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Darum darf "Kommissar Rex" nicht gestreichelt werden

Interview Kult-Serie ist zurück

Doris Golpashin: Darum darf "Kommissar Rex" nicht gestreichelt werden

Aktualisiert am 13.04.2026, 09:29 Uhr Doris Golpashin als Majorin Evelyn Leitner mit ihrem Schauspielkollegen Ferdinand Seebacher als Inspektor Felix Burger. © ORF/MR Film/Petro Domenig Lesedauer:6 Min.

2004 war sie in ihrer ersten Fernsehrolle an der Seite von "Kommissar Rex" zu sehen. 22 Jahre später ermittelt Doris Golpashin in der Neuauflage der Krimiserie neben der tierischen Spürnase. Wir haben mit Golpashin gesprochen.

Ein Interview von Lisa-Marie Yilmaz

Wuff! "Kommissar Rex" ist zurück auf den Bildschirmen. In sechs Folgen in Spielfilmlänge ermittelt der berühmte TV-Schäferhund in der Wiener Mordkommission. Mit im Einsatz: Schauspielerin Doris Golpashin als Major Evelyn Leitner.

Im Interview mit unserer Redaktion erzählt Doris Golpashin von den Dreharbeiten und Kuscheleinheiten mit dem Polizeihund. Außerdem blickt die 45-Jährige auf die Sichtbarkeit von Schauspielerinnen Ü40 und gewährt einen Einblick in die berufliche Zusammenarbeit mit ihrem Partner Klaas Heufer-Umlauf.

Frau Golpashin, 2004 waren Sie in einer Episodenrolle in "Kommissar Rex" zu sehen. In der Neuauflage der Reihe sind Sie nun als Chefin Major Evelyn Leitner im Einsatz. Schließt sich hier gewissermaßen ein Kreis?

Doris Golpashin: Ja, genau. Tatsächlich war ich 2004 bei "Kommissar Rex" in meiner allerersten TV-Rolle zu sehen, und nun darf ich viele Jahre später Majorin sein. Das nenn ich mal eine anständige Beförderung (lacht). Hätten Sie damals meinem 24-jährigen Ich erzählt, ich würde später mal im Hauptcast spielen dürfen, ich hätte Ihnen kein Wort geglaubt. Aber die besten Drehbücher schreibt offensichtlich immer noch das Leben selbst – insofern stimmt es: Der Kreis schließt sich.

Kommissar Rex ermittelt wieder. © ORF/MR Film/Petro Domenig

Damals habe ich eine Radiomoderatorin gespielt, die unter Mordverdacht stand und war gleichzeitig im echten Leben Radiomoderatorin. Sogar in meinem Sender, in dem Ö3-Studio, haben wir damals gedreht. Dann war da noch meine liebe Kollegin Arabella Kiesbauer an meiner Seite, die als Konkurrentin unter Mordverdacht stand – ganz großes Kino. Und als Moderatorin, die eine Moderatorin spielt, natürlich meine erste intuitive Begegnung mit Method Acting (lacht). Aber im Ernst: Ich habe großen Respekt davor, eine so beliebte TV-Reihe weiterzuführen, die in der Vergangenheit so viele Menschen emotionalisiert und begleitet hat.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach bei der Rückkehr von "Kommissar Rex" das Gefühl der Nostalgie?

Eine große. Ich glaube, in unruhigen Zeiten wie diesen sehnen wir uns nach dem Vertrauten. Ein gutes Remake ist für mich aber kein Blick zurück, sondern ein Weiterdenken. Es ist ein bisschen wie bei einem neu interpretiertem Song: Die Seele bleibt, aber der Klang entwickelt sich weiter. Bei "Kommissar Rex" ist es ähnlich. Denn auch wenn sich auf technischer Ebene in den vergangenen Jahren natürlich viel getan hat, ist das Herz der Serie geblieben – Rex. Die süßeste Spürnase auf vier Pfoten, der tollste Hund der Welt. Da kann Lessie einpacken.

So war die Zusammenarbeit mit "Kommissar Rex"

Mussten Sie für die Dreharbeiten ein spezielles Hundetraining absolvieren?

