Diese Jahrgänge bekommen die niedrigste Rente
Diese Jahrgänge bekommen die niedrigste Rente
Aktualisiert am 15.05.2026, 17:09 Uhr Bestimmte Jahrgänge bekommen besonders wenig Rente. © imago images/Zoonar/Iuliia Zavalishina Lesedauer:2 Min.Personen, die Ende der 1940er- oder Anfang der 1950er-Jahre geboren wurden, haben statistisch die schlechtesten Rentenbedingungen. Was dahintersteckt und warum die eigene Rente trotzdem ganz anders ausfallen kann.
Wer Anfang der 1950er-Jahre auf die Welt gekommen ist, bekommt statistisch gesehen weniger Rente als andere Generationen. Dreh- und Angelpunkt der Debatte ist das sogenannte Rentenniveau. Das beschreibt das Verhältnis zwischen der standardisierten Rente - berechnet auf Basis von 45 Beitragsjahren mit Durchschnittsverdienst - und dem durchschnittlichen Arbeitseinkommen in Deutschland.
Dieses Verhältnis hat sich über die Jahrzehnte deutlich verschlechtert: Lag es in den 1970er-Jahren noch bei mehr als 55 Prozent, sind es heute nur noch rund 48 Prozent.
An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Die 2010er-Jahre als rentenpolitisches Tief
Besonders markant war der Rückgang während der 2010er-Jahre. In mehreren Jahren erreichte das Rentenniveau historische Tiefstände: 2014 und 2016 sowie 2018 lag es jeweils bei 48,1 Prozent, im Jahr 2015 sogar nur bei 47,7 Prozent. In diesen Zeiträumen fiel die sogenannte Eckrente - die Standardrente nach 45 Beitragsjahren - im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen besonders gering aus.
Für die Frage, welche Geburtsjahrgänge davon betroffen sind, ist der Zeitpunkt des Renteneintritts entscheidend. Maßgeblich ist dabei die Regelaltersgrenze, also das Alter, ab dem Versicherte ohne Abzüge in den Ruhestand gehen können. Für alle, die vor 1947 geboren wurden, lag diese Grenze bei 65 Jahren. Ab dem Jahrgang 1947 wurde die Grenze schrittweise angehoben - um jeweils ein bis zwei Monate pro Jahrgang - bis sie für alle ab 1964 Geborenen schließlich bei 67 Jahren festgesetzt wurde.
Leserstimmen Renten-Debatte "Ich war nicht arbeitsunfähig oder krank, ich war einfach nur alt geworden" 02. April 2026 von Jakob RondthalerWer in den schlechtesten Jahren in Rente ging
Aus dieser Verschiebung lässt sich ableiten, welche Jahrgänge genau in die Phase des niedrigsten Rentenniveaus gefallen sind: Jahrgang 1948 (Renteneintritt 2014), Jahrgang 1949 (2015), Jahrgang 1950 (2016) sowie Jahrgang 1952 (2018). Statistisch betrachtet hatten also Menschen, die zwischen Ende der 1940er- und Anfang der 1950er-Jahre geboren wurden, ungünstigere Bedingungen beim Übergang in den Ruhestand als frühere oder spätere Generationen.
Doch diese Einordnung benötigt eine wichtige Relativierung. Ein sinkendes Rentenniveau bedeutet nicht automatisch, dass die Rentenzahlungen selbst gesunken sind. Das Rentenniveau beschreibt ausschließlich ein Verhältnis - nämlich das zwischen Renten und Einkommen. Die Renten selbst sind durch die gesetzliche Rentengarantie vor einem Rückgang geschützt.
Anpassung Bekommen Rentner 2026 mehr Geld? 14. Januar 2026Die Standardrente blieb weitgehend stabil
Das zeigt auch ein Blick auf die Standardrente, die als aussagekräftigerer Indikator gilt. Sie ist trotz zeitweise niedrigem Rentenniveau nur ein einziges Mal - in den 1990er-Jahren lediglich um einen kleinen Betrag - gesunken. Aktuell liegt sie nach 45 Beitragsjahren mit dem ab dem 1. Juli 2026 gültigen Rentenwert von 42,52 Euro bei 1.913,40 Euro monatlich.
Was für alle Versicherten eines Jahrgangs gleich ist, ist lediglich das Renteneintrittsalter. Die tatsächliche monatliche Zahlung kann innerhalb desselben Jahrgangs erheblich variieren - nach oben wie nach unten. Das Geburtsjahr allein ist daher kein verlässlicher Indikator für die Höhe der eigenen Altersrente.
Empfehlungen der Redaktion
- Renten-Nachzahlung kommt: Wer profitiert?
- Diese sieben Fehler können Rentner Geld im Ruhestand kosten
- 45 Beitragsjahre: Millionen würden durchs Raster fallen
Wer wissen will, was ihn im Ruhestand erwartet, kommt an einer individuellen Auswertung seines Rentenkontos nicht vorbei. Die Deutsche Rentenversicherung stellt dafür regelmäßig Renteninformationen zur Verfügung. Wer Lücken oder Unklarheiten im eigenen Rentenbescheid vermutet, kann zudem eine unabhängige Rentenberatung in Anspruch nehmen. (des)
Verwendete Quellen
- rentenbescheid24.de: Rentenzahlung: Diese Jahrgänge bekommen die niedrigste Rente
- finanzen100.de: Diese Jahrgänge bekommen am wenigsten Rente
© 1&1 Mail & Media/spot on news
Feedback an die Redaktion