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Deutschland bereitet Minenräumung in Straße von Hormus vor

Live-Blog Iran-Krieg

Deutschland bereitet Minenräumung in Straße von Hormus vor

Aktualisiert am 16.04.2026, 16:46 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:10 Min. Ein Live-Blog von N. Grassinger M. Sandler S. Kruschinski
  • 16:36 Uhr: ➤ Deutschland bereitet Minenräumung in Straße von Hormus vor
  • 15:55 Uhr: Kreise: Libanons Präsident will kein Gespräch mit Netanjahu
  • 14:57 Uhr: Hegseth droht Iran: "Trefft eine weise Entscheidung"
  • 14:44 Uhr: Deutsche Schiffe in der Golfregion werden weiter versichertmus

Hier Live-Blog zum Iran-Krieg aktualisieren

➤ Deutschland bereitet Minenräumung in Straße von Hormus vor

  • 16:36 Uhr

Deutschland ist offenbar bereit, sich an einer möglichen internationalen Mission zur Sicherung der Straße von Hormus zu beteiligen. Bundeskanzler Friedrich Merz will nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und der dpa bei einem Treffen in Paris entsprechende Beiträge anbieten – etwa beim Minenräumen und in der Seeaufklärung.

Deutschland bereitet sich auf eine Mission in der Straße von Hormus vor. Die Bundeswehr will ihre Minenjagdboote anbieten. (Archivbild) © picture alliance/dpa/Carsten Rehder

An dem Treffen nehmen demnach der französischen Präsident Emanuel Macron, der britische Premierminister Keir Stamer und die italienische Ministerpräsidentin Georgia Meloni teil. Weitere Unterstützer sollen zugeschaltet werden. Die Planungen laufen laut SZ bereits seit Wochen und zielen auf die Zeit nach einem möglichen Ende der Kämpfe im Iran-Krieg

Merz knüpft eine deutsche Beteiligung offenbar jedoch an klare Bedingungen: Die Feindseligkeiten müssten beendet sein, es brauche eine internationale Mission – möglichst mit UN-Mandat – sowie die Zustimmung des Bundestages. Zudem fordert er laut dem Bericht ein tragfähiges politisches und militärisches Konzept.

Militärisch könnte Deutschland vor allem beim Minenräumen beitragen. Die Bundeswehr verfügt derzeit über acht Minenjagdboote und zwei Minentauchereinsatzboote. Wie viele davon zum Einsatz kommen könnten, ist noch unklar. Zahlen will Merz den Angaben zufolge am Freitag noch nicht nennen. Die mehr als 50 Meter langen Minenjagdboote der Bundeswehr sind mit einer Stammcrew von 42 Soldaten besetzt, die durch Minentaucher erweitert werden kann.

Für die Luftaufklärung hat die Marine zwei Seefernaufklärer vom Typ P-8 Poseidon zur Verfügung, die mit Radar, akustischen Systemen und hochauflösende Optiken ausgestattet sind und in der Regel elf Soldaten an Bord haben. Wie bei solchen Einsätzen üblich, würde ein Versorgungsschiff die Minenräumer begleiten. Die Entsendung einer Fregatte ist nach aktuellem Stand nicht geplant. (skr)

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Was passiert ist

  • Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
  • Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
  • Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
  • Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
  • Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.

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Analyse Friedenstifter mit Problemen "Zwei wichtige Motive": Welche Ziele verfolgt Pakistan? vor 5 Tagen von Leon Kottmann

Weitere News zum Iran-Krieg vom 16. April:

Europäer reden über US-Beteiligung an Hormus-Mission

  • 16:33 Uhr

Die Europäer wollen auf einer von Frankreich und Großbritannien initiierten Konferenz zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus auch darüber diskutieren, ob eine Beteiligung der USA sinnvoll ist. Kanzler Friedrich Merz (CDU) sagte bei einem Treffen mit dem irischen Regierungschef Micheál Martin in Berlin auf eine entsprechende Reporterfrage: "Da gibt es gute Argumente dafür. Aber darüber werden wir morgen in Paris sprechen." (dpa/bearbeitet von skr)

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Kreise: Libanons Präsident will kein Gespräch mit Netanjahu

  • 15:55 Uhr

Libanons Präsident Joseph Aoun ist gut informierten Kreisen in Beirut zufolge vorerst nicht bereit zu einem direkten Telefongespräch mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Aoun habe in einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio zwar über die Möglichkeit solch eines Telefonats gesprochen, lehne es bisher aber ab, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus libanesischen Regierungskreisen.

