Chamenei wendet sich mit Botschaft direkt an US-Armee
Chamenei wendet sich mit Botschaft direkt an US-Armee
Aktualisiert am 18.04.2026, 16:27 Uhr © 1&1 Mail & Media Lesedauer:8 Min. Ein Live-Blog von Philipp Scheiner- 16:24 Uhr: Irans Vize-Außenminister: Noch kein Datum für nächste Verhandlungsrunde
- 15:28 Uhr: ➤ Chamenei wendet sich mit Botschaft direkt an US-Armee
- 15:01 Uhr: USA: Streitkräfte setzen Seeblockade weiter durch
- 13:23 Uhr: Schiffe melden Beschuss in der Straße von Hormus
- 12:34 Uhr: Klingbeil: Müssen Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen
- 10:17 Uhr: Iran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig
- 10:06 Uhr: Iran öffnet Teil seines Luftraums - Airlines reagieren eindeutig
➤ Chamenei wendet sich mit Botschaft direkt an US-Armee
- 15:28 Uhr
Der oberste iranische Führer Modschtaba Chamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft der US-Armee mit einem vernichtenden Schlag gedroht.
Die "tapfere iranische Marine" sei bereit, ihren Feinden "neue Niederlagen" zuzufügen, erklärte Chamenei am Samstag im Onlinedienst Telegram. Kurz zuvor hatten iranische Kanonenboote nach Angaben einer britischen Behörde auf einen Tanker in der Straße von Hormus geschossen.
Zuvor hatte der Iran am Samstag seine Entscheidung zur Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der immens wichtigen Schifffahrtsstraße laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. (afp)
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Was passiert ist
- Am 28. Februar begannen die USA und Israel koordinierte Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran, bei denen unter anderem der Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
- Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Ziele in Israel sowie auf mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
- Modschtaba Chamenei ist zum Nachfolger seines Vaters als oberster Anführer des Iran ernannt worden.
- Am 8. April einigten sich die USA und Iran auf eine vorübergehende Waffenruhe.
- Verhandlungen zwischen USA und Iran endeten am 12. April ohne eine Einigung.
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USA genehmigen Milliarden-Deal mit Deutschland
Aktualisiert am 18.04.2026, 06:57 Uhr Die USA stimmen einem milliardenschweren Rüstungsverkauf an Deutschland zu. Geplant sind moderne Gefechts- und Radarsysteme für die Marine. Laut US-Außenministerium soll der Deal die Zusammenarbeit innerhalb der Nato stärken.Weitere News zum Iran-Krieg vom 18. April:
Irans Vize-Außenminister: Noch kein Datum für nächste Verhandlungsrunde
- 16:24 Uhr
Die USA und der Iran haben im Ringen um ein Friedensabkommen nach iranischen Angaben noch keinen Termin für eine zweite Verhandlungsrunde vereinbart. "Bis wir uns nicht auf ein Rahmenwerk geeinigt haben, können wir kein Datum festlegen", sagte der iranische Vize-Außenminister Said Chatibsadeh am Samstag bei einem diplomatischen Forum in der türkischen Provinz Antalya. "Wir hoffen, dass wir zum nächsten Schritt übergehen können, sobald wir das abgeschlossen haben."
"Wir wollen nicht in eine Verhandlung oder ein Treffen gehen, das zum Scheitern verurteilt ist und einen Vorwand für eine weitere Eskalationsrunde bieten könnte", sagte Chatibsadeh weiter. Er betonte zugleich, der Iran sehe sich der Diplomatie verpflichtet.
Eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran war am vergangenen Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Pakistan bemüht sich als Vermittler weiter um eine Einigung. Die Zeit drängt: Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe läuft eigentlich am kommenden Mittwoch aus.
US-Präsident Donald Trump hat zuletzt wiederholt gesagt, eine Einigung sei "sehr nah". Allerdings streiten die USA und der Iran nach wie vor über die strategisch wichtige Straße von Hormus und über die iranischen Uranbestände.
Vize-Außenminister Chatibsadeh erlaubte sich am Samstag einen Seitenhieb gegen Trump. Die "amerikanische Seite" würde viele Social-Media-Posts absetzen und "viel reden", sagte der Diplomat. "Manchmal verwirrend, manchmal widersprüchlich." (afp/bearbeitet von phs)
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USA: Streitkräfte setzen Seeblockade weiter durch
- 15:01 Uhr
Das US-Militär setzt nach eigenen Angaben die Seeblockade in der Straße von Hormus und in der Nähe der Meerenge weiter durch. Seit Beginn der Maßnahme hätten 23 Schiffe auf Anweisung der US-Streitkräfte ihren Kurs geändert oder seien umgekehrt, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Die Seeblockade richtet sich gegen Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel.
Centcom veröffentlichte ein Foto von einem Küstenkampfschiff im Arabischen Meer. Auf weiteren, auf Freitag datierten Bildern sind Kampfhubschrauber zu sehen, die über beziehungsweise in der Nähe der Straße von Hormus über dem Wasser fliegen. Im Hintergrund sind Handelsschiffe zu sehen. Die Soldaten sorgten "durch ihre sichtbare Präsenz für die Wahrung der Freiheit der Schifffahrt", hieß es dazu.
Seit Kriegsbeginn Ende Februar ist der Handel durch die wichtige Meerenge weitgehend zum Erliegen gekommen – daran änderten bislang auch weder die US-Seeblockade noch die am Freitag vom Iran verkündete Öffnung, die mittlerweile wieder widerrufen ist. (dpa/bearbeitet von phs)
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Iran-Krieg sorgt für verstärkte Nachfrage nach Solaranlagen
Aktualisiert am 17.04.2026, 15:53 Uhr Der Iran-Krieg hat die Preise für Öl, Gas und Strom deutlich steigen lassen. Davon sind sowohl Unternehmen als auch Privathaushalte betroffen. In dieser Situation werden Alternativen wie Solarstrom natürlich attraktiver.Schiffe melden Beschuss in der Straße von Hormus
- 13:23 Uhr
Erste Berichte über Zwischenfälle nach der iranischen Schließung der Straße von Hormus sind aufgetaucht. Die britische "Marine Trading Operations" hat den Beschuss eines Schiffes gemeldet. 20 Seemeilen nordöstlich der Küste des Oman sollen sich zwei Schnellboote der iranischen Marine einem Tanker genähert haben und auf diesen gefeuert haben.
Der Tanker soll anschließend seine Route geändert haben, die Besatzung sei wohlauf. Zuvor berichtete bereits die Plattform "Tankertrackers", dass der Iran zwei Schiffe zur Umkehr gezwungen habe. (phs)
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Klingbeil: Müssen Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen
- 12:34 Uhr
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil fordert Maßnahmen gegen einen von der Internationalen Energieagentur (IEA) prognostizierten möglichen Kerosinmangel. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", sagte der SPD-Chef dem "Spiegel". "Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben."
Die IEA hatte am Freitag gewarnt, mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte daraufhin gesagt, Kerosin werde auch in deutschen Raffinerien produziert. Man sei nicht nur von Importen abhängig.
Nach Angaben des Luftverkehrsverbands in Berlin wird sich die Lage selbst bei einem kurzfristigen Ende des Iran-Kriegs auf den Energiemärkten nur langsam entspannen. Die Preise für Kerosin haben sich seit Beginn des Krieges mehr als verdoppelt. Ein großer Teil der Importe stammt aus dem Nahen Osten, zahlreiche Öl-Anlagen im Krisengebiet sind zerstört. (dpa/bearbeitet von phs)
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Türkei: Israel benutzt Sicherheit als "Vorwand" für "Landbesetzungen"
- 11:16 Uhr
Die Türkei hat Israel vorgeworfen, unter dem Deckmantel seiner Bemühungen um nationale Sicherheit in Wirklichkeit nach der Einnahme von Gebieten zu streben. Israel gehe es "nicht um seine eigene Sicherheit", sondern um "mehr Land", sagte der türkische Außenminister Hakan Fidan am Samstag. Die Regierung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu benutze "Sicherheit als Vorwand, um mehr Land zu besetzen".
