterbach hat keine Lust mehr auf schlechte Nachrichten. © © WDR/Oliver Ziebe Lesedauer:2 Min.Wirtschaftskrise, Koalitionsstreit, Konflikt in Nahost: Die Nachrichtenlage, die bei Maischberger besprochen wird, gibt wenig Grund zur Hoffnung. Schauspieler Heiner Lauterbach verrät daher sein eigenes Konzept, damit klarzukommen.
Eine TV-Nachlese von Leon Kottmann Diese TV-Nachlese gibt die persönliche Sicht von Leon Kottmann auf die Sendung wieder. Sie basiert auf eigenen Eindrücken und ordnet das Geschehen journalistisch ein. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.Das ist das Thema bei "Maischberger"
Die große Koalition ist weiterhin im Krisenmodus. Vor allem Kanzler Friedrich Merz braucht dringend einen Befreiungsschlag. Für die Medienvertreter bei Maischberger ist die Schicksalsfrage für den Kanzler das Wirtschaftswachstum.
Wirtschaftsexpertin Anja Kohl erklärt, wie die Wirtschaft durch den Krieg in Nahost zusätzlich unter Druck gerät, vor allem der Mittelstand. Mit Christoph Ahlhaus lässt der Vorsitzende des Bundesverbands des Mittelstands allerdings kein gutes Haar am Kanzler.
Das sind die Gäste
- Tim Klüssendorf: SPD-Generalsekretär
- Christoph Ahlhaus: Vorsitzender des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, ehemaliger CDU-Bürgermeister von Hamburg
- Heiner Lauterbach: Schauspieler
- Anja Kohl: ARD-Wirtschaftsexpertin
- Sophia Maier: Journalistin, Kriegsreporterin und Autorin
- René Pfister: Auslandskorrespondent des Spiegel
Der besondere Moment: Ex-CDU-Bürgermeister kritisiert Merz
Ahlhaus ärgert sich, dass die Koalition sich von Sitzung zu Sitzung schleppt und immer noch keine einheitliche Idee vermitteln kann, wie das Land reformiert werden kann. "Das ist ein vielstimmiges Konzert. Aber wo ist der Dirigent?", fragt der ehemalige CDU-Bürgermeister von Hamburg.
Seiner Einschätzung nach brächten weitere Gipfel nichts, da mittlerweile doch klar sein müsse, was zu tun sei. Deshalb sagt Ahlhaus: "Der Kanzler muss handeln." Er meint damit, dass Merz von seiner Richtlinienkompetenz als Bundeskanzler Gebrauch machen sollte. Sein etwas unkonventioneller Vorschlag: Beim nächsten Gipfeltreffen solle man die Parteichefs einschließen, bis "weißer Rauch" aufsteigt und eine Lösung gefunden sei, hinter der dann alle stehen.
Der Schlagabtausch
Ob das tatsächlich funktioniert, daran darf man Zweifel haben. Vor allem, wenn man der Diskussion von Ahlhaus mit SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf zuhört. Darin wird erneut deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen der beiden Koalitionspartner sind.
Klüssendorf wirbt einmal mehr dafür, dass in dieser schwierigen Lage auch große Vermögen und Einkommen einen größeren Beitrag leisten sollen. Er nennt dabei eine Reichensteuer und die Anhebung des Spitzensteuersatzes als Maßnahmen.
Dafür bekommt der SPD-Mann Applaus, was Ahlhaus zur Gegenrede ansetzen lässt: "Das klingt erstmal gut und erzeugt Beifall. Aber wir sollten die Unternehmer, die mit eigenem Risiko, Wohlstand und Arbeitsplätze schaffen, nicht noch stärker belasten."
Grünen-Politiker Audretsch schlägt Steuererhöhung für Reiche vor
Aktualisiert am 14.05.2026, 06:53 Uhr Grünen-Politiker Andreas Audretsch fordert höhere Steuern für Spitzenverdiener und gleichzeitig Entlastungen für kleine Einkommen.Der SPD wirft er vor, „Klassenkampf“ zu betreiben. Das versucht Klüssendorf mit einem historischen Vergleich zu entkräften: "Einen höheren Spitzensteuersatz von 56 Prozent gab es auch unter der Kohl-Regierung", erinnert er. Deshalb wolle er diese Vorschläge nicht unter dem Schlagwort "Klassenkampf" verbuchen. Zusätzlich erwähnt er, dass zwei CDU-Abgeordnete mittlerweile auch für eine Reichensteuer sind.Wenn die Koalition auch so diskutiert, wie Klüssendorf und Ahlhaus an diesem Abend, dann darf es keinen wundern, dass es schwer ist, auf einen Nenner zu kommen.
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Der Special Guest
Der Schauspieler Heiner Lauterbach ist zum Ende der Sendung im Einzelgespräch. Im Wahlkampf hat er Friedrich Merz unterstützt, mittlerweile schaut er nur noch selten Nachrichten, weil ihn alles so frustriert: "Ich habe festgestellt, dass ich 14 Minuten schlecht drauf bin, wenn ich Tagesschau gucke. Bei schlechtem Wetter sogar 15 Minuten". Dabei macht er klar, dass dies nicht konkret an der Tagesschau liege, sondern an der allgemeinen Nachrichtenlage.
Er hat für sich deshalb beschlossen: "Das macht keinen Spaß. Warum soll ich mir das Leben vermiesen lassen?" Maischberger versucht es mit einem zaghaften Gegenargument: "Weil manches von dem, was beschlossen wird, Sie betrifft: Steuern zum Beispiel." Lauterbach überzeugt das nicht: "Das erfahre ich dann schon", meint er achselzuckend.
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