Ein Telefonat zwischen Aoun und Netanjahu wäre das erste Gespräch dieser Art seit Jahrzehnten. Die Nachbarstaaten Israel und Libanon sind verfeindet und befinden sich offiziell im Kriegszustand. US-Präsident Donald Trump hatte für diesen Donnerstag ein Gespräch der "Anführer" beider Nachbarländer angekündigt, nachdem ihre Botschafter am Dienstag in Washington erstmals seit Jahrzehnten zu direkten politischen Gesprächen zusammengekommen waren. Eine israelische Ministerin wurde noch konkreter und kündigte am Donnerstagmorgen ein Gespräch zwischen Netanjahu und Aoun an. (afp/bearbeitet von skr)

Libanon Wie viele Kriege kann ein Land ertragen? 12. März 2026

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Libanon dankt den USA für Bemühungen um Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah

  • 15:29 Uhr

Der libanesische Präsident Joseph Aoun hat US-Außenminister Marco Rubio für die Bemühungen der USA um eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon gedankt. Aoun habe einen Anruf von Rubio erhalten und ihm im Gespräch für die Bemühungen gedankt, die Washington unternommen habe, "um eine Waffenruhe zu erreichen", hieß es am Donnerstag in einer Erklärung des Präsidialamtes in Beirut. (afp/bearbeitet von skr)

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Hegseth droht Iran: "Trefft eine weise Entscheidung"

  • 14:57 Uhr

Knapp eine Woche vor dem Ablauf der Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Führung im Teheran zur Zustimmung zu einem Abkommen aufgerufen. Während das iranische Militär nach den jüngsten Kämpfen schwer getroffen sei, könnten die US-Streitkräfte die Angriffe sofort wieder aufnehmen, sollte es nicht zu einer Einigung kommen, sagte er. "Wir fordern die neue Regierung auf: Trefft eine weise Entscheidung."

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat die Führung im Teheran zur Zustimmung zu einem Abkommen aufgerufen. © picture alliance/ASSOCIATED PRESS/Manuel Balce Ceneta

Die US-Marine werde die Blockade der Straße von Hormus aufrechterhalten, solange es nötig sei, kündigte Hegseth an. In den ersten 72 Stunden der Sperrung machten nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom 14 Schiffe auf Anweisung der US-Streitkräfte kehrt. Mit der Blockade soll sichergestellt werden, dass keine Schiffe die iranischen Häfen erreichen oder aus ihnen auslaufen.

Sollte es zu keiner Einigung über das iranische Nuklearprogramm kommen, werde das US-Militär die Infrastruktur und die Energieversorgung des Landes angreifen, drohte Hegseth. "Das Kriegsministerium wird sicherstellen, dass der Iran niemals über Atomwaffen verfügt."

Bis zum kommenden Mittwoch gilt eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Erste Verhandlungen in Islamabad zwischen den Kriegsparteien endeten am vergangenen Wochenende ohne Ergebnis. US-Präsident Donald Trump stellte zuletzt eine zweite Verhandlungsrunde in Aussicht. (dpa)

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Deutsche Schiffe in der Golfregion werden weiter versichert

  • 14:44 Uhr

Trotz des Iran-Kriegs können deutsche Schiffe in der Golfregion weiter versichert werden. Das teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit.

"Versicherer passen Konditionen und Preise an, ziehen sich aber nicht zurück", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Auch sogenannte Kriegsrisiken-Versicherungen, die üblicherweise etwa Schäden infolge von Minen abdecken, bieten Versicherer demnach weiter an.

Laut dem Verband Deutscher Reeder (VDR) schließen Reedereien für Fahrten durch Risikogebiete und Aufenthalte in diesen grundsätzlich Kriegsrisiken-Versicherungen ab. Der VDR vertritt auch Reedereien, deren Schiffe im Persischen Golf festsitzen, der Verkehr in der Straße von Hormus steht weitgehend still. Laut dem Verband sitzen mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien im Golf fest.

Anfang März, also kurz nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar, hatte der GDV mitgeteilt, dass Schiffsversicherer von Kündigungsrechten bei Kriegsrisiken-Versicherungen Gebrauch machten. Dem VDR zufolge boten Versicherer die Deckungen anschließend zu deutlich höheren Preisen an.

