Bundeswehr macht Hunderte Besuche an Sachsens Schulen
Bundeswehr macht Hunderte Besuche an Sachsens Schulen
Aktualisiert am 27.04.2026, 04:03 Uhr Jugendoffiziere der Bundeswehr informieren auf Anfrage in Schulklassen über Sicherheitspolitik und die Bedeutung von Soldaten. (Symbolbild) © dpa / Pia Bayer/dpa Lesedauer:2 Min. Von Deutsche Presse-AgenturDieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.
Planspiele, Vorträge, Truppenbesuche – die Bundeswehr ist an Sachsens Schulen regelmäßig präsent. Doch daran gibt es auch Kritik.
Dresden/Berlin - In Sachsen besucht die Bundeswehr jährlich Hunderte Schulklassen. Im vergangenen Jahr gab es 374 Termine an Schulen, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervorgeht. Das waren etwa 50 Besuche weniger als 2024.
Im Vergleich zu 2021 ergab sich jedoch ein Anstieg um etwa 40 Prozent. Im laufenden Jahr fanden in Sachsen bereits 35 Termine statt, 46 weitere sind geplant.
Linke kritisiert Ausbau der Auftritte als Irrweg
Bundesweit gab es im vergangenen Jahr in Flächenländern wie Bayern (1114), Nordrhein-Westfalen (862) und Niedersachsen (844) die meisten Besuche von Bundeswehr-Vertretern an Schulen. Der Leipziger Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann (Linke) kritisierte jedoch, Sachsen rangiere im Verhältnis zur Anzahl an Schülerinnen und Schüler seit Jahren auf den vorderen Plätzen.
Den Ausbau der Präsenz der Bundeswehr an Schulen bezeichnete Pellmann als gefährlichen Irrweg. "Kinder und Jugendliche dürfen nicht schrittweise an Militär und Krieg als Normalität gewöhnt werden." Wenn Soldaten im Unterricht auftreten würden, brauche es gleichberechtigt zivile Stimmen, etwa von Kriegsdienstverweigerern und Friedensinitiativen.
GEW fordert verschiedene Perspektiven
Dieser Forderung schloss sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen an. Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, dass Schüler verschiedene Perspektiven kennenlernten, daher müssten zivilgesellschaftliche Akteure in Schulen stärker gehört werden, forderte die stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen, Claudia Maaß. "Statt "kriegstüchtiger Bildung" brauchen wir eine Bildung, die auf Frieden, Demokratie und diplomatische Konfliktlösungen ausgerichtet ist." Schule sei kein Ort für Militärwerbung.
Jugendoffiziere besuchen Schüler ab der 5. Klasse
Für die Besuche an Schulen sind bei der Bundeswehr Jugendoffiziere zuständig. Sie sind speziell ausgebildet, um vor Schülerinnen und Schülern ab der fünften Klasse bis hin zur gymnasialen Oberstufe sowie an Berufsschulen etwa Vorträge über Sicherheitspolitik zu halten oder den Auftrag der Bundeswehr zu erläutern. Sie organisieren auch Planspiele zu internationaler Politik und Sicherheit oder Truppenbesuche für Schulklassen.
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In Sachsen sind diese Besuche über eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr geregelt. Die Referenten dürfen im Unterricht nicht um Nachwuchs für die Truppe werben. Zudem müssen in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Themen auch entsprechend im Unterricht behandelt werden. Schulen können selbst entscheiden, ob und wie sie das Angebot in den Unterricht einbauen. © Deutsche Presse-Agentur
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