Fidan äußerte sich auf einem diplomatischen Forum in der türkischen Stadt Antalya. Israel habe "international eine Illusion geschaffen, indem es behauptet, nur an seiner eigenen Sicherheit interessiert zu sein", sagte er weiter. Doch insbesondere in den vergangenen Jahren sei "deutlich geworden, dass es um mehr geht", sagte er. Konkret warf er Israel "eine fortschreitende Besatzung und Expansion in der Region" vor, wobei er sich auf die Palästinensergebiete Gazastreifen, Westjordanland und Ostjerusalem sowie den Libanon und Syrien bezog.
"Israel muss begreifen, dass ein friedliches Zusammenleben in der Region nur möglich ist, wenn man anderen Ländern ihre Sicherheit, territoriale Integrität und Freiheit gewährt und nicht Macht gegen sie einsetzt", fügte Fidan hinzu. (afp)
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Analyse Inszenierung als Messias Geht Trump jetzt einen Schritt zu weit? vor 1 Tag von Anne-Kathrin HamiltonIran macht Öffnung der Straße von Hormus rückgängig
- 10:17 Uhr
Der Iran macht die angekündigte Öffnung der Straße von Hormus nach einem Tag wieder rückgängig. Das teilte ein Sprecher des Hauptquartiers der Streitkräfte laut Nachrichtenagentur Fars mit. Als Grund nannte er eine anhaltende Blockade iranischer Häfen durch die USA.
In der Erklärung heißt es weiter, der Iran habe einer kontrollierten Durchfahrt einer begrenzten Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen durch die Straße von Hormus zugestimmt. Die USA hätten dagegen ihre Blockade fortgesetzt. Aus diesem Grund sei die Kontrolle über die Straße von Hormus wieder in den früheren Zustand zurückgekehrt: Die strategisch wichtige Meerenge unterliege der strengen Verwaltung und Kontrolle der Streitkräfte. Daran ändere sich nichts, solange die Vereinigten Staaten die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit von Schiffen vom Iran zu ihrem Bestimmungsort und von ihrem Bestimmungsort zurück in den Iran nicht wiederherstellten.
US-Präsident Donald Trump hatte auf der Plattform Truth Social geschrieben, die Blockade bleibe "bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit dem Iran" bestehen.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte daraufhin, die Straße von Hormus werde nicht offen bleiben, wenn die US-Blockade der iranischen Häfen andauere.
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Iran öffnet Teil seines Luftraums - Airlines reagieren eindeutig
- 10:06 Uhr
Der Iran hat nach Angaben der Luftfahrtbehörde des Landes im Zuge der Waffenruhe mit den USA einen Teil seines Luftraums wieder für internationale Flüge freigegeben. "Die Flugrouten im Osten des Landes sind für internationale Flüge geöffnet, die den Iran überfliegen", teilte die zivile Luftfahrtbehörde des Landes am Samstag mit. Zudem hätten am Morgen (Ortszeit) einige bislang geschlossene Flughäfen des Landes ihren Betrieb wieder aufgenommen.
Laut Daten des Flugtracking-Portals Flightradar24 haben bislang jedoch keine internationalen Flüge den Iran überflogen. Einige Flugzeuge nahmen demnach lange Umwege in Kauf, um den iranischen Luftraum nicht zu passieren.
Die USA und der Iran hatten sich vor rund einer Woche auf eine zweiwöchige Feuerpause verständigt. In dieser Zeit soll unter Pakistans Vermittlung über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden, der Ende Februar mit den US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte.
Am Freitag hatte der Iran nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon zudem eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe verkündet. (afp)
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Pakistans Regierungschef beendet Vermittlungsbesuche
- 09:20 Uhr
Der im Iran-Krieg als Vermittler auftretende pakistanische Regierungschef Shebaz Sharif hat einen mehrtägigen Besuch in ebenfalls um Vermittlung bemühten Staaten der Region beendet. Nach Besuchen in Saudi-Arabien und Katar verlasse er nun die türkische Stadt Antalya "mit schönen Erinnerungen" sowie der "erneuerten Verpflichtung", die "enge Zusammenarbeit" zwischen den Ländern "fortzusetzen, um den Dialog und die Diplomatie im Interesse eines dauerhaften Friedens und einer dauerhaften Stabilität in der Region voranzubringen", erklärte Sharif am Samstag in Onlinediensten.
Sharif hatte in der ersten US-iranischen Gesprächsrunde über ein Ende des Iran-Kriegs eine Schlüsselrolle gespielt. Nach einem Besuch in Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad war Sharif nach Angaben seines Büros zu Gesprächen über "Pakistans laufende Bemühungen um regionalen und globalen Frieden" in Doha mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, sowie in der Türkei mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammengekommen. Zudem nahm er an einem diplomatischen Forum in Antalya teil. Wie Pakistan sind Saudi-Arabien, Katar und die Türkei um Vermittlung im Iran-Krieg bemüht.
Auch Pakistans einflussreicher Armeechef Asim Munir beendete seinen mehrtägigen Vermittlungsbesuch in Teheran. Munir habe während seines Besuchs in der iranischen Hauptstadt mehrere hochrangige iranische Führungspersonen getroffen, erklärte die Armee am Samstag. Dies unterstreiche Pakistans "unerschütterliche Entschlossenheit, eine Verhandlungslösung zu ermöglichen".(afp/bearbeitet von phs)
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An den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Civey kann jeder teilnehmen. In das Ergebnis fließen jedoch nur die Antworten registrierter und verifizierter Nutzer ein. Diese müssen persönliche Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angeben. Civey nutzt diese Angaben, um eine Stimme gemäß dem Vorkommen der sozioökonomischen Faktoren in der Gesamtbevölkerung zu gewichten. Umfragen des Unternehmens sind deshalb repräsentativ. Mehr Informationen zur Methode finden Sie hier, mehr zum Datenschutz hier.Trump: Ohne Einigung mit Iran bleibt US-Hafenblockade bestehen
- 07:09 Uhr
US-Präsident Donald Trump will die Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten, wenn kein Friedensabkommen mit dem Iran zustande kommt. Wie Trump am Freitagabend sagte, erwägt er auch, die Waffenruhe mit dem Iran nach ihrem Auslaufen am Mittwoch nicht zu verlängern. "Vielleicht werde ich sie nicht verlängern, aber die Blockade wird bestehen bleiben", sagte Trump vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One.
Der Iran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe verkündet. Trump begrüßte den Schritt, kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Ende der Kämpfe bestehen. "Die Seeblockade bleibt, soweit sie den Iran betrifft, so lange in vollem Umfang in Kraft, bis unsere Transaktion mit dem Iran zu hundert Prozent abgeschlossen ist", erklärte Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social.
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Der Iran kritisierte Trumps Ankündigung und drohte seinerseits mit einer erneuten Sperrung der Straße von Hormus. Wenn die USA ihre Blockade iranischer Häfen fortsetzten, werde "die Straße von Hormus nicht offen bleiben", erklärte Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.
Trump stellte dennoch erneut ein baldiges Abkommen mit dem Iran in Aussicht. "Ich glaube, es wird passieren", sagte er an Bord der Air Force One. (AFP/bearbeitet von phs)
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Mit Material von AFP und dpa
- Die Entwicklungen vom 17. April in der Nachlese
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- Die Entwicklungen vom 15. April in der Nachlese