Das sei "ein übliches Verfahren, wenn sich die Risikolage kurzfristig verändert", teilte der VDR mit. Hohe Zusatzkosten für Reeder seien die Folge. Im Fall großer Handelsschiffe müssten sechs- bis siebenstellige Summen gezahlt werden, um die Schiffe gegen Kriegsschäden zu versichern. (dpa/bearbeitet von skr)

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Entscheidung über neue Verhandlungsrunde steht noch aus

  • 13:09 Uhr

Vermittler Pakistan bestätigt Spekulationen über schnelle weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA bislang nicht. Das Land habe "offene Gesprächskanäle mit den betroffenen Parteien aufrechterhalten", sagte ein Außenamtssprecher in Islamabad.

Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, ein neuer Gesprächstermin zwischen den Kriegsparteien werde erst nach der Rückkehr des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif am Samstag festgelegt.

Sharif ist seit Mittwoch auf einer mehrtägigen Reise unterwegs, die ihn nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei führt. Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, war am Mittwoch zu Gesprächen in der iranischen Hauptstadt Teheran eingetroffen. Munir gilt als einer der einflussreichsten Vermittler zwischen den USA und dem Iran.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, Feldmarschall Munir treffe sich in der Türkei mit Premier Sharif, bevor er dann in die USA weiterreise. In der Türkei findet ab Freitag eine regionale Diplomatie-Konferenz statt. (dpa/bearbeitet von skr)

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USA und Iran Keine Einigung - und jetzt? vor 4 Tagen

Britische Außenministerin warnt vor Zöllen für die Straße von Hormus

  • 11:32 Uhr

Die britische Außenministerin Yvette Cooper hat vor Beratungen über eine mögliche Militärmission zur Absicherung der Straße von Hormus nach dem Iran-Krieg die Bedeutung der zollfreien Schifffahrt betont. "Es kann definitiv nicht sein, dass Seewege wie die Straße von Hormus von einzelnen Staaten kontrolliert werden und dass dort Zölle erhoben werden", sagte sie bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag in Berlin.

Solche Zölle würden die regionale und globale Sicherheit untergraben und die globale wirtschaftliche Sicherheit gefährden, sagte Cooper. Eine Kommerzialisierung geografischer Gebiete untergrabe den Grundsatz des Freihandels und des Völkerrechts. (dpa/bearbeitet von skr)

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Ministerin: Netanjahu wird mit Libanons Präsidenten sprechen

  • 10:17 Uhr

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben einer Ministerin heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren. Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Für ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes hochrangiges Gespräch zwischen Israel und dem Libanon hatte es zunächst aus beiden Ländern keine offizielle Bestätigung gegeben. Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hieß es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch. (dpa)

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Iran erwägt offenbar teilweise Öffnung der Straße von Hormus

  • 09:16 Uhr
Trump hatte nach den erfolglosen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran eine Seeblockade der Straße von Hormus verkündet. (Archivbild) © picture alliance/AP Images/Uncredited

Der Iran erwägt offenbar, die Straße von Hormus zumindest teilweise wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Es wäre die erste Abkehr von den Maximalforderungen, an die Teheran Friedensverhandlungen bislang stets geknüpft hatte.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine von der iranischen Regierung unterrichtete Person berichtet, ist im Gespräch, Schiffen die Durchfahrt auf der omanischen Seite der Meerenge zu erlauben, um neue Kämpfe mit den USA zu verhindern. Voraussetzung sei jedoch, dass die USA Forderungen des Iran nach einem Ende der Sanktionen stattgeben.

Noch haben weder die US-Regierung noch die Machthaber im Iran dies bestätigt oder dementiert. (mcf)

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Irans Atomprogramm mutmaßlich schwer beschädigt – nicht vernichtet

  • 07:20 Uhr

Nach Angaben von Experten haben die US–israelischen Angriffe dem iranischen Nuklearprogramm zwar bereits schwere Schäden zugefügt - es jedoch nicht komplett vernichtet. "Der Iran ist nicht mehr die Schwellenmacht, die er einst war", konstatiert ein israelischer Diplomat, der anonym bleiben möchte. Ein nuklearer Schwellenstaat verfügt über das Fachwissen, die Ressourcen und die Einrichtungen, um kurzfristig eine Atomwaffe bauen zu können.

Im Krieg gegen den Iran sei nicht nur wichtige Infrastruktur, sondern auch Know-how zerstört worden, sagt der Diplomat. Wissenschaftler seien getötet und Universitäten gezielt angegriffen worden, "in denen sich die Rechenzentren mit dem iranischen Fachwissen befanden".

Auch der Experte Spencer Faragasso vom Institute for Science and International Security, einer auf die Beobachtung des iranischen Atomprogramms spezialisierten US-Denkfabrik, stellt fest: "Insgesamt hat dieser Konflikt das iranische Atomprogramm erheblich zurückgeworfen." Es werde "viel Zeit, Investitionen und Ressourcen erfordern, all diese verlorenen Fähigkeiten wiederherzustellen". (afp/bearbeitet von ng)

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Chameneis Militärberater droht mit Angriffen auf US-Schiffe in Straße von Hormus

  • 05:36 Uhr

Der Militärberater von Irans oberstem Führer Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, hat mit Angriffen auf US-Schiffe in der Straße von Hormus gedroht. US-Präsident Donald Trump wolle sein Land zur "Polizei der Straße von Hormus" machen, sagte Resai am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. "Ist das die Aufgabe einer mächtigen Armee wie der der USA?".

Trump hatte eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus verhängt, nachdem am Wochenende erste Verhandlungen zwischen Vertretern des Iran und der USA ohne Ergebnis zu Ende gegangen waren.

Resai, der selbst innerhalb der Revolutionsgarden als Hardliner gilt, sagte außerdem, er sei gegen eine Verlängerung der derzeit geltenden Waffenruhe. Dies sei aber seine "persönliche Meinung". (afp)

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Netanjahu: USA und Israel verfolgen im Iran "identische Ziele"

  • 05:18 Uhr

Israel und die USA verfolgen gegenüber dem Iran aus Sicht des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dieselben Ziele. "Unsere amerikanischen Freunde halten uns permanent über ihre Kontakte zum Iran auf dem Laufenden", sagte Netanjahu am Mittwoch in einer von seinem Büro veröffentlichten Videobotschaft. "Die Ziele der Vereinigten Staaten und unsere eigenen sind identisch."

"Wir wollen, dass angereichertes Material aus dem Iran entfernt wird; wir wollen die Beseitigung der Anreicherungsfähigkeit innerhalb des Iran; und natürlich wollen wir die Öffnung der Meerenge (von Hormus) sehen".

Netanjahu benannte zudem die Ziele der israelischen Regierung bei den ersten direkten Gesprächen mit dem Libanon seit Jahrzehnten, die am Dienstag in Washington stattgefunden hatten. Sie waren ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. (afp)

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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.

Weltbank-Chefvolkswirt: Iran-Krieg verschärft Hunger-Risiko

  • 04:14 Uhr

Der Chefvolkswirt der Weltbank, Indermit Gill, warnt vor den humanitären Folgen des Iran-Kriegs für Millionen Menschen weltweit. "Es gibt bereits etwa 300 Millionen Menschen, die unter akuter Ernährungsunsicherheit leiden", sagte Gill am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington. "Diese Zahl wird sehr, sehr schnell um etwa 20 Prozent steigen."

Die Blockade der Straße von Hormus treibt die Öl-, Gas- und Düngerpreise in die Höhe. Um ihre Kosten zu senken, setzen die Landwirte weniger Düngemittel ein, was zu einem Rückgang der weltweiten Getreideproduktion führt. Dies könnte einige Länder zudem dazu veranlassen, Exportverbote zu verhängen, wodurch die Lebensmittelpreise noch weiter in die Höhe getrieben würden. "Diese Exportverbote bereiten uns große Sorge", sagte Gill.

Sollte der Krieg nicht bald beendet werden, werde der Hunger "die am stärksten gefährdeten Länder mit voller Wucht treffen", warnte der Weltbank-Chefvolkswirt. Derzeit sei Asien am stärksten von den ausbleibenden Ölexporten und den wirtschaftlichen Auswirkungen betroffen. Doch je länger die Krise andauere, "desto schneller werden sich diese Schwierigkeiten ausbreiten, zunächst nach Afrika", sagte Gill. (afp)

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USA drohen Iran mit Sanktionen

  • 04:00 Uhr
Video USA machen Druck Neue Iran-Sanktionen: "Finanzielles Äquivalent zu Bombenangriffen" vor 10 Stunden

Angesichts der festgefahrenen Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat die US-Regierung der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen gedroht. So könnten beispielsweise Strafmaßnahmen gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder iranische Vermögenswerte verwalten, sagte US-Finanzminister Scott Bessent. "Die Iraner sollten wissen, dass dies das finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen ist."

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Die USA haben bereits eine ganze Reihe von Sanktionen gegen den Iran und die politische Führung in Teheran verhängt. Nach den iranischen Angriffen auf Nachbarländer seien nun auch die Golfstaaten stärker als bisher dazu bereit, die Sanktionen gegen den Iran zu unterstützen und die Finanzströme zu stoppen, sagte Bessent. (dpa)

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Mit Material von AFP und dpa

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