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Ambitionierter Wal-Rettungsversuch soll bald starten

Private Initiative

Ambitionierter Wal-Rettungsversuch soll bald starten

Aktualisiert am 15.04.2026, 20:08 Uhr Am Freitag soll der Rettungsversuch starten. © dpa / Bernd Wüstneck/dpa Lesedauer:4 Min.

Nach einer überraschenden Wende soll ein ambitioniertes Vorhaben nun doch den bei Wismar gestrandeten Wal retten. Eine private Initiative will das Tier bergen. Wie sieht das Konzept aus?

Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal soll in Kürze ein neuer Rettungsversuch beginnen. Eine private Initiative will das Tier bergen. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist geplant, am Donnerstag Luftkissen unter das Tier zu bringen und es schonend anzuheben. Dazu soll Schlick unter ihm weggespült werden. Der Wal solle dann auf einer Plane zwischen zwei Pontons gelagert und transportiert werden.

Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

Seit Wochen bewegt das Schicksal des vor Wismar gestrandeten Buckelwals viele Menschen. Seit dem 31. März liegt der Buckelwal in etwa 1,50 Meter Wassertiefe vor Poel.

Kehrtwende bei Wal-Rettung

Für den bei Wismar gestrandeten Buckelwal sah zuletzt alles danach aus, dass seine Reise vor der Insel Poel enden würde. Experten hatten erklärt, dem kranken und geschwächten Tier könne nicht sinnvoll geholfen werden. Es sei das Beste, ihn in Ruhe und Würde sterben zu lassen. Bei einer Pressekonferenz in Schwerin kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) eine unerwartete Kehrtwende an.

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Demnach hat er grünes Licht gegeben für ein privates Rettungskonzept durch eine Initiative, das vorsieht, den Wal lebend zu bergen und bis in die Nordsee und gegebenenfalls in den Atlantik zu bringen. "Insofern tritt jetzt eine neue Situation ein", sagte Backhaus. Er sei zwar noch vorsichtig, aber "doch ziemlich glücklich". Die Entscheidung sei Mittwochmittag getroffen worden.

Aktion soll sofort starten

Die Maßnahmen sollten laut Backhaus unverzüglich starten. Noch am Mittwoch sollten demnach Taucher ins Wasser gehen, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. Dabei soll auch der Untergrund untersucht werden. Am Donnerstagmorgen könnten den Angaben zufolge weitere Vorbereitungsmaßnahmen erfolgen. Gehe alles gut, könne der Transport aus der Region am Freitag beginnen, sagte Backhaus. Ein Schlepper soll die beiden Pontons bis in die Nordsee und den Atlantik ziehen, um den Wal dort freizulassen.

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Den Angaben zufolge soll der Bereich unter den Brustflossen des Wals, den Flippern, zunächst freigespült werden. Anschließend soll das Tier mithilfe von Luftkissen angehoben und eine Plane unter das Tier geführt werden. Auf dieser zwischen zwei Pontons gespannten Plane soll der Wal dann abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die beiden Pontons ziehen. Dieses ambitionierte Vorhaben sei in seiner Form nach seiner Kenntnis einzigartig, sagte Backhaus.

Wal-Retter Gunz: "Mehr als einmal sterben kann er ja nicht"

Hinter dem Konzept stünden die Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz. Gunz ist als Mediamarkt-Gründer bekannt, Walter-Mommert aus dem Pferdesport. Die Verantwortung liege komplett bei den Initiatoren, betonte Backhaus, auch finanziell. "Die haben unser Haus komplett freigestellt."

"Mehr als einmal sterben kann er ja nicht", sagte Gunz der Deutschen Presse-Agentur. Ohne die Aktion werde der Wal in jedem Fall sterben. "Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet." Gunz ist der Ansicht, mit einem "großartigen Team" samt Wal-Spezialisten das Risiko für Stress und Leid ausgeräumt zu haben.

Zu den erwarteten Kosten der Aktion, die Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert übernehmen, gab der Mediamarkt-Gründer an, die Dimension nicht abschätzen zu können. Das Ganze werde "schon nicht hundert Millionen kosten", sagte er. "Die Leute denken immer zu viel an Geld. Man darf sich da nicht verkrampfen. Geld ist eine Energie und man muss sorgfältig damit umgehen." Geld, Kraft und Energie müsse man für das Richtige und Gute einsetzen.

Deutsches Meeresmuseum nicht eingeweiht

Backhaus betonte, dass es sich um minimalinvasive Eingriffe handle. Die Maßnahmen werden laut Ministerium veterinärmedizinisch begleitet. Experten hatten immer wieder gesagt, dass es dem Tier, das wiederholt gestrandet und auch in Netze geraten war und starke Hautprobleme zeigt, nicht gut geht.

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"Er ist nicht aktiv, er ist erst recht nicht agil, aber er zeigt, dass da Leben noch drinsteckt", sagte auch Backhaus nochmals. "Er hat sicher schwere Schäden, das ist so." Aber vielleicht gelinge die Rettung dennoch.

Das Deutsche Meeresmuseum, das bislang eng in die Bewertung der Lage des Wals eingebunden war, teilte nach der Pressekonferenz mit, dass es "nicht in die Vorbereitungen der aktuell geplanten Lebendbergung des Buckelwals vor Poel einbezogen wurde". Auch das gesamte Konzept liege dem Museum nicht vor. "Die Fachleute erfuhren davon aus der Pressekonferenz."

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Backhaus: Neubewertung der Lage

Backhaus erklärte: "Die jetzige Entscheidung ist keine Abkehr davon, sondern eine verantwortungsvolle Neubewertung auf Basis neuer fachlicher Möglichkeiten." Das vorliegende Konzept sei unter Berücksichtigung des Bundesnaturschutzgesetzes sowie des Tierschutzrechts geprüft worden.

Bundespräsident in Stralsund zum Gespräch

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier möchte sich am Donnerstag in Stralsund mit Experten über den Wal austauschen. Steinmeier führt seine Amtsgeschäfte diese Woche drei Tage lang von Stralsund aus - als 18. Station der Reihe Ortszeit Deutschland, mit der der Bundespräsident Eindrücke abseits der Metropolen sammeln will. (dpa/bearbeitet von ng/cgo)

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