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Dobrindts Gehaltsoffensive: Bundesbeamten winken bis zu 19,7 Prozent mehr Geld

Gerichtsurteil

Dobrindts Gehaltsoffensive: Bundesbeamten winken bis zu 19,7 Prozent mehr Geld

Aktualisiert am 16.04.2026, 13:32 Uhr Mehr Geld für Beamte: Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) will, dass die Gehälter deutlich steigen (Archivbild). © picture alliance/dpa/Carsten Koall Lesedauer:2 Min.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will die Bezüge von rund 350.000 Bundesbeamten und Soldaten kräftig anheben. Sein Gesetzentwurf sieht Gehaltssteigerungen von bis zu 19,7 Prozent vor – ab dem 1. Mai. Die Kosten gehen in die Milliarden.

Ein umfangreicher Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium sorgt für Aufsehen: Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) plant eine weitreichende Erhöhung der Beamtenbesoldung auf Bundesebene. Rund 350.000 Bundesbeamte und Soldaten sollen davon profitieren, wie die "Bild" berichtet. Die geplanten Steigerungen reichen je nach Besoldungsgruppe von gut acht bis knapp 20 Prozent.

Verfassungsgericht gab den Anstoß

Hintergrund der Reform ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem vergangenen Jahr. Die Karlsruher Richter hatten festgestellt, dass die Besoldung zahlreicher Landesbeamter in Berlin verfassungswidrig niedrig ausfiel. Die Vorgabe der Richter: Das Einkommen von Beamten muss mindestens 80 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung erreichen. Diese Maßgabe gilt auch für den Bund – und zwingt die Regierung nun zum Handeln. Gleichzeitig fließt der jüngste Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst in die Neuberechnung ein.

Besoldung Gesetzentwurf sieht Milliarden-Mehrausgaben für Beamte vor vor 23 Stunden

Anhebung der Beamten-Gehälter kostet Milliarden

Günstig ist die Gehaltsoffensive nicht: Allein im laufenden Jahr schlägt sie laut "Bild" mit 4,1 Milliarden Euro zu Buche – Nachzahlungen eingerechnet. Ab 2027 rechnet das Ministerium mit jährlichen Mehrkosten von 3,5 Milliarden Euro. Die durch die Umsetzung der Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts entstehenden Mehrausgaben müssten vorrangig in den Etats der einzelnen Ministerien berücksichtigt werden, heißt es in dem Entwurf aus dem Dobrindt-Ministerium. Für die Übertragung des Tarifabschlusses vom April 2025 sei im Bundeshaushalt Vorsorge getroffen.

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Einstiegsgehälter steigen durch Stufenstreichung

Neben den prozentualen Aufschlägen enthält der Entwurf eine strukturelle Neuerung: In sämtlichen Besoldungsgruppen von A3 bis A16 entfällt künftig die erste von bisher acht Erfahrungsstufen. Berufseinsteiger werden damit direkt auf Stufe zwei eingruppiert. Die Regierung verfolgt damit das Ziel, den öffentlichen Dienst für qualifizierte Fachkräfte attraktiver zu machen. Im einfachen Dienst – etwa für Verwaltungshelfer der Besoldungsgruppe A3 – bedeutet das ein Einstiegsgehalt von 3.107 Euro brutto, was einem Zuwachs von 261 Euro beziehungsweise 9,2 Prozent entspricht.

Wer konkret wie viel mehr bekommt

In der jeweils höchsten Erfahrungsstufe fallen die Zuwächse je nach Besoldungsgruppe unterschiedlich aus (Bruttogehälter):

  • Betriebsmeister (A4): plus 474 Euro (14,6 Prozent) auf 3.726 Euro monatlich
  • Polizeimeister (A7): plus 403 Euro (10,6 Prozent) auf 4.198 Euro
  • Oberamtsrat (A13): plus 543 Euro (8,2 Prozent) auf 7.164 Euro
  • Oberst (B3): plus 963 Euro (9,7 Prozent) auf 10.854 Euro
  • Staatssekretär (B11): plus 3.264 Euro (19,7 Prozent) auf 19.831 Euro

Besonders auffällig: In den höchsten Besoldungsgruppen fällt der prozentuale Anstieg am größten aus. Ein Staatssekretär erhält demnach künftig knapp ein Fünftel mehr als bisher. (fah)

Verwendete Quellen

  • Bild: Neuer Dobrindt-Plan! Für wen knapp 20 Prozent mehr drin sind: So stark sollen die Beamten-Gehälter steigen
  • Transparenzhinweis

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