Diese guten Nachrichten machen Hoffnung
Diese guten Nachrichten machen Hoffnung
Aktualisiert am 19.04.2026, 13:30 Uhr Positiv und offen durch das Leben gehen hat einer neuen Studie zufolge große Auswirkungen auf die Gesundheit (Symbolbild). © Getty Images/iStockphoto/StefaNikolic Lesedauer:4 Min. Von Lena Vanessa MüssigZwillinge bei den Berggorillas, bahnbrechender PFAS-Filter und Optimismus schützt vor Demenz – drei gute News für die Woche.
Die tägliche Flut an negativen Nachrichten lässt viele frustriert, traurig, wütend oder mit einem Gefühl der Ohnmacht zurück. Trotzdem werden negative Schlagzeilen mehr gelesen als positive Meldungen – vermutlich aus einem evolutionsbiologischen Grund: Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, uns vor Gefahren zu bewahren. Deshalb reagiert es auf Schreckensmeldungen besonders sensibel und speichert negative Informationen stärker ab.
Aber: Doomscrolling, also gezielter und massiver Konsum von negativen Nachrichten, kann der psychischen Gesundheit schaden, wie zahlreiche Studien belegen. Positive Informationen wirken da wie ein Gegengewicht. Sie verdeutlichen, dass es auch konstruktive Lösungen für ein gutes Miteinander und eine bessere Zukunft gibt. In diesem Sinne: Hier sind die guten News der Woche.
Good News 1: Optimismus schützt vor Demenz
Wer zuversichtlich durchs Leben geht, lebt nicht nur glücklicher – er schützt möglicherweise auch sein Gehirn. Das legt eine Langzeitstudie nahe, die gerade im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlicht wurde. Forscher der Harvard University und der Rush University haben dafür die Daten von mehr als 9.000 kognitiv gesunden Erwachsenen ab 70 Jahren ausgewertet, die sie bis zu 14 Jahre lang begleitet hatten.
Das Studienergebnis ist spannend – und es macht Lust auf eine lebensbejahende und zuversichtliche Haltung: Je optimistischer die Teilnehmer zu Beginn der Studie eingestellt waren, desto geringer war ihr Risiko, an Demenz zu erkranken. Mit jeder Steigerung auf der Optimismusskala sank das Demenzrisiko um 15 Prozent.
Warum Optimismus das Gehirn schützt, ist nicht abschließend geklärt. Die Studienautoren vermuten, dass mehrere Mechanismen greifen: Weil optimistische Personen besser mit Stress umgehen, ist ihr Cortisolspiegel meist niedriger. Ein dauerhaft erhöhter Cortisolwert kann zu Entzündungen führen und den Hippocampus schädigen, der für das Gedächtnis eine entscheidende Rolle spielt. Außerdem würden optimistische Menschen zu gesünderen Gewohnheiten wie mehr Bewegung, besserem Schlaf und einem aktiven Sozialleben neigen.
Video Die Kraft der Klänge Warum Musik das Demenzrisiko senken kann 18. November 2025Gute News für alle, die bisher eher pessimistisch eingestellt sind: Optimismus kann durch verschiedene Methoden gezielt trainiert werden. Experten raten neben sozialer Einbindung und als sinnstiftend wahrgenommenen Tätigkeiten zu täglichen Achtsamkeits- und Dankbarkeitsübungen. Wer beispielsweise täglich in einem Dankbarkeitstagebuch notiert, wofür er dankbar ist – auch vermeintliche Kleinigkeiten wie die Freude über das Blümchen im Asphalt– trainiert das Gehirn darauf, verstärkt auf Erfreuliches zu achten.
Good News 2: Sensationeller Nachwuchs: Schon wieder Berggorilla-Zwillinge
Durch intensive Schutzbemühungen ist die Zahl der stark vom Aussterben bedrohten Berggorillas im östlichen Afrika in den letzten Jahren leicht gestiegen. Rund 600 der insgesamt knapp über 1.000 Berggorillas leben im Virunga-Nationalpark im Kongo. Bei der nächsten Zählung wird die Zahl vermutlich leicht nach oben korrigiert, denn gerade gab es doppelten Nachwuchs bei den Berggorillas.
Die Geburt der Gorillazwillinge ist eine Sensation: Diese sind bei Menschenaffen äußerst selten – und es sind bereits die zweiten Zwillinge in diesem Jahr. Anfang des Jahres brachte Gorillaweibchen Mafuko zwei männliche Babys auf die Welt. Beim jüngsten Zuwachs handelt es sich um ein Weibchen und ein Männchen. Mit ihnen zählt die Gruppe nun 19 Tiere.
Für die Muttertiere bedeutet der zweifache Nachwuchs eine besondere Belastung. In den ersten Monaten werden Gorillababys am Bauch getragen, bevor sie auf den Rücken wechseln und sich bequem durch die Gegend chauffieren lassen. Die Gesundheit der Tiere wird deshalb aufmerksam von Mitarbeitern vor Ort überwacht. Dabei bemerkten sie, dass die Zwillingsmütter von anderen Gruppenmitgliedern unterstützt und beschützt werden. Vor allem ein junges Männchen soll Gorillamama Mafuko nicht von der Seite weichen und sich ihr Gegenüber solidarisch und beschützerisch zeigen.
Video Tierische Legende Vermutlich älteste Gorilladame der Welt feiert Geburtstag vor 5 TagenEin ähnlich rührendes Verhalten beobachteten Meeresbiologen vom Project CETI im Jahr 2023 bei der Geburt eines Pottwal-Kalbs. Die Kameraaufnahmen zeigen, dass die Walmutter während der Geburt von zehn anderen Walen, überwiegend weiblichen Tieren, umringt war.
Bis das Kalb eigenständig schwimmen konnte, wurde es von den erwachsenen Tieren zum Luftholen abwechselnd an die Wasseroberfläche gehoben. Bemerkenswert ist auch, dass die Wale aus zwei Gruppen stammten, die normalerweise getrennte Wege gehen. Offenbar gilt auch in der Tierwelt, dass es manchmal ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind großzuziehen – oder Gorilla-Zwillinge.
Good News 3: PFAS-Falle bindet Ewigkeitschemikalien im Wasser
In Alltagsprodukten sind PFAS praktisch und weit verbreitet. Die chemischen Substanzen machen Materialien wasser-, fett- und schmutzabweisend. Ein weiterer Vorteil ist ihre extreme Stabilität. Genau diese ist aber auch das größte Problem mit den sogenannten Ewigkeitschemikalien, denn sie bauen sich kaum ab. Mittlerweile sind PFAS deshalb überall – in der Umwelt, in Organismen und in Lebensmitteln. Noch sind nicht alle der rund 10.000 PFAS-Verbindungen untersucht. Bekannt ist jedoch, dass einige dieser Stoffe körperliche Prozesse wie den Stoffwechsel und Hormonhaushalt beeinflussen können oder möglicherweise krebserregend sind.
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Nach einer Möglichkeit, PFAS aus der Umwelt zu entfernen, wird deshalb seit Jahren gesucht. Einem Forschungsteam der Flinders University in Australien könnte nun ein Teildurchbruch gelungen sein. Die Wissenschaftler haben ein molekulares Material entwickelt, das PFAS im Wasser anzieht und in einer Art Falle bindet. In Labortests konnten mit der Methode bis zu 98 Prozent der Chemikalien aus dem Wasser entfernt werden – sogar die als besonders hartnäckig geltenden kurzkettigen PFAS. Diese aus dem Wasser zu entfernen galt bislang als unmöglich.
Analyse Überall drin, aber schädlich Warum diese Stoffe weitgehend verboten werden sollen 07. Februar 2026 von Stefan ParschDie Wirkung blieb auch bei sehr hohen Belastungen und nach mehrfacher Nutzung bestehen. Das macht die Methode beispielsweise für Haushaltsutensilien wie Wasserfiltersysteme interessant. Wie und ob die PFAS-Falle großflächig eingesetzt werden könnte, ist noch offen. Fest steht jedoch, dass die Entwicklung ein bedeutsamer Schritt ist, um eine der herausforderndsten Umweltprobleme unserer Zeit anzugehen. Und sie zeigt, dass Unmögliches möglich werden kann, wenn groß denkende Menschen sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen.
Verwendete Quellen
- Virunga: Rare second mountain gorilla twin birth recorded in 3 months in Virunga National Park
- Project CETI: Explore the Whale Birth
- AGS Journals: The Bright Side of Life
- Umweltbundesamt: Besorgniserregende Eigenschaften von PFAS
- Flinders University: New way to trap toxic PFAS in water