Nein, für mich gab es kein Hundetraining. Nur für den Hund. Die Zusammenarbeit mit Rex war wirklich schön, auch wenn man jede Menge Respekt vor diesem Tier hat. Was mich besonders fasziniert hat, ist das Team dahinter: Es steckt wahnsinnig viel Arbeit und Liebe hinter dem Training und es war beeindruckend, mitzuerleben, wie toll er seine Rolle gemeistert hat. Alle Schauspielenden und Komparsen waren immer voller Respekt, wenn der Hund das Set betreten hat. Dabei verhält man sich diesem Tier gegenüber natürlich anders als einem Privathund, der am Set herumläuft.

Inwiefern?

Der menschliche Impuls ist, das Tier sofort streicheln oder mit ihm kuscheln zu wollen. Klar, Rex ist ja auch wirklich süß. Doch der Hund muss sich konzentrieren, insofern darf man ihn keinesfalls einfach berühren, geschweige denn streicheln! Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen. Erst nach getaner Szene durfte gekuschelt werden (lacht).

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Der damalige Cast um "Kommissar Rex" war männlich dominiert und auch im Remake sind Sie die einzige Frau. Hat Evelyn Leitner die Männer in der Serie gut im Griff?

Das hoffe ich doch (lacht). Nachdem Gedeon Burkhard damals der Ermittler bei "Kommissar Rex" war, gab es eine Phase, in der Alexander Pschill und Elke Winkens als Ermittler-Duo übernommen hatten. Ich erinnere mich, dass die Besetzung einer weiblichen Kommissarin damals mitunter für großes Staunen gesorgt hat. Glücklicherweise stehen wir diesbezüglich heute an einem anderen Punkt. Es wäre ja auch ein Unding, wenn es bei der Polizei keine Frau in einer Führungsposition geben würde – sowohl in der Realität als auch in der Fiktion. Mir gefällt, wie souverän sie den Laden führt und ihre Truppe mit einer guten Mischung aus Empathie und klarem Kopf zusammenhält. Evelyn Leitner zu spielen, hat mir großen Spaß gemacht.

"Ich habe grundsätzlich das Privileg, in meinem Umfeld wahnsinnig tolle Frauen zu wissen."

Doris Golpashin

Welche Rolle spielen Frauen und gegenseitige Unterstützung in Ihrem beruflichen wie privaten Leben?

Selbstverständlich unterstütze ich als Frau den Support unter Frauen. Ich bin in einem sehr starken, strukturierten und liebevollen Frauenhaushalt aufgewachsen. Mein Vater ist früh gestorben und so hat meine Mutter, gemeinsam mit meiner Tante, meiner Schwester und mir den sprichwörtlichen Laden geschmissen. Wir vier Frauen haben jede Menge gemeinsam gestemmt.

Ich habe grundsätzlich das Privileg, in meinem Umfeld wahnsinnig tolle Frauen zu wissen. Umso beeindruckender fand ich es, im zweiten Drehblock von "Kommissar Rex" mit einer Regisseurin zu arbeiten. Während bei den ersten drei Filmen Andreas Kopriva Regie geführt hat, wurden die letzten drei Episoden von Esther Rauch arrangiert. Es waren also jeweils unterschiedlich schöne Energien am Set zu spüren. Es macht mich glücklich zu sehen, dass es immer mehr Regisseurinnen gibt – auch wenn es absurd ist, dass man über diesen Wandel überhaupt sprechen muss. Dementsprechend empfinde ich es als etwas Großartiges, mit Frauen zu arbeiten und unterstütze alle Frauen, die mir begegnen.

Wie sieht es vor der Kamera aus? Werden Ihrer Meinung nach die Geschichten von Frauen ab der Lebensmitte ausreichend erzählt?

Die Branche ist im Wandel und es gibt immer mehr großartige Frauenserien. Von Frauen geschrieben, produziert, gespielt: von "Working Moms" bis hin zu "Bad Sisters". Alles richtig gute Stoffe. Frauen ab etwa 40 in der Schauspielbranche sind grundsätzlich ein Thema für sich. Auch ich habe die Erfahrung machen müssen, dass mir Schauspielagentinnen unmissverständlich zu verstehen gegeben haben, mit Ü40 zu alt für Jobs zu sein – unabhängig davon, wie aussagekräftig meine Vita ist.

Davon lasse ich mich aber weder einschüchtern, noch unterkriegen, noch höre ich nach so vielen Jahren auf zu arbeiten. Insofern frage ich mich, wo an manchen Stellen der Support unter Frauen ist. Wie kann etwas wachsen, wenn Unterstützung nicht schon im Fundament stattfindet? Dabei ist doch das Schöne an der Schauspielerei, dass man erst ab einem gewissen Alter Rollen spielen kann, die Charakter und Falten haben. Ich halte diese negativen Energien weit von mir fern und habe mir ein sehr gesundes, berufliches Umfeld aufgebaut. Übrigens größtenteils aus Frauen.

Weiteres Projekt mit Klaas Heufer-Umlauf geplant? Das sagt Doris Golpashin

Von 2019 bis 2021 standen Sie für die Comedyserie "Check Check" zusammen mit Ihrem Partner Klaas Heufer-Umlauf vor der Kamera. Können Sie sich weitere gemeinsame Projekte vorstellen?

"Check Check" zu drehen, hat wirklich riesigen Spaß gemacht. Das war eine ganz besondere Zeit in unserem Leben. Für Klaas und mich war es ja die erste gemeinsame Zusammenarbeit vor der Kamera – und wir mussten auch erst mal schauen, wie wir da funktionieren. Umso schöner war es, zu sehen, dass wir nicht nur privat so gut miteinander harmonieren, sondern auch beruflich ein echt gutes Team sind.

Ferdinand Seebacher (Inspektor Felix Burger, l.), Maximilian Brückner (Kommissar Max Steiner, M.) und Doris Golpashin (Evelyn Leitner, r.) ermitteln gemeinsam mit ihrem tierischen Partner in der Neuauflage von "Kommissar Rex". © MR FilmPetro Domenigg

Wir hatten eine unfassbar tolle Zeit am Set, auf diesem bizarr leeren Flughafen in Kassel Calden mit einer wirklich grandiosen Crew. Doch dann war nach drei Jahren die Geschichte irgendwie zu Ende erzählt und wir haben uns mit einem Happy End von "Check Check" verabschiedet. Wenn sich wieder etwas Reizvolles ergibt, kann man nichts Neues ausschließen. Gute Dinge finden ja oft ganz von selbst wieder zusammen.

Hat der gemeinsame Dreh neue Seiten des jeweils anderen aufgezeigt? Immerhin erlebt man sich in einer konkreten Arbeitssituation …

Ganz neue, andere Seiten! (lacht) Wir haben beispielsweise festgestellt, uns bereits in der Vorbereitung stark voneinander zu unterscheiden: Klaas kommt ans Set, fragt "Was drehen wir heute? ",… guckt ein Mal über den Text und spielt. Ich bereite mich hingegen akribisch vor und brauche mein Fundament. Ich möchte meinen Charakter in- und auswendig kennen. Nur wenn ich die Figur komplett verinnerlicht habe, kann ich am Set loslassen, weil ich dann mehr Freiheiten für Varianten und Improvisation habe. Er macht das alles, na sagen wir, "spontaner". (Lacht)

Gleichzeitig bewundere ich ihn sehr, für diese Leichtigkeit. Klaas macht seine Sache einfach hervorragend und ist ein toller Schauspieler – und ich habe eine neue Seite an ihm kennenlernen dürfen, die ich vorher noch nicht kannte (lacht).

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"Kommissar Rex" läuft ab 13. April 2026 immer montags um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.

Über die Gesprächspartnerin

  • Doris Golpashin ist eine österreichische Fernsehmoderatorin, Schauspielerin und Radiomoderatorin, die im Alter von 17 Jahren als jüngste Moderatorin Österreichs ihre Karriere beim privaten Radiosender Radio 88.6 begann. Neben verschiedenen Einsätzen als Moderatorin war sie von August 2011 bis ins Jahr 2014 als Backstagemoderatorin in den ersten vier Staffeln von "The Voice of Germany" im Einsatz. 2017 war sie gemeinsam mit DJ Ötzi und Alex Kristan Kandidatin in der Quizshow "Spiel für dein Land". Von 2019 bis 2021 war Golpashin als Flughafenchefin Sabine in der Joyn-Comedy-Serie "Check Check" zu sehen. Im Jahr 2012 wurde bekannt, dass Golpashin mit dem Moderator und Schauspieler Klaas Heufer-Umlauf liiert ist. 2013 und 2018 wurden die gemeinsamen Söhne des Paares geboren.
Teaserbild: © ORF/MR Film/Petro Domenig Feedback an die Redaktion