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Eine Studie hat 5.435 Großstädte untersucht: Das Ergebnis macht Hoffnung

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Eine Studie hat 5.435 Großstädte untersucht: Das Ergebnis macht Hoffnung

Aktualisiert am 13.05.2026, 18:15 Uhr © Foto: CC0 / Unsplash - Zhou Xian Lesedauer:3 Min. UTOPIA

Dieser Beitrag wurde automatisch veröffentlicht und nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.

Eine weltweite Untersuchung von über 5.000 Großstädten zeigt: Etwa 2.000 davon konnten fossilen Brennstoffe reduzieren und zugleich wirtschaftlich wachsen. In manchen Regionen klappt das besser als in anderen.

Wirtschaftliches Wachstum trotz Reduktion fossiler Aktivitäten? Das ist kein Wunschdenken, sondern funktioniert bereits in Tausenden Städten weltweit. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Cities. Die Forschenden haben 5.435 Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern analysiert und dabei festgestellt, dass wirtschaftliches Wachstum und der Einsatz fossiler Brennstoffe sich vielerorts in entgegengesetzte Richtungen entwickeln.

Satellitendaten als Grundlage

Das Team nutzte Satellitenmessungen von Stickstoffdioxid (NO2) als Indikator für fossile Verbrennungsaktivitäten und kombinierte diese mit regionalen Wirtschaftsdaten, nämlich dem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Der Analysezeitraum umfasste die Jahre 2019 bis 2024.

Von den ursprünglich 5.435 Städten wurden zunächst knapp 2.000 aussortiert, da diese keine statistisch signifikanten Trends zeigten. Die restlichen 2.475 Städte wurden wie folgt in vier Kategorien unterteilt:

  • 1,974 grüne Städte (Wirtschaft wuchs, NO2 nahm ab)
  • 390 braune Städte (Wirtschaft schrumpfte, NO2 nahm ab)
  • 93 graue Städte (Wirtschaft wuchs, NO2 nahm zu)
  • 18 rote Städte (Wirtschaft schrumpfte, NO2 nahm zu)

Von den 2.475 Städten mit statistisch signifikanten Trends landeten also rund 80 Prozent in der grünen Kategorie: Ihre Wirtschaft wuchs, während der NO2-Ausstoß und somit der Einsatz fossiler Brennstoffe sank.

Die meisten deutschen Städte sind "grün"

Besonders häufig vertreten in dieser Kategorie sind China, Europa und Nordamerika. Auch die meisten europäischen Metropolen wie Paris, Berlin, Rom und Amsterdam schafften es in den grünen Bereich.

Bemerkenswert: Ganze 98 Prozent der deutschen Großstädte zeigten einen Rückgang der NO2-Belastung. In Frankreich waren es 81 Prozent, in Großbritannien 69 Prozent. Als mögliche Treiber der Entwicklung nennen die Autor:innen Niedrigemissionszonen, nachhaltige Verkehrssysteme und Maßnahmen zur sauberen Energie.

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China steuerte mit 719 Städten den größten Anteil zur grünen Kategorie bei. Städte wie Peking, Shanghai und Guangzhou verzeichneten sinkende NO2-Werte bei gleichzeitig steigendem Pro-Kopf-BIP. Die Forschenden führen das unter anderem auf Industrieverlagerungen, die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs und strengere Emissionskontrollen zurück.

Wo Wachstum noch auf Kosten des Klimas geht

Rund 16 Prozent der Städte mit signifikanten Trends wuchsen wirtschaftlich, aber mit steigendem Schadstoffausstoß – vor allem in Indien, dem Iran und Teilen Zentralasiens. Städte wie Riad, Taschkent und Abu Dhabi verzeichneten teils starke NO2-Anstiege. Die vereinzelten "roten" Städte befanden sich unter anderem im Iran, Libyen, Angola, Indien und Mexiko. Hier schrumpfte die Wirtschaft trotz erhöher NO2-Belastung.

Schnell wachsende Regionen in Südasien und dem Nahen Osten seien besonders gefährdet, sich langfristig auf fossile Wachstumspfade festzulegen, warnen die Studienautor:innen. Diese machen jedoch nur einen kleinen Teil der weltweiten Großstädte aus. In deutlich mehr Städten zeigt sich ein positiver Trend.

Was die Studie nicht aussagt

Die Forschenden haben sich unter anderem deshalb für NO2 als Indikator fossiler Verbrennungsaktivitäten entschieden, da es sich relativ leicht über Satellitendaten messen lässt. So war es möglich, effizient Tausende Großsstädte auf der ganzen Welt zu analysieren.

Da CO2 in Städten zu einem großen Teil in Verbrennungsprozessen freigesetzt wird, bei denen auch NO2 entsteht, kann eine Zunahme von NO2 zwar auf einen Anstieg von CO2‑Emissionen hindeuten, die Studie betont jedoch, dass ihre Ergebnisse keine direkten Belege für sinkende CO2‑Gesamtemissionen liefern. Ein Grund dafür ist, dass importierte Emissionen durch Waren und Dienstleistungen dabei nicht berücksichtigt werden.

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Die Forschenden sehen ihre Methode dennoch als Instrument, um Fortschritte auf Stadtebene regelmäßig zu messen und Klimapolitik gezielter zu steuern.

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Verwendete Quellen: Nature Cities  © UTOPIA

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