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China bildete russische Soldaten für den Ukrainekrieg aus

Geheimdokumente enthüllen

China bildete russische Soldaten für den Ukrainekrieg aus

Aktualisiert am 20.05.2026, 11:41 Uhr Mehrere hundert russische Soldaten sollen Ende 2025 an sechs Standorten in China verdeckt geschult worden sein. (Symbolbild) © picture alliance / TheKremlinMoscow-SvenSimon/The Kremlin Moscow Lesedauer:2 Min.

Peking inszeniert sich im Ukrainekonflikt als neutraler Vermittler. Doch geheime Dokumente offenbaren eine verdeckte Militärkooperation mit Moskau, die weit über das bisher Bekannte hinausgeht – und auch Konsequenzen für Taiwan haben könnte.

Die chinesische Volksbefreiungsarmee hat Ende 2025 an sechs Militärstandorten in China verdeckt mehrere hundert russische Soldaten ausgebildet. Das belegen als geheim eingestufte Dokumente europäischer Nachrichtendienste, die die "Welt" einsehen konnte.

Dutzende der Trainierten kamen anschließend in der Ukraine zum Einsatz – einige von ihnen in führenden Funktionen. Unter den Anwesenden sollen sich auch Kämpfer der russischen Elite-Drohnentruppe "Rubicon" befunden haben – eine Einheit, die in ukrainischen Gefechtszonen regelmäßig den Verlauf der Front mitbestimmt.

Drohnentraining unter strikter Geheimhaltung

Die Ausbildung konzentrierte sich auf den Umgang mit unbemannten Systemen, elektronische Maßnahmen zur Drohnenabwehr sowie moderne Gefechtssimulationen. Die russischen Soldaten – ihre Geburtsjahrgänge reichten von den 1970er-Jahren bis 2001 – trainierten sowohl an virtuellen Simulatoren als auch praktisch auf Drohnenparcours in Lagerhallen.

Das gesamte Programm unterlag strikter Geheimhaltung: Das Militärpersonal durfte die Kasernen während der Ausbildungszeit nicht verlassen, heißt es in den Dokumenten.

"China erhält von Russland etwas, das kein anderer Partner bieten kann: unmittelbare Gefechtserfahrung gegen westliche Waffensysteme"

Militärexperte Nico Lange

Die Kooperation verlief in beide Richtungen. Rund 600 Angehörige der Volksbefreiungsarmee wurden demnach im vergangenen Jahr in Russland geschult – mit Schwerpunkten auf Panzer, Artillerie, Pionierwesen und Flugabwehr.

"Goldnuggets für die chinesischen Ingenieure"

Mindestens ebenso brisant wie die Ausbildung selbst ist der begleitende Wissenstransfer. Peking zeigt den Dokumenten zufolge großes Interesse an westlichem Militärgerät, das die Ukraine einsetzt und das von russischen Kräften erbeutet wurde. Zwischen beiden Seiten findet demnach ein intensiver Austausch über Systeme wie den amerikanischen Raketenwerfer HIMARS, Patriot-Flugabwehr, deutsche Marder-Schützenpanzer und Abrams-Kampfpanzer statt. Chinesische Experten konnten die Technik wahrscheinlich direkt in Russland untersuchen.

"China erhält von Russland etwas, das kein anderer Partner bieten kann: unmittelbare Gefechtserfahrung gegen westliche Waffensysteme", sagte der Militärexperte Nico Lange, Gründer der Denkfabrik IRIS, der "Welt".

Der österreichische Militäranalyst Markus Reisner wurde noch deutlicher: Die Trümmer und Einsatzbeschreibungen westlicher Waffen seien "Goldnuggets für die chinesischen Ingenieure". China liefere die Komponenten, Russland und der Iran die Baupläne und Taktiken.

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Luftlandefahrzeuge für ein mögliches Taiwan-Szenario

Die Geheimdokumente zeigen außerdem, dass die militärische Zusammenarbeit nicht nur den Krieg in der Ukraine betrifft, sondern auch Folgen für Taiwan haben könnte. Denn Peking sichert sich gezielt Waffensysteme, die im Ernstfall gegen Taiwan zum Einsatz kommen könnten. So hat China den Unterlagen zufolge ein Abkommen zum Kauf russischer Luftlandefahrzeuge geschlossen – konkret der Modelle BMD-4M, 2S25M und BTR-MDM. Die Auslieferung einer kleineren zweistelligen Stückzahl wird für 2026 erwartet. Laut den Unterlagen wären diese Fahrzeuge für ein mögliches Invasionsszenario gegen Taiwan geeignet.

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Die Enthüllungen setzen Chinas Selbstdarstellung als unparteiischer Akteur massiv unter Druck. Wie eng das Band zwischen Peking und Moskau tatsächlich ist, ließ sich bereits bei einem Treffen der beiden Staatschefs 2023 erahnen. Xi sprach damals von "Veränderungen in der Welt, wie wir sie seit 100 Jahren nicht gesehen haben – und wir treiben diese Veränderungen gemeinsam voran". Putin antwortete knapp: "Ich stimme zu." (lla)

Verwendete Quellen

  • Welt (Bezahlinhalt): Der Militärpakt zwischen China und Russland hat ungeahnte Dimensionen
  • Transparenzhinweis